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Umweltzone erregt die Gemüter

Einhaltung der Regel wird kontrolliert Umweltzone erregt die Gemüter

Ein Jahr nach Einführung der Umweltzone in der Universitätsstadt sorgen deren Auswirkungen – eine kaum verbesserte Luftqualität – für eine Debatte in den sozialen Medien. Eine Auswahl.

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Zentraler Bestandteil der Umweltzone: die Universitäts- und Gutenbergstraße, wo eine Messstation seit Jahren die Luftqualität misst.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Meine persönliche Bilanz: Ich habe ein paar Jahre in der Oberstadt gelebt. Und morgens, wenn die Fahrzeuge­ zum Anliefern kamen, gab es immer diesen fiesen, sauren Dieselgestank, weil Marburg­ noch immer alle Plaketten ­akzeptiert hatte. Ich bin froh für alle Anwohner der Innenstadt über die Umweltzone“, schreibt Pascal Gluth auf dem OP-Facebookkanal.

„Mir als Laie ist nicht so ganz klar wie die Abgase des B-3-Verkehrs die Beschilderung wahrnehmen und aus der Stadt bleiben“, schreibt Frank Gnau.

„Für mich ist diese ganze Umweltzonendebatte höchstens für die Automobilindustrie eine­ sinnvolle Sache, die jetzt an den ganzen Autos verdient, die neu gekauft werden müssen. Da es durch die Umstellung noch nicht mal die erhoffte Luftverbesserung gibt, frage ich mich inwiefern der Name Umweltzone überhaupt gerechtfertigt wird, angesichts der Müllproduktion und des Energieverbrauchs, die mit dem Umstellen auf neuere Modelle entsteht“, schreibt Freddy Nixdorf.

Wie die Stadtverwaltung zuletzt mitteilte, hat sich zwar die Feinstaubbelastung reduziert, bei den schädlichen Stickoxiden tat sich im Laufe der vergangenen Monate jedoch fast nichts.

„Dass eine Umweltzone wenig bringt, hätte man sich nach den Erfahrungen anderer Städte denken können“, schreibt ­Regina Neumann. „Kann mir bitte mal jemand erklären, warum die Stickstoffdioxide, die ja an der Unistraße gemessen werden, am 3. April nachts um 1 Uhr bei 36,8 gemessen wurden, um 11 Uhr dagegen nur 22,3? Und was ist mit der Messstelle Gutenbergstraße? Warum werden deren jährliche Werte nicht publiziert? Sind sie so niedrig, dass man mit ihnen keine Politik machen kann? So einfach scheint mir alles nicht zu sein“, ergänzt sie in ihrem Leserbrief.

Kontrollen, auf die 2016 verzichtet wurde, gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung seit dem 1. Januar dieses Jahres. Die Anfragen nach und Anträge auf Ausnahmegenehmigungen – Infos und Formulare finden sich auf der Homepage der Stadt – seien zuletzt gestiegen, sagt Philipp Höhn von der städtischen Pressestelle.

„Vielleicht sollte das Ordnungsamt einen Dauerkassierer unter die Bahnhofsbrücke stellen. So viele Lkw‘s, die ohne Plakette zum Zoll fahren. Da könnte es sich schon rechnen. Oder das Zollamt muss umziehen“, schreibt Andreas Karber.
Gießen will indes als sechste hessische Stadt mit der Einrichtung einer Umweltzone nachziehen, spätestens zum 1. Januar 2018.

von Björn Wisker

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