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Stadt setzt Zeichen gegen Diskriminierung

Gedenken an deportierte Sinti und Roma Stadt setzt Zeichen gegen Diskriminierung

Es ist 74 Jahre her, dass am 23. März 78 Angehörige der Sinti und Roma aus Marburg deportiert wurden.

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Einen Kranz befestigten Renaldo Strauß (von rechts), OB Dr. Thomas Spies und Detlef Ruffert, der Vorsitzende des Kreistags, zum Gedenken am alten Landratsamt.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Zum Gedenken an die Menschen und als Zeichen, dass „Diskriminierung  immer ein Verbrechen und in dieser Form erbärmlich ist“, wie Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies betonte,  lud die Stadt zu einer Gedenkfeier am alten Landratsamt in der Oberstadt ein.

„Es ist ein ebenso finsteres Kapitel wie alle Verfolgungen unter dem Regime der Nationalsozialisten“, sagte der OB. „Doch es ist ein besonderes Kapitel. Denn in der Nachkriegszeit hat es sehr lange gedauert, bis wir angefangen haben, uns diesen Teil der Geschichte bewusst zu machen.“ Bis heute würden Sinti und Roma diskriminiert, viele Menschen wollten keine Angehörigen dieser Gruppe als Nachbarn haben. „Deswegen ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen gegen Diskriminierung.“

Renaldo Strauß, stellvertretender Geschäftsführer des Landesverbands der Sinti und Roma in Hessen, erzählte von seinem Vater. Der wurde als 17-Jähriger aus Cölbe abtransportiert und über Marburg nach Auschwitz deportiert. „Das geschah nicht heimlich, sondern in aller Öffentlichkeit.“ Er rief dazu auf, zusammenzustehen: „Denn Rassismus kann zur Grundlage für Völkermord werden.“

von Patricia Grähling

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