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BUND: Umbenennung führt zu mehr Verkehr

Stadtautobahn BUND: Umbenennung führt zu mehr Verkehr

Bevor das Bundesverkehrsministerium über eine mögliche Aufwertung der B3 zu einer Stadtautobahn entscheidet, kann noch einige Zeit ins Land gehen.

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Die Marburger Stadtautobahn soll nach dem Willen von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) zur Autobahn werden. Der BUND formuliert dagegen Bedenken.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Die Anbindung eines Wirtschaftsstandortes an eine Autobahn ist für potentielle Investoren von erheblicher Bedeutung“, glaubt Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Oft erfolge bei Investoren aber keine Prüfung der realen Straßenanbindung, sondern der formalen Ausweisung einer Autobahn.

BUND fordert genaue "Folgenabschätzung"

Spies hatte sich schon Anfang vergangenen Jahres öffentlich für eine Aufwertung der vierspurig ausgebauten B3 zwischen Niederweimar und Lollar zu einer Autobahn stark gemacht und den formellen Antrag im Sommer 2016 beim Hessischen Verkehrsministerium gestellt - ohne eine formellen Beschluss des Stadtparlaments einzuholen oder die Bürger in dieser Frage zu beteiligen. Kritik kommt nun vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Der Kreisverband Marburg-Biedenkopf schreibt in einem Brief an die Fraktionen im Stadtparlament, dass ein solcher Schritt einer genauen „Folgenabschätzung“ bedürfe. Insbesondere fürchtet der BUND, dass bei einem Ausbau der A49 bis Stadtallendorf und einer durchgehenden Autobahn von Cölbe bis Lollar der Druck auf diese neue Verbindung deutlich wachsen würde: Der neue Streckenabschnitt sei nicht länger als die Verbindung über A49 und A5 zum Gießener Nordkreuz und zudem für den Schwerverkehr deutlich attraktiver, weil er entlang der Täler von Ohm und Lahn führe und somit kaum Steigungen aufweist.

Sorge um wachsende Lärmbelastung

Der BUND befürchtet weiter steigende Lärmbelastung, weiter steigende Belastung mit Luftschadstoffen bei bekanntermaßen bereits bestehender Überlastung mit gesundheitsschädlichem Luftstickstoff und eine Beeinträchtigung der Verteilerfunktion der „Stadtautobahn“ für den innerstädtischen Verkehr bei einer zunehmenden Inanspruchnahme durch den überörtlichen Verkehr. Er bittet deswegen die Fraktionen im Stadtparlament, sich der Sache anzunehmen.

Verkehrsministerium fordert Beschluss der Stadtverordneten

Auch das Hessische Verkehrsministerium fordert, so lässt sich der Antwort von Spies auf eine OP-Anfrage entnehmen, einen förmlichen Beschluss des Stadtparlaments, um den Antrag ans Bundesverkehrsministerium weiterzuleiten. Zudem sei die Zustimmung der Kreise Gießen und Marburg-Biedenkopf sowie der Gemeinden Weimar und Fronhausen sowie der Städte Staufenberg und Lollar notwendig.

Spies jedenfalls hat keine Sorge, dass eine Umbenennung mehr Verkehr nach sich ziehen würde: „Die Straße wird nicht verändert, ihre regionale Funktion und Leistungsfähigkeit ist allgemein bekannt und die erforderlichen Abwägungen zur A49 Borken-Stadtallendorf-Kirtorf mit dem bekannten Ausbaugrad sind erfolgt.“

von Till Conrad

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