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Überdachung soll vor Regen schützen

Verein "Mobilo" Überdachung soll vor Regen schützen

Auch der Verein „Mobilo“ ist zwar von den städtischen Kürzungen bei Zuschüssen betroffen, ein lange geplanter Anbau wird aber wohl finanziert.

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Bei schönem Sommerwetter ist der Platz vor dem Spiegelslustturm ideal für Kulturevents.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die 50-prozentige Kürzung der bisherigen jährlichen städtischen Fördersumme von 15 000 Euro für das Teilhabeprojekt „Mobilo“ ist für die Verantwortlichen dieses Projekts „nicht nachvollziehbar“. Für die Vereinsvorsitzende Carin­ Götzfried war dies der Anlass, ein Schreiben aufzusetzen, das der OP vorliegt.

„Mobilo“ betreibt das Turm-Café im Kaiser-Wilhelm-Turm (Spiegelslustturm) oberhalb von Marburg, in dem vor allem Kulturveranstaltungen stattfinden. Der Verein ist im Jahr 1997 aus einer Selbsthilfegruppe von psychisch Erkrankten entstanden und hat den historischen Ort und Aussichtsturm nach eigenen Angaben „nach vielen Jahren der Leblosigkeit wieder zugänglich und zu einem attraktiven Ausflugsziel gemacht“. Derzeit sind über den Verein 12 psychisch erkrankte Marburger beschäftigt.

Die Rücknahme der Kürzung ist aber nur eine der Vereinsforderungen. Auch eine Erweiterung der extrem beengten räumlichen Gegebenheiten sei erforderlich. Dazu zähle beispielsweise der Bau einer Personaltoilette und eines Sozialraums sowie die Erweiterung einer Küche und die Schaffung ­eines Lagerraums für Getränke­ und Lebensmittel.

Eines der wichtigen Zukunftsprojekte

Darüber ­hinaus sei die Überdachung eines Teils der Außenanlage eines der wichtigen Zukunftsprojekte, betont Götzfried. Denn auf diese­ Weise könnten besonders im Sommer auch bei Regen größere ­Privatfeiern und Veranstaltungen durchgeführt werden. Diese „größeren Veranstaltungen“ seien für den Verein „lebensnotwendig“, um das immer wieder in den Wintermonaten entstehende Defizit in Grenzen zu halten. Um die schrittweise Umsetzung dieser „existenziell notwendigen Baumaßnahme“ in die Wege zu leiten, sei über das Bauamt ein Antrag auf Finanzierung für den städtischen Haushalt 2017 eingebracht worden. Dieser Antrag sei jedoch vom Kämmerer, Oberbürgermeister Dr. Spies, nicht in den Haushalt übernommen worden.

Doch in dieser Hinsicht kommt wohl jetzt doch noch ­eine positive Botschaft auf den Verein zu. OB Spies sagte gestern auf OP-Anfrage, dass der Magistrat wahrscheinlich für die zweite Lesung kurz vor der Haushaltsverabschiedung eine­
Investitionssumme um die 100 000 Euro in den Haushalt 2017 einbringen werde. Diese Summe würde dann die Realisierung des Außen-Anbaus mit der Überdachung ermöglichen.

Die Einbeziehung dieses Haushaltspostens sei schon bei der Haushalts-Aufstellung angedacht gewesen und nicht wegen des Protestes erfolgt, erklärte Spies. Zunächst aber sei der Magistrat insgesamt wegen des erklärten Ziels der Einsparung eher ­restriktiv vorgegangen.

Doch der Dach-Anbau sei notwendig, meinte Spies: „Dass das kommen musste, war klar“. Das „Mobilo“-Projekt sei vor allem wegen der Integration von psychisch Kranken auf den Arbeitsmarkt erfolgreich und förderwürdig.

In Sachen Kürzung des Zuschusses gebe es noch einmal einen Gesprächstermin mit „Mobilo“, sagte Spies. Jedoch sei im Vorfeld die finanzielle­ Situation des Trägers prinzipiell schon überprüft worden. Oberste Priorität sei wie bei den Kürzungen bei anderen Sozial­initiativen auch in diesem Fall die Maßgabe, dass durch die Einsparungen nichts kaputtgehen solle, betonte der OB.

von Manfred Hitzeroth

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