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Stötzel soll Marburger Bürgermeister werden

CDU-Nominierung Stötzel soll Marburger Bürgermeister werden

Wieland Stötzel (CDU, 38) soll ab 1. Oktober Bürgermeister von Marburg und damit Nachfolger von Dr. Franz Kahle (Grüne, 57) werden.

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Wieland Stötzel soll nach dem WIllen der CDU neuer Marburger Bürgermeister werden.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Der Vorstand der Marburger CDU hat den bisherigen Fraktionsvorsitzenden für das Amt des Bürgermeisters nominiert. Das teilte Parteichef Dirk Bamberger am Freitagabend während eines Ehrungsparteitags mit. Bürgermeister und Stadträtin sollen am 30. Juni gewählt werden. Am 30. September laufen die Amtszeiten von Bürgermeister Dr. Franz Kahle und Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) aus. Voraussetzung für die Wahl von Stötzel zum Bürgermeister ist, dass es bei der sich abzeichnenden Zusammenarbeit von SPD, CDU und „Bürgern für Marburg“ im Stadtparlament bleibt.

Stötzel sagte nach seiner Nominierung, seine Partei wolle „gestärkt aus den Jahren der Mitverantwortung“ hervorgehen. Ob er selbst aus dem Bürgermeisteramt heraus 2021 als Kandidat für die Oberbürgermeister-Direktwahl antritt, ließ der Jurist im Gespräch mit der OP offen. Stötzel war von 2006 bis 2011 Mitglied des ehrenamtlichen Magistrats und ist seit 2011 Stadtverordneter, seit 2013 Fraktionsvorsitzender. Über die künftige Dezernatsverteilung im hauptamtlichen Magistrat sei mit der SPD noch nicht geredet worden, sagte Stötzel der OP. Er ließ durchblicken, dass er gerne wie sein Vorgänger, Amtsinhaber Dr. Franz Kahle, das Baudezernat führen würde. Stötzels Nachfolger als Fraktionsvorsitzender soll Roger Pfalz werden.

von Till Conrad

 
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Der neue Gegenspieler

Das ist die Chance, auf die die CDU lange warten musste: Die SPD teilt die Macht im Rathaus mit den Christdemokraten, die sich nun bis zur nächsten Wahl 2021 als bessere Alternative für Marburg profilieren können. In Wieland Stötzel schickt die CDU nun einen Mann in den Magistrat, der trotz seiner erst 38 Jahre über reichhaltige Erfahrung in der Kommunalpolitik verfügt. Ähnlich wie Franz Kahle das derzeit ist, wird auch Oppositionsführer Stötzel auf seine Weise im Magistrat ein Gegenspieler sein, an der sich Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) abarbeiten muss.

Jurist Stötzel wird, auch wenn er selbst das so nicht unterschreiben würde, zum eher konservativeren Flügel der Christdemokraten gerechnet. Diese Verortung des politischen Standpunkts ist für die Regierungsarbeit der künftigen SPD/BfM/CDU-Koalition wichtiger als man zunächst vermutet: Ein Bündnis, das sich selbst das Thema „Haushaltssanierung“ als wichtigste gemeinsame Aufgabe verordnet, hat sich noch lange nicht darauf geeinigt, ob dieses Ziel etwa durch weitere Zuwendungskürzungen im Sozialbereich, Abstriche in der kommunalen Umweltpolitik oder sparsamere Verwaltungsführung erreicht werden soll.  Haushaltspolitik ist eben eine Frage der politischen Haltung.

Und natürlich steht Marburg vor großen Zukunftsaufgaben: die Neuregelung des Verkehrs in der Nordstadt nach der (nun verschobenen) Eröffnung der Universitätsbibliothek, die Entscheidung über zentrumsnahe Parkplätze oder die Schaffung dringend benötigten preisgünstigen Wohnraums.  

In den beiden erstgenannten Themenfeldern zumindest lagen SPD und CDU in der Vergangenheit weit auseinander.  Da wird spannend sein zu erleben, ob Stötzel und Spies eine Fähigkeit entwickeln, die sie als gelernte Oppositionspolitiker (Stötzel im Stadtparlament, Spies im Landtag) bisher nicht brauchten, ohne die sie als wichtigste Vertreter des kommenden Regierungsbündnisses aber nicht auskommen werden: Kompromissfähigkeit.

von Till Conrad

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