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Spieler zocken die Heimat-Schnitzeljagd

Neues Smartphone-Rätsel Spieler zocken die Heimat-Schnitzeljagd

Startschuss zur modernen Schnitzeljagd: Ab heute läuft ein digitales Stadterkundungs-Spiel, in dem es 150 Aufgaben rund um das Geschehen in der Universitätsstadt zu lösen gilt.   Die Handy-App hat ein Marburger entwickelt.

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Mit der „Scavanger App“ auf Erkundungs-Tour in Marburg.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Tresen-Selfies, Schabernack mit öffentlicher Kunst, simuliertes Ritterturnier am Landgrafenschloss: Carsten Schott (29) und sein App-Entwicklerteam haben in Marburg nach Ideen gesucht, Lokal­geschichte und Stadtgeschehen mit Rätseln und Humor zu verbinden. Herausgekommen ist die erste „Scavenger Hunt“, die von morgen (10 Uhr) bis 1. November (23 Uhr) dauert.

Das Prinzip: In der Smart­phone-App ist eine Liste mit 150 Aufgaben hinterlegt, die es an bestimmten Punkten in der Stadt zu erledigen gilt. Zum ­Beweis, dass eine Herausforderung erledigt wurde, müssen die Spieler – es wird in Zweier- bis Fünferteams angetreten – stets mit ihrem Handy ein Beweisfoto oder ein Video machen.

Was sind das für Aufgaben?

Einige Beispiele aus der Schnitzeljagd:

  • Findet und besucht auf dem Grimm-Dich-Pfad eine der Kunstinstallationen. Zwei Teammitglieder verkleiden sich dabei als ihre Lieblingsfigur aus einem der Grimm‘schen Märchen und fotografieren sich vor dem Kunstwerk.
  • Zeigt der Welt, was die Universität uns zu erzählen hat, indem ihr die entsprechende Sprechblase an einem Ort innerhalb der Hochschule platziert.
  • Besucht die Lutherische Pfarrkirche, nehmt dort ein ­Video auf, in dem ihr eine bekannte Szene aus dem Film ­„König der Löwen“ parodiert (und dabei Gießen verschmäht).
  • Macht ein Tresen-Selfie in eurer Lieblingskneipe.

Wie sind die Spielregeln?

Jede Aufgabe bringt den Teams unterschiedlich viele Punkte­ ein. Die Mannschaft, die am Ende die meisten Punkte geholt hat, gewinnt 500 Euro, die Zweit- und Drittplatzierten 350 und 150 Euro (Sponsor: Volksbank Mittelhessen).

Besonderheit: Wer die Aufgaben besonders kreativ erledigt, einfallsreiche Fotos und Videos macht, wird belohnt, erhält Sonderpunkte, die von den App-Entwicklern vergeben werden.

„Umfassendes Bild der Stadt vermitteln – spielerisch“

In Marburg haben sich bis jetzt 62 Teams, etwa 250 Mitspieler angemeldet. Die Aufgabenliste wird am Mittwochmorgen freigeschaltet und ist bis 1. November um 23 Uhr verfügbar. Danach steht der Sieger fest.

Wie kann man mitmachen?

Die Smartphone-App heißt „Scavanger Hunt DE“ und kann bei Google-Play (Android) und im iPhone-App­store kostenlos heruntergeladen werden. Nach Anmeldung über Emailadresse und Gründung eines Teams oder Beitritt zu einem bestehenden kann das Spiel morgen losgehen.

Wer steckt dahinter und wie ist die Idee entstanden?

„Ursprünglich entstanden ist das in einem Uni-Seminar, im Rahmen einer umfassenden Projektarbeit“, sagt Carsten Schott, Medienwissenschaftler­ auf OP-Anfrage. Nachdem die Resonanz der ersten Digital-Schnitzeljagd in seinem Studienort Paderborn unerwartet groß war, sei ihm der Gedanke gekommen, das Projekt zu professionalisieren. „Ich kannte das Spiel als solches aus den USA und einen Spieltrieb als solchen gibt es ja überall. Ich will das Ganze jetzt überall hinbringen“, sagt er. Schott machte sich selbstständig, entwickelte die App weiter und hat mittlerweile in mehreren Städten Schnitzeljagden organisiert. „Im Grunde­ fußt alles auf klassischer ­Recherche, von Zeitunglesen bis zum Durchwühlen von Instagram-Accounts“, sagt Schott. Die Rätselentwicklung für Marburg, seiner Heimatstadt sei ihm zwar leichter gefallen, aber auch er habe Neues gelernt. Und genau darum geht es laut Schott: „Der Ansatz ist, mehr anzubieten als nur ein Rätsel. Wir wollen geschichtliche und kulturelle Besonderheiten Marburgs vermitteln, ein umfassendes Bild über die Stadt erzählen. Das Ganze eben spielerisch“, sagt Schott.

In anderen Städten habe sich die Digital-Schnitzeljagd bereits zu Teambuilding-Veranstaltungen entwickelt, „denn so eine Rätseljagd schweißt selbst enge Freundeskreise nochmal anders zusammen“.

von Björn Wisker

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