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Speicher sind zu über 98 Prozent voll

Computersystem der Stadtverwaltung Speicher sind zu über 98 Prozent voll

Ein neues zentrales Speichersystem für 235.000 Euro soll Abhilfe schaffen. Außerdem will die Stadt noch in diesem Jahr einen elektronischen „Rechnungsworkflow“ für 29.000 Euro einführen.

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Themenfoto: Damit das System der Verwaltung schneller wird, will die Stadt im kommenden Jahr verstärkt in die EDV investieren.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die digitalen Speicher der Stadt Marburg sind zu mehr als 98 Prozent voll, heißt es im Haushaltsplan. Das ist nicht nur deshalb ein Problem, weil weiterhin Daten anfallen. Die hohe Auslastung des Speichers verlangsamt das komplette System, teilt die Pressestelle­ mit.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) stellte dazu im Haupt- und Finanzausschuss eine Hochrechnung an: Die Kosten, die jeden Tag entstehen, weil Mitarbeiter darauf warten, dass der Computer hochfährt, schätzt er auf 400.000 Euro im Jahr. „Wenn man die monatlichen Personalkosten zugrunde legt, daraus einen durchschnittlichen Stundenlohn ermittelt und außerdem annimmt, dass etwa 500 der Beschäftigten täglich Wartezeiten von 10 Minuten haben, sind diese Kosten nicht nur realistisch, sondern eher noch zu gering geschätzt“, heißt es dazu im Nachgang aus der Pressestelle.

Neues System ist Basis für alle weiteren IT-Dienste

Deshalb investiert die Stadt im kommenden Jahr in ein „zentrales neues Speichersystem (Storage) im städtischen Rechenzentrum. Die Kosten dafür schätzt die Stadt auf 235.000 Euro. „Dieses System ist die zentrale Basis für alle weiteren IT-Dienste, so dass ein Ausfall quasi alle Arbeitsprozesse in der Stadtverwaltung zum Erliegen brächte“, erklärt Sabine Preisler von der Pressestelle. Das aktuelle System wurde laut Haushaltsplan im Jahr 2009 angeschafft.

Henning Köster (Linke) hielt der Hochrechnung des Oberbürgermeisters entgegen, die Wartezeit müsse nicht unbedingt verlorene Zeit sein. Er nutze diese Zeit etwa zum Nachdenken.

Zusätzlich zu der großen ­Investition in den Speicher, fallen weitere „Ersatzbeschaffungen und Ergänzungsbeschaffungen“ an. Jahr für Jahr werden etwa zehn bis 15 Prozent aller Geräte ersetzt. „Somit wird hier von einer Nutzungsdauer pro Gerät von acht bis zehn Jahren ausgegangen“, erklärt Pressesprecherin Sabine Preisler. Weiterhin sollen Heimarbeitsplätze, Kindertagesstätten und andere Außenstellen der Stadt eine sichere Anbindung an das Netzwerk der Stadt erhalten. Das verbessere die Kommunikationsmöglichkeiten und löse­ bestehende Probleme im Bereich der Datensicherheit und Datensicherung.

Investitionen im Bereich Software

Im Bereich Software stehen einige Investitionen an, um die Anforderungen des Gesetzes zur Förderung der elektronischen Verwaltung (E-Government-Gesetz) zu erfüllen. Dieses Gesetz wurde bereits im August 2013 erlassen. Noch 2017 soll ein sogenannter elektronischer „Rechnungsworkflow“ in der Verwaltung vorbereitet werden. Dazu sind etwa 29.000 Euro im Haushalt 2017 eingestellt. Bislang laufen Rechnungen durch viele Hände, bis sie letztlich überwiesen werden, erklärte Spies. Der elektronische Arbeitsablauf soll dies effizienter machen. Außerdem sollen Voraussetzungen geschaffen werden, damit Anträge zukünftig auch digital eingereicht werden und Zahlungen (ePayment) online ablaufen können.

Die Ausgaben für die Digitalisierung der Verwaltung seien aber nicht nur in den gesetzlichen Verpflichtungen begründet. Sie könnten Prozesse beschleunigen, heißt es aus der Pressestelle. Außerdem könne die Kommunikation vereinfacht „und damit die Qualität des Verwaltungshandelns“ erhöht werden.

von Philipp Lauer

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