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Was ist die Zukunft für den Stadtbus?

Stadtwerke Was ist die Zukunft für den Stadtbus?

Die Marburger Stadtwerke setzen in erster Linie auf erdgasbetriebene Stadtbusse, um die hohe Stickstoffdioxid-Belastung der Innenstadt zu reduzieren.

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Drei der neuen erdgasbetriebenen Busse der Marburger Stadtwerke.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Ziel der städtischen Tochter ist es, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren, ihre Busse künftig komplett mit schadstofffreien Antriebstechniken auszurüsten. Eine ­Arbeitsgruppe mit dem Namen „Mobilität 2020“ unter Vorsitz von Christoph Rauh, dem Geschäftsführer der Tochterfirma Stadtwerke Marburg Consult, diskutiert derzeit über Optionen, wie Marburg von Bussen mit brennstoffbetriebenen Motoren wegkommt. Die Stadtwerke Marburg Consult planen die  Verkehrsleistungen der Stadtwerke.

Eine schnelle Umrüstung auf Elektrobusse ist für Rauh und Schüren derzeit offenbar keine Option – allein schon aus dem Grund, dass der bundesweite Bedarf von den produzierenden Firmen kurzfristig nicht annähernd gedeckt werden können. Vieles läuft auf eine Lösung mit Hybrid-Bussen hinaus, also mit Bussen, die je nach Erfordernis mit zwei unterschiedlichen Antriebsarten ausgestattet sind – etwa Strom und Erdgas.

Was sich letztendlich durchsetzt, ist auch abhängig vom ­Ergebnis zweier Machbarkeitsstudien, die die Stadtwerke in Auftrag gegeben haben:
Mit Mitteln aus dem „Dieselgipfel“ prüfen verschiedene Gutachter, darunter das renommierte Fraunhofer-Institut, die Möglichkeiten für den Einsatz von Bussen, die über Oberleitungen mit Strom versorgt werden. Zumindest für die Strecken zu den Lahnbergen und andere Steigungsstrecken ist diese­ schon mehr als 100 Jahre alte­ Technologie offenbar eine ernsthafte Option; in der Innenstadt kann sich dagegen niemand ernsthaft vorstellen, dass eine Stromleitung mitten durch die historischen, vielfach unter Denkmalschutz stehenden Gebäude gespannt und in den Fassaden verankert wird. Speicherlösungen oder die Umstellung auf Erdgasantrieb müssten her. Erste Ergebnisse der Studie werden Anfang kommenden Jahres erwartet.

  • Um die Jahreswende werden Ergebnisse einer Studie erwartet, die die Einsatzmöglichkeiten einer Straßenbahn zu den Lahnbergen erörtert. Angedacht ist, dass Passagiere etwa am Südbahnhof vom Stadtbus in eine Tramlinie auf die Lahnberge umsteigen können. Die Stadtwerke stehen vor der ­Aufgabe, täglich bis zu 10 000 Menschen auf die Lahnberge zu befördern. Egal, zu welcher Lösung die Arbeitsgruppe „Mobilität 2020“ kommt: Als „Übergangstechnologie“ setzen die Stadtwerke auf erdgasbetriebene Motoren. Mehr als die Hälfte der Busse fahren inzwischen mit Erdgas, die Stadtwerke haben in den vergangenen 20 Monaten 6 Millionen Euro in die Erneuerung ihrer Flotte investiert. Die Erdgasbusse stoßen bis zu 82 Prozent weniger giftiges Stickstoffdioxid aus als herkömmliche Dieselfahrzeuge.
  • Bis 2020 sollen 80 Prozent der Busse auf Erdgas umgestellt sein. „Alle Fahrzeuge, die bis dahin nicht mindestens eine grüne Plakette haben, werden verschrottet“, verspricht Schüren. Damit wären die Stadtwerke drei Jahre früher als im Nahverkehrsvertrag mit der Stadt Marburg vorgesehen mit der umweltschonenden Modernisierung ihrer Busflotte durch.   

Änderungen im Fahrplan, Preise steigen leicht an

Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember treten zwei wesentliche Änderungen in Kraft:

  • Die Linie 7 zu den Lahnbergen, die bisher als Ringlinie gefahren worden ist, wird künftig wieder als Pendellinie vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt über Südbahnhof und Richtsberg zu den Lahnbergen fahren. Die Linie 2 fährt dafür aus Richtung Cappel durch die Innenstadt zum Hauptbahnhof und dann über die Panoramastraße zu den Lahnbergen. Bei Bedarf wird die Linie 7 in den frühen Morgenstunden und am Abend auf einen 15-­Minuten-Takt verdichtet. Die Schnellbuslinie 9 auf die Lahnberge wird beibehalten – ebenso wie die stündliche Verbindung von den Lahnbergen über Bauerbach und Ginseldorf zum Hauptbahnhof. Die endet samstags aber am Erlenring. Schüren hofft, damit die gestiegenen ­Kapazitätsanforderungen zu den Lahnbergen zu erfüllen.
  • Nachdem schon die AST-Verkehre nach Schröck und Moischt durch Linienbusse­ ­ersetzt worden sind, werden zum Fahrplanwechsel nun auch die AST-Verkehre nach Wehrshausen, Elnhausen, ­Dagobertshausen und Dilschhausen aufgelöst und wegen der hohen Nachfrage auf ­Linienbusse umgestellt. Damit sind die westlichen Stadtteile bis in den späten Abend an die Kernstadt angebunden. Die Preise für Fahrten im Stadtwerke-Netz werden zum Jahreswechsel leicht erhöht. Zum Tarifwechsel im Rhein-Main-Verkehrsverbund steigt der Preis für ein Einzelticket um fünf Cent und beträgt dann für die Innenstadt beispielsweise 2,20 Euro für Erwachsene.
  • Die Mobilitätszentrale der Stadtwerke lädt am heutigen Samstag von 10 bis 15 Uhr zu einem „Tag der Offenen Tür“ in das neue Gebäude in der Weidenhäuser Straße ein. Die neuen Busfahrpläne liegen hier zur Abholung bereits aus.

von Till Conrad

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