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Top-Ärztin wechselt von Frankfurt nach Marburg

Professorin Katharina Holzer Top-Ärztin wechselt von Frankfurt nach Marburg

Im Sommer hatte sich die Frankfurter Uniklinik über das gute Abschneiden auf der Bestenliste der Zeitschrift Focus „Deutschlands Top-Ärzte“ gefreut.

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Professor Harald Renz (von links) stellte Professorin Katharina Holzer im Beisein von Dr. Sylvia Heinis vor.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Unter den 31 darin aufgenommenen Medizinern der Goethe-Uni war auch Professorin Katharina Holzer – in der Rubrik Schilddrüsenchirurgie. Seit dem 1. Oktober ist sie am Universitätsklinikum Marburg als Leiterin der Sektion Endokrine Chirurgie der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Zudem übernahm sie die W2-Professur für Endokrine Chirurgie an der Philipps-Universität Marburg.

„Wir sind froh, dass wir Katharina Holzer gewinnen konnten. Sie hat in Frankfurt studiert, war an renommierten Forschungszentren in München und den USA. Seit 2003 hat sie die Endokrine Chirurgie am Uniklinikum Frankfurt vertreten. Zuletzt war sie dort stellvertretende Direktorin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Sie hat sich hervorgetan durch hochmoderne Methoden wie minimalinvasive Chirurgie“, unterstrich Professor Harald Renz, Ärztlicher Geschäftsführer des Uniklinikums Marburg. Endokrine Chirurgie, das ist Hormon- und Drüsenchirurgie, erklärte Renz. In Marburg sei Endokrinologie, also die Beschäftigung mit den Drüsen, welche die von ihnen produzierten Stoffe, die Hormone, nach innen in den Körper direkt ins Blut abgeben, ein großes Thema.

Ein Schwerpunkt liege dabei auf neuroendokrinen Tumoren, vor allem solchen im Magen-Darm-Trakt. Besonderheiten seien unter anderem eine eigene Professur für hormonelle Störungen und das Hypophysenzentrum, das sich mit diesem übergeordneten Steuerungszentrum für die hormonellen Drüsen befasst. „Wir sind sehr breit und interdisziplinär in der Endokrinologie aufgestellt und dachten uns, das müssen wir auch aufseiten der Chirurgie stärken“, fuhr Renz fort.

Dr. Sylvia Heinis, Verwaltungsleiterin des Uniklinikums Marburg, ergänzte: „Schilddrüsenchirurgie ist schon seit vielen Jahrzehnten ein Schwerpunkt in Marburg, diesem Diamanten verleihen wir mit Katharina Holzer eine neue Facette. Sie wird flankiert von weiteren Experten, was sinnvoll ist, um Patienten sagen zu können, welche Therapie, ob Operation, Nuklearmedizin oder auch keine, die zuträglichste für sie ist. Katharina Holzer hat eine sehr breite Expertise über viele Jahre, das ist für unsere Patienten ein sehr großer Zugewinn.“

Holzer führte aus, dass in Deutschland durch den jahrhundertelangen Jodmangel viele Patienten an gutartigen Schilddrüsenerkrankungen wie einem Kropf litten, aber es auch viele bösartige Tumore gebe. „Früher wurden in Deutschland bis zu 100 000 Schilddrüsen im Jahr operiert, das war zu viel. Jetzt sind es etwa 80 000“, sagte sie. Heute operiere man nicht mehr alles, es gebe „Tumor­boards“, in denen die verschiedenen Tumore zunächst besprochen würden.

„Kleine, aber feine lebensnotwendige Organe“

Auch die Nebenschilddrüsen können sich vergrößern und die Nebennieren können gut- und bösartige Karzinome bilden, fuhr Holzer fort, und schließlich habe sich die Zahl der neuroendokrinen Tumore in den vergangenen 20 bis 30 Jahren verfünffacht. „Aber da ist noch unklar, ob das einfach nur an der verbesserten Diagnostik liegt“, sagte sie.

„Es sind kleine, aber feine und lebensnotwendige Organe, um die sich ein Netzwerk von Ko­operationspartnern an der Klinik kümmert. Ich empfinde das als eine ‚endokrine Wiege‘. Ich habe hier ein Team so vieler Leute, die sich für diese Themen interessieren“, sagte Holzer.

Seit Oktober habe sie bereits 35 Operationen vorgenommen. Die können von einer Dreiviertelstunde bis zu sechs bis acht Stunden dauern, bei neuro­endokrinen Tumoren zum Beispiel, die sehr klein sein können, sagte Holzer. „Es dauert so lange, wie es dauert. Das ist nicht schlimm für die Patienten, die Narkosen werden heute recht gut vertragen. Aber Sorgfalt ist wichtig“, betonte sie.

Für die Arbeit hält sie sich fit mit Sport, fährt gerne Rad und Mountainbike sowie Ski und wandert. Aber die Ärztin, die aus Frankfurt stammt, in München aufgewachsen ist und sich als „bayerisch-hessisches Gewächs“ bezeichnet, mag auch alles mögliche lesen. In Marburg hat sie nur eine kleine Zweitwohnung, da ihr Mann sein ­Büro in Frankfurt hat.

von Manfred Schubert

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