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Videoüberwachung auf Knopfdruck

Jägertunnel Videoüberwachung auf Knopfdruck

Am Jägertunnel nahe des Hauptbahnhofs könnte eine Videoüberwachung eingeführt werden.

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Von Kommunalpolitikern als „Angstraum“ bezeichnet: der Jägertunnel nahe des Hauptbahnhofs.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Nach den vermehrten sexuellen Übergriffen in der jüngeren Vergangenheit hält die Stadt eine „anlassbezogene Überwachung auf Knopfdruck“ in diesem Bereich für „denkbar“.

Demnach könnten Fußgänger, die den Tunnel zwischen Alter und Neuer Kasseler Straße passieren wollen, die Videokameras an den jeweiligen Eingängen anschalten.

Diese Lösung – das freiwillige Einschalten – könnte dazu führen, dass das auch vom Bundesgerichtshof immer wieder herausgestellte Recht auf informationelle Selbstbestimmung gewahrt bleibt. Um diese Möglichkeit am Jägertunnel umzusetzen, wurde nach Angaben der Stadtverwaltung kürzlich Kontakt zum Hessischen Datenschutzbeauftragten aufgenommen, der erst noch die Zustimmung erteilen müsse, die Antwort stehe noch aus. Im März erleichterte der Bundestag den Weg für die Installation von Videokameras im öffentlichen Raum – auch für die sogenannte intelligente Videoüberwachung, die mit Gesichtserkennungssoftware arbeitet und Bewegungsprofile erstellen kann. In Berlin ist ein Test geplant.

Ein grundsätzlicher Umbau des Jägertunnels, in dessen Nachbarschaft aktuell Wohnhäuser gebaut werden, ist als Bestandteil der Nordstadtentwicklung seit langem geplant. Neben einer Umgestaltung der Eingangsbereiche soll er über neue Beleuchtungsanlagen heller werden. Das Konzept würde außerdem eine Umgestaltung von Boden und Wänden und eine Verschiebung der Rohrleitungen unter die Erde vorsehen.

Das dafür nötige Geld sei für den Haushaltsplan 2018 vorgesehen, teilt die Stadt auf OP-Anfrage mit. Eventuell könne die Einrichtung der Videoüberwachung vorgezogen werden. Mehrere Ortsbeiräte sollen demnächst in die Beratung zu den Vorhaben einbezogen werden.

von Björn Wisker

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