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Stadt baut Sicherheit auf vier Säulen

Behörden Stadt baut Sicherheit auf vier Säulen

In Jugendamt, Ausländerbehörde oder dem Sozialamt geht es oft an die Existenz der Menschen. Übergriffe auf die Behördenmitarbeiter sind dort kein neues Phänomen, heißt es aus dem Rathaus.

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Im Stadtbüro in der Frauenbergstraße sollen zu den Sprechzeiten bis zu vier Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes für die Sicherheit der Behördenmitarbeiter und -besucher sorgen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Anfang der vergangenen Woche hat ein 28-Jähriger im Jugendamt Pfaffenhofen (Bayern) über fünf Stunden lang eine Behördenmitarbeiterin als Geisel genommen, bis er von einem Polizisten überwältigt wurde. Auch in den Behörden der Stadt Marburg komme es gelegentlich zu Übergriffen, das sei „kein neues Phänomen“ teilt Birgit Heimrich von der Pressestelle mit.

Um die Mitarbeiter zu schützen, habe die Stadt 2013 zunächst im Sozialamt eine Software installiert, die nach Eingabe einer bestimmten Tastenkombination einen stillen Alarm auslöst. Der Alarm wird auf den Bildschirm der Kollegen angezeigt. „Diese Software gibt es mittlerweile auch in der Ausländerbehörde und weiteren publikumsintensiven Fachdiensten – inklusive Handreichungen zur Nutzung und zum weiteren Verfahrensablauf“, sagt Heimrich.
Grundsatzerklärung gegen jegliche Form von Gewalt

Weil sich die Vorfälle häuften und manche Kunden aggressiver wurden, hat die Stadt 2015 die AG Sicherheit gegründet, die ein Sicherheitskonzept mit vier Säulen ausgearbeitet hat:

  • Organisations- und führungsbezogene Aspekte: Kommunikation einer klaren Haltung gegen Gewalt und der Enttabuisierung des Themas. Dazu wurde unter anderem eine Grundsatzerklärung aufgestellt, die zu jeglicher Form von Gewalt „Nein sagt“ und Hausverbote sowie Anzeigen androht.  Der Magistrat hat die Erklärung Ende Oktober beschlossen. Diese Erklärung will die Stadt plakativ an den Behördeneingängen anbringen.
  • Baulich-technische Aspekte: zum Beispiel Einbau zusätzlicher Türen oder Spione, Umstellen von Schreibtischen, sodass Fluchtwege für Beschäftigte gegeben sind. In Ausländerbehörde und Sozialamt haben die Bürotüren etwa keine Griffe von außen und sind nur mit Schlüssel zu öffnen. Metall­detektoren gibt es in den ­Gebäuden der Stadtverwaltung nicht, teilt die Pressestelle mit.
  • Mitarbeiterbezogene Aspekte: Fortbildungen zum Umgang mit schwierigen Kunden, Selbstbehauptung, Gesprächsführung, Selbstverteidigung.
  • Publikumsbezogene Aspekte: Einrichtung moderierter Wartebereiche mit Ansprechpartnern, Sicherheitspersonal. Im Gebäude der Stadtverwaltung in der Frauenbergstraße 35 ist ein externer Sicherheitsdienst im Einsatz. „Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sind zu den Sprechzeiten Montag, Mittwoch und freitagvormittags und donnerstagnachmittags für das gesamte Gebäude zuständig“, sagt Heimrich. Donnerstagnachmittag seien vier Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes vor Ort, an den übrigen Tagen zwei Mitarbeiter.

von Philipp Lauer

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