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„Tierquälerei gibt es bei uns nicht“

Zirkus "Charles Knie" „Tierquälerei gibt es bei uns nicht“

Tanzende Pferde, salutierende Ferkel, fliegende Artisten und Enten, welche sich nach Farben sortieren, all das bietet das aktuelle Programm des Zirkus „Charles Knie“, benannt nach der Schweizer Zirkusfamilie.

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César Pindo mit seiner spektakulären Nummer.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Wir sind sehr glücklich darüber, unseren Gästen Artisten und Tiervorführungen auf höchstem europäischem Niveau anzubieten, so wie es das in den 25 Jahren, die dieser Zirkus existiert, noch nicht gegeben hat,“ freute sich Pressesprecher Patrick Adolph.

Tanzende Pferde, salutierende Ferkel, fliegende Artisten und Enten, welche sich nach Farben sortieren, all das bietet das aktuelle Programm des Zirkus „Charles Knie“, benannt nach der Schweizer Zirkusfamilie.

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Auch wenn die Mittagsvorstellung noch nicht ganz so gut besucht war wie jene am Abend, klatsche und lache das Publikum doch mit. Vor allem die Artisten und Zwergschweinchen begeisterten Jung und Alt. Allerdings blieb auch im belüfteten Zelt die Hitze des Tages spürbar, einer der Umstände, den eine kleine Gruppe an Tierschützern am Eingang der Veranstaltung kritisierte.

„Es ist ja für uns schon nach ein paar  Minuten hier unerträglich, aber für die Tiere natürlich um so schlimmer, die sich in den beengten Verhältnissen ohnehin nicht ausleben können. Aus diesem Grund treten wir von Peta für die Abschaffung von Tierveranstaltungen ein“, empört sich Aktivist Wolfgang Penzler, der anschließt: „Mittlerweile erhalten solche Tierzirkusse in 85 Städten Deutschlands schon keinen Zutritt mehr und Herr Spieß hatte mir das vor der Wahl auch noch so zugesagt.“

Zustimmung für den Protest gab es auch von anderen Demonstranten: „Es gibt ja genug tierfreie Vorführungen, aber Kamele und Zebras gehören nicht hier her und auch die Haustiere werden schlichtweg gequält, um das mitzumachen“, so Cora Bädke von der Tierrechtsgruppe Gießen.

„Völliger Quatsch, Tierquälerei gibt es bei uns nicht“, meint hingegen Patrick Adolph und verweist auf die Rechtslage. „Wir halten uns an alle Vorgaben, auch der Veterinär gab grünes Licht und unabhängige Studien
konnten keine Tierquälerei in Zirkussen wie unserem nachweisen, jeder kann sich unsere Tiere ansehen und wir verjagen auch keine Demonstranten.“

In der Tat machen Schweine, Pferde und Zebras weder einen verängstigten noch anderweitig angegriffenen Eindruck, viel Platz gibt es aber naturgemäß nicht. Der Hitze begegnet der Zirkus mit Wasserwannen zum suhlen und trinken. Elefanten, deren Zirkushaltung aufgrund der Erziehungsmethoden und
ihrer Größe besonders umstritten ist, beherbergt „Charles Knie“ derzeit nicht.

„An diesem Fall zeigt sich die Ahnungslosigkeit vieler Tierschützer, die nur emotional und ohne Faktenwissen argumentieren. Das Führen der viel kritisierten Elefantenhaken ist etwa gesetzlich vorgeschrieben, aber deren Haltung im Zirkus geht ohnehin zurück, da keine mehr zu diesem Zweck importiert werden dürfen“, erklärt Adolph. Darüber hinaus lohne das auch immer weniger, weil die Kosten für einen Elefant im „niedrigen sechsstelligen Bereich“ anzu­siedeln seien.

von Marcus Hergenhan

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