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Viel Einsatz, Engagement und Wissen

25 Jahre Open-Air-Kino Viel Einsatz, Engagement und Wissen

Am Donnerstag startet das Marburger Open-Air-Kino in die neue Saison. Zum 25. Mal sorgen Hubert Hetsch und sein Team in diesem Jahr damit für Kino unterm Sternenhimmel.

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Ein Bild aus der Open-Air-Saison 2016. In diesem Jahr feiern die organisatoren auf der Marburger Freilichtbühne großes Jubiläum.

Quelle: Archivfoto

Marburg. 200 Quadratmeter Leinwand, Platz für knapp 1 300 Zuschauer und das Ganze unter freiem Himmel und mit der großartigen Kulisse des altehrwürdigen Schlosses im Hintergrund – kein Wunder, dass das Open-Air-Kino (OAK) in Marburg seit 25 Jahren viele Fans hat und zu den schönsten Freilichttheatern zählt. Vor die erste Eiswerbung haben die Film- beziehungsweise die Technik-Götter aber erst einmal den Schweiß gesetzt.

Am Mittwoch noch herrschte hektische Betriebsamkeit auf der Schlossparkbühne. Der Hauptprojektor im Vorführraum wollte nicht laufen. Probleme mit der Tontechnik. „Und dann auch noch Sturmwarnung“. OAK-Betreiber Hubert Hetsch warf immer wieder einen bangen Blick in Richtung Leinwand. Die ist 200 Quadratmeter groß und an einem Rahmen mit einer Mittelsäule befestigt. Zwei Gebläse­ sorgen dafür, dass ihr nicht die Luft ausgeht. Bei Sturm helfe nur beten, sagt Hetsch.
Zusammen mit Techniker Jens Meissner vom Cineplex ist er im Vorführraum zugange. Das technische Herzstück des Open-Air-Kinos sind zwei digitale DLP-Projektoren, jeweils 7 000 Watt-Xenon-Licht-stark, erklärt Hubert Hetsch. Auch wenn er immer die Teamarbeit beim OAK hervorhebt, ist er seit 25 Jahren die treibende Kraft. „Viel Einsatz, viel Engagement und auch viel Wissen“, brauche es alljährlich. Jeder Fehler in den Vorbereitungen räche sich.

„Das Wetter macht uns wirklich gigantische Probleme“, sagt der Betreiber des OAK und der Filmkunsttheater im Steinweg. Die Windgeschwindigkeiten auf dem Schlossberg haben sich im Lauf der Jahre vervielfacht. Das habe es zu Beginn in den 1990er-Jahren einfach nicht gegeben. Und die Technik war damals deutlich weniger störungsanfällig. Wenn ein digitaler Projektor heute nicht läuft, dann läuft er nicht. Mit der 35-Millimeter-Technik habe er noch andere Möglichkeiten gehabt, so Hetsch.

Während ein Vorführraum im Innern eines großen Kinos klimatisiert und nahezu staubfrei ist, herrschen auf der Schlossparkbühne andere Verhältnisse. Auch wenn vier Kühl- und vier Abluftsysteme in dem Raum hoch über den Bänken installiert sind, kriecht die Luftfeuchtigkeit überall hin. Der nächste Platzregen fegt über den Schlossberg, der Puls bleibt oben. Trotzdem: „Solange ich das gesundheitlich schaffe, mache ich es noch“, sagt Hubert Hetsch.
Wie viel Begeisterung und Herzblut alle Beteiligten in ihr OAK stecken, ist ihnen anzumerken. Jetzt müssen nur noch die Zuschauer kommen. Im vergangenen Jahr waren es knapp 10 000 – das ist die Marge, die eigentlich erreicht werden muss.

Im Rückblick auf 25 Jahre Open-Air-Kino ist Hubert Hetsch vor allem dankbar für die Zusammenarbeit mit den städtischen Fachdiensten Kultur und Erwin-Piscator-Haus, die von Anfang an mit im Boot gewesen sind. „Ohne deren Engagement würde es die Institution OAK nicht geben.“ Auch Familie Closmann, die das Cineplex und das Capitol betreiben, habe ihn und sein Team immer unterstützt, sagt Hetsch.

Der morgige Eröffnungsfilm hat inzwischen Tradition: „Ziemlich beste Freunde“ markiert einmal mehr den Start in die Saison, die in diesem Jahr bis zum 9. September geplant ist. Der erste Teil des Programms steht bereits und beinhaltet viele OAK-Erstaufführungen wie „Lalaland“ oder „Fifty Shades of Grey“.

Am Samstag, den 17. Juni, läuft der französische Film „Monsieur Pierre geht online“ als OP-Vorpremiere. Im weiteren Verlauf sind auch Klassiker wie „Brave­heart“ und „Titanic“ geplant und zum Geburtstag von Stanley Kubrick im Juli natürlich auch wieder ein Werk des Altmeisters.

Hubert Hetsch ist wichtig, dass es eine ­Mischung aus Arthouse und Mainstream zu sehen gibt; Blockbuster ebenso wie kleine Filmperlen, die so noch einmal ein Publikum erreichen können.
Von Mittwoch bis Samstag läuft während der Saison jeden Abend ein Film – ausgenommen ist die Woche des Stadtfests. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Als besonderes Angebot gibt es in diesem Jahr den Jubiläumspass: Für 25 Euro bekommt man 5 Filme zu sehen. Die regulären Eintrittspreise liegen bei sieben Euro (Kinder bis 12 Jahre sechs Euro) im Vorverkauf und acht Euro an der Abendkasse (ermäßigt sieben Euro).
Bei Überlänge kommt ein Aufpreis hinzu. Alle Informationen und das Programm gibt es im Internet unter www.marburgerfilmkunst.de.

von Nadja Schwarzwäller

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