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Sozialarbeit statt Videoüberwachung

Ortsbeirat Weidenhausen Sozialarbeit statt Videoüberwachung

Der Ortsbeirat Weidenhausen sucht nach Lösungen, um das Gebiet rund um die Lahnterrassen ­sicherer zu machen. Ein Alkohol-Verkaufsverbot wird wahrscheinlicher - und mehr Licht soll die Probleme eindämmen.

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Müll, Lärm, Kriminalität: Die Lahnterrassen und der Erlenring sind wieder in den Fokus der Kommunalpolitik gerückt.

Quelle: Archivfoto

Weidenhausen. Das Gebiet rund um die Lahnterrassen ist laut des Gremiums ein Kriminalitätsschwerpunkt geworden - eine Einschätzung, die von den Marburger Sicherheitsbehörden ebenso wenig geteilt wird wie die Installation von Überwachungskameras. „Die Lage dort ist unter Kontrolle“, sagt Gerhard Keller, Leiter der Polizeidirektion. Der Sicherheitsstandard in der Universitätsstadt sei „sehr hoch“, jedoch unterscheide sich das subjektive, das empfundene Sicherheitsgefühl von der objektiven Sicherheit.

Keller sieht den Verkauf von Alkohol am Erlenring als Grund für die Minderung des subjektiven Sicherheitsgefühls, da so das „unkontrollierte Trinken an den Lahntreppen und ein mit gesteigertem Alkoholpegel ­aggressives Verhalten gefördert wird“. Das sieht Regina Lang, Ordnungsamtleiterin ähnlich. Sie spricht sich gegen eine Videoüberwachung in Marburg-Mitte, wie sie zuletzt angeregt wurde, aus.

Ordnungsamt will Projekt wieder aufleben lassen

Das fand auch die Zustimmung von Weidenhausen-Bewohnern, die zu der Ortsbeiratssitzung kamen. Grund für die ablehnenden Haltungen: Videoüberwachung könne Straftaten nicht direkt eindämmen, die Kriminalität würde sich dann an einen anderen Ort verlagern.

Lang erinnerte zur Verbesserung der Situation an das 2007 durchgeführte Projekt, das unter anderem mit einem eingeschränkten Alkoholverkauf in den Lebensmittelmärkten und dem Einsatz von Sozialarbeitern einherging und sprach sich für eine ähnliche Maßnahme aus. Um das subjektive Sicherheitsgefühl rund um die Lahntreppen zu verstärken und diese auch weiterhin abends für alle zugänglich zu machen, soll ein ähnlicher Weg wie vor zehn Jahren eingeschlagen werden: Alkoholverkauf beschränken, Sozialarbeiter einsetzen - und verstärkt Lichtquellen einsetzen, um das Gebiet zu erleuchten.

Zudem kündigen Polizei und Ordnungsamt eine stärkere Präsenz an den Lahnterrassen an.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) schlug zuletzt vor, beim Land eine Ausnahmeregelung für Alkoholverkaufsverbote an öffentlichen Plätzen zu erwirken. Eine entsprechende Vorlage könnte Ende nächster Woche beschlossen werden.

von Luisa Göhler
und Björn Wisker

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