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Uni will den Klimaschutz intensivieren

Weniger Kohlendioxid Uni will den Klimaschutz intensivieren

Die Uni will ein Klimaschutzkonzept in Auftrag geben, um die CO2-Bilanz weiter zu verbessern.

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Der Chemie-Neubau trägt zu einer deutlichen Verbesserung der Klimabilanz an der Universität bei. Der Verbrauch an Heizenergie sank gegenüber dem Chemie-Altbau um ein Drittel.

Quelle: Thorsten Richter (Archiv)

Marburg. In Sachen Klimaschutz erhält die Marburger Universität jetzt Unterstützung aus dem Bundesumwelministerium. Ein Zuschuss in Höhe von rund 48 000 Euro ermöglicht die Erstellung eines umfassenden Klimaschutzkonzeptes, teilte die Marburger Uni-Pressestelle mit. Im Rahmen der 2008 initiierten Nationalen Klimaschutzinitiative werden soziale, kulturelle und öffentliche Einrichtungen gestärkt, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemission leisten.

„Wir wollen jetzt ein Beratungsbüro suchen, das schon Klimaschutzkonzepte für Städte oder Hochschulen erstellt hat“, erläutert Dr. Eckhardt Diehl, als Dezernent für Gebäudemanagement und Technik auch für den Klimaschutz zuständig.

Dieses Büro soll dann spätestens in einem Jahr ein detailliertes Konzept für die Uni Marburg vorlegen, in dem messbare Einsparungsziele für die kommenden 20 Jahre aufgestellt werden.

Dabei ist die Universität in den vergangenen Jahren schon in Vorleistung getreten. Im Wintersemester 2009/2010 war das Projekt „CO2-neutrale Philipps-Universität“ ins Leben gerufen worden. Die Vorhaben zur Erreichung dieses ambitionierten Ziels sind vielfältig. So soll Energie gespart werden – einerseits durch bewussteres Nutzerverhalten, andererseits durch die Sanierung der Universitätsgebäude und energieeffizientere Neubauten. Als Zwischenziel war damals von der Uni-Leitung vereinbart worden, den Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2) bis 2020 auf die Hälfte zu reduzieren. Mittlerweile kam die erste Erfolgsmeldung sogar schon einige Jahre eher, wie Uni-Gebäudedezernent Diehl der OP auf Nachfrage erläuterte.

Die Philipps-Universität erstreckt sich auf mehr als 110 Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 385 000 Quadratmetern. Entsprechend hoch ist der Energiebedarf, heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschule. Rund 44 000 Tonnen betrug der CO2-Ausstoß im Jahr 2008, davon entfielen 37 500 Tonnen auf den Gebäudebereich. Der Rest entfiel laut Diehl unter anderem auf den umfangreichen Fuhrpark der Philipps-Universität und die teilweise veraltete Infrastruktur des Heizwerks auf den Lahnbergen. Im Jahr 2015 betrugen die CO2-Emissionen noch 21 864 Tonnen und somit um mehr als die Hälfte weniger als sieben Jahre zuvor. Als mitentscheidend für die deutliche Verbesserung bei der Energieeffizienz nannte Diehl den Ersatz des Altbaus Chemie durch den Chemie-Neubau. Dadurch sei der Verbrauch an Heizenergie um ein Drittel reduziert worden. Zudem habe auch der ausschließliche Bezug von Ökostrom durch die Universität für einen geringeren CO2-Ausstoß  gesorgt.

Optimierungspotenzial soll analysiert werden

Grundlage für gezielte und langfristige Projekte zur Senkung der CO2-Emissionen an der Uni soll jetzt eine differenzierte Energie- und Treibhausgasbilanz sein. Schon bisher wurden sämtliche Gebäude der Universität mit ihrem Strom-, Wärme- und Kälteverbrauch einzeln erfasst, erklärt Diehl. Auf dieser Grundlage sollen in dem Klimaschutzkonzept nun Optimierungspotenziale analysiert und weitere Schritte abgeleitet werden.

Mit in die Betrachtung einbezogen wird aber auch der Bereich Mobilität, der einen erheblichen Anteil an den Emissionen aufweist. Denn immer noch fahren sehr viele Uni-Angehörige mit dem Auto zur Arbeit. So könne beispielsweise darüber nachgedacht werden, ob nicht für die mehr als 26 000 Studierenden, sondern auch für die 4 000 Uni-Mitarbeiter im „Call a Bike“-Projekt Fahrräder genutzt werden können. Auch über die Einführung eines Jobtickets für die Uni-Beschäftigten müsse man nachdenken, sagte Diehl. Für Mitarbeiter des Dezernats Gebäudemanagement und Technik stehen bereits acht E-Bikes für Dienstfahrten zur Verfügung. Im Botanischen Garten und im Fahrdienst sind die ersten Elektrofahrzeuge im Einsatz. Teil des Klimaschutzplans ist außerdem ein verfeinertes, auf die Bedürfnisse der Universität zugeschnittenes Konzept zur Erfassung, Dokumentation und Auswertung von Verbrauchsdaten.

Nicht nur die zuständige Fachverwaltung der Uni, sondern auch alle Angestellten und Studierenden sollen in aktuelle und mögliche Klimaschutz-Aktivitäten eingebunden  werden, meint Diehl. Ziel der Universität sei schließlich nicht nur ein eigener Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes, sondern zugleich die Ausübung einer Vorbildfunktion. Studierende sollten Aspekte des Klimaschutzes später auch in die berufliche Praxis mitnehmen.

von Manfred Hitzeroth

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