Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 8 ° Regen

Navigation:
Straßensperrungen in der Innenstadt

Umbau Allianzhaus Straßensperrungen in der Innenstadt

Der aufwendige Umbau des Geschäftshauses in der Universitätsstraße/Ecke Gutenbergstraße wird Verkehrsänderungen zur Folge haben.

Voriger Artikel
300 Frauen demonstrieren für mehr Rechte
Nächster Artikel
Mehr Recht auf Mitbestimmung

Die Gutenbergstaße wird möglicherweise für zwei Wochen gesperrt. Der Gehweg am Allianzhaus wird auf jeden Fall gesperrt. Das Haus soll aufwändig saniert werden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Das ehemalige Allianzhaus „mitten im Herzen der Stadt“ wird nach dem aufwändigen und seit Jahren überfälligen Umbau ein Gewinn für das Stadtbild werden, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) am Mittwochabend vor rund hundert Teilnehmern der Informationsveranstaltung.

Die Werner Projektentwicklung GmbH aus Fulda, die für das Unternehmen Tegut Gebäude baut, erwartet in Kürze die Genehmigung ihres Bauantrags. Dann will sie bis zum 2. Quartal 2019 aus dem Gebäude ein modernes Einkaufszentrum machen. Hauptmieter wird Tegut bleiben, hinzu kommen unter anderem die Geschäfte Aldi Nord und die Drogerie DM (die OP berichtete). Im Dachgeschoss soll ein Bed-and-Breakfast-Hotel einziehen. Weitere Mieter wollte Klaus Diegelmann von der Werner-Gruppe nicht mitteilen, da die Verträge noch nicht unterzeichnet seien. Schwerpunkt der Info-Veranstaltung im Stadtverordnetensitzungssaal war die Darstellung der einzelnen Bauphasen und der Verkehrsplanung.

Phase 1: Bereits in dieser Woche wurden die Fahrradständer vor dem Haupteingang an der Universitätsstraße abgebaut und zwei Bäume gefällt, um die Baustelle einzurichten. Den Abbau kritisierten Bürger, auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) räumte ein, dass diese Fahrradständer rege von Besuchern der Innenstadt genutzt werden. Ab dem 13. März wird der Gehweg gesperrt, damit der Teil, in dem früher ein McDonald‘s-Restaurant war, entkernt wird.

Gutenbergstraße wird eventuell gesperrt

Phase 2: Das frühere Wäscherei-Gebäude an der Ecke Gutenbergstraße/Schulstraße wird abgerissen. Diese Arbeiten sollen nur in den Osterferien stattfinden, um die benachbarte Otto-Ubbelohde-Schule nicht zu beeinträchtigen, insbesondere aus Rücksicht gegenüber den Grundschülern.  

Gas- und Wasserleitungen müssen vom Privatgelände in die Universitätsstraße verlegt werden. Vom 1. bis Ende April soll dafür ein Fahrstreifen in der Universitätsstraße gesperrt werden. Die Fahrtrichtung der Schulstraße soll ab April bis zum Ende der Bauzeit 2019 umgekehrt werden: Das heißt, die Einbahnstraße geht dann in Richtung Wilhelmstraße. Der Gehweg Gutenbergstraße/Ecke Schulstraße wird gesperrt, ebenso das untere Parkdeck des Geschäftshauses.

Tegut findet keinen Ausweich-Standort

Phase 3: Ein Szenario, das Diegelmann vermeiden möchte, aber zunächst eingeplant ist: Aufgrund der Verlegung von Leitungen muss die Gutenbergstraße für den Verkehr vom 22. April bis 6. Mai gesperrt werden. Anlieger könnten von der Schulstraße bis in Höhe des Schuhladens Steinmetz fahren, erklärte Harald Schröder, Chef der Straßenverkehrsbehörde. Wie man dann dort wenden könnte, fragte ein Bürger. „Das ist schwer“, räumte Schröder ein.   „Wir sind derzeit mit den Stadtwerken Marburg auf der Suche nach Lösungen, um die Folgen der Phasen 2 und 3 zu vermeiden“, sagte Diegelmann der OP.

Phase 4: Ab dem 17. April sollen das Gebäude eingezäunt und die Vordächer abgebaut werden. Erdarbeiten finden entlang der Fassade statt und Abdichtungsarbeiten entlang der Kellerwand. Dadurch müsse zeitweise die Gutenbergstraße eingeengt werden. Der Gehweg obere Gutenbergstraße bis Universitätstraße wird gesperrt. Der Fußweg in der Schulstraße wird bis zur Zufahrt zum Parkdeck ab dem 17. April gesperrt.

Das Parkhaus wird ab dem 15. Mai komplett geschlossen. Der Gehweg in der Gutenbergstraße wird im Mai und Juni abschnitts- und zeitweise weiter gesperrt. Der Gehweg in der Schulstraße wird bis zum Schulhofzugang gesperrt.

Phase 5: Die Baustelleneinrichtung wird auf dem früheren Gehweg in der Gutenbergstraße entlang des Tegut-Geschäftshauses weiter ausgeweitet. Am 31. Mai schließt der Tegut-Markt für ein Jahr. Bislang sei keine Lösung für einen provisorischen Alternativstandort gefunden worden, sagte Diegelmann. Im Gespräch sei der – meist leer stehende – Uni-Parkplatz in der unteren Gutenbergstraße gewesen. Doch dieser Plan habe sich zerschlagen.

Phase 6: Im Juni erfolgen der Rückbau der Betonfassade entlang der Universitätsstraße und der Kranaufbau. Für die Kräne wird wenig Platz sein, hieß es. Je ein Kran wird in der Uni- und Gutenbergstraße aufgestellt, zwei weitere im Gebäude. In der Universitätsstraße wird eine Fahrbahn inklusive des Gehwegs vor dem Allianzhaus gesperrt.

Phase 7: In den Sommerferien beginnen die Arbeiten so „richtig“: Die Parkhaus-Spindel wird abgerissen. Die Schulstraße wird ab Juli halbseitig gesperrt. Die Stadt möchte den letzten Teil der Universitätsstraße sanieren, wann dies beginnt, sagte Kahle nicht. Die Fertigstellung des neuen Einkaufzentrums mit Parkhaus ist für das 2. Quartal 2019 geplant. Die Eigentümer planen, einen Wettbewerb für den Namen des Hauses zu starten.

Die Stadt geht davon aus, dass der Verkehr während der Bauarbeiten abnehmen wird, da das Parkhaus abgebaut wird. Eine längere Debatte entbrannte zum Thema Radverkehr in der Schulstraße. Mehrere Zuhörer fragten, ob der Radverkehr eingeschränkt werde. Schröder verneinte dies und erklärte, dass für Radfahrer die Einbahnstraßenregelung in der Schulstraße aufgehoben werde und sie außerdem wie bisher auch auf dem Radweg fahren können. Bauamtsleiter Jürgen Rausch verwies darauf, dass der Radweg für viele Teil der Radstrecke bis zum Schulzentrum in der Leopold-Lucas-Straße sei. Schnelle Radfahrer sollten die Straße nutzen, Kinder den Radweg, empfahl Schröder.

Eine Mutter kritisierte, dass kein Radfahrer vor dem Zebrastreifen an der Schule halten werde und diese neue Verkehrssituation für Kinder gefährlich sei. Schulleiter Udo Damtsheuser wurde deutlicher: Bereits jetzt sei die Situation vor der Schule für Kinder schwierig, es sei mehrmals fast zu Unfällen gekommen. Wenn von beiden Fahrtrichtungen nun Autos kommen, werde dies schwieriger. „Am Zebrastreifen hält ein Radfahrer nie an.“ Spies kündigte als Kompromiss an, Hilfspolizisten einzusetzen. Lastwagen sollen zudem die Baustelle in der Zeit von 7.45 bis 8.15 Uhr nicht anfahren.

von Anna Ntemiris

Standpunkt: Sicherheit der Kinder geht vor

Auch wenn die Radfahr-Lobby in Marburg noch so laut aufschreit: Die deutliche Mahnung des Leiters der Ubbelohde-Schule und die verzweifelten Fragen der Eltern sollten die Stadt aufhorchen lassen. Es kann nicht sein, dass die Bequemlichkeit der Radfahrer Vorrang vor der Sicherheit der Kinder hat. Wenn die Schule sagt, dass bereits jetzt schon Beinahe-Unfälle vor der Schule registriert werden – was wird, wenn Radfahrer auf beiden Straßen-Fahrtrichtungen und dem Radweg fahren dürfen? Die Idee des OB, Hilfspolizisten abzustellen, ist gut. Noch besser wäre: den Radverkehr in der Bauzeit zu beschränken.

von Anna Ntemiris

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Allianzhaus
Das Architekturbüro Reith, Wehner, Storch aus Fulda hat diese Visualisierung vorgelegt und der OP zur Verfügung gestellt. Deutlich zu erkennen ist, dass das Gebäude nach dem Umbau das Straßenbild an der Ecke Universitätsstraße/Gutenbergstraße sowie Schulstraße verändern wird. Welche Geschäfte außer Tegut einziehen, stehe noch nicht fest.

Rund 100 interessierte Bürger, darunter zahlreiche Gewerbetreibende, informierten sich am Dienstagabend im Stadtverordnetensitzungssaal über das geplante Einkaufszentrum.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr