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Sorge um den Marburger Eispalast

Haushaltskürzungen Sorge um den Marburger Eispalast

Zwölf Winter lang konnten die Marburger im Eispalast Schlittschuh laufen. Jetzt bedrohen Kürzungspläne die weitere Existenz.

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Mit einer bunten Orient-Show auf dem Eis und Geschichten aus 1001 Nacht begeisterten über 30 kleine und große Eisläufer die ­Besucher der Abschluss-Show des Eispalastes 2012/2013.

Quelle: Ina Tannert (Archiv)

Marburg. Im ersten Haushaltsentwurf der Verwaltung fällt der Ansatz für die Kinder- und ­Jugendförderung um 100 000 Euro niedriger aus als im Jahr 2016. Zuwendungen für die einzelnen Aktivitäten der Kinder- und Jugendförderung sind im Verwaltungsentwurf noch nicht spezifiziert, dies soll in den nächsten Tagen mit dem zweiten Haushaltsentwurf nachgeholt werden.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) hatte aber bereits angedeutet, dass er bei Freizeiten und auch bei dem Zuschuss für den Marburger Eispalast sparen will – und damit auch im hauptamtlichen Magistrat Widerspruch hervorgerufen.

„Wir würden bei einem Kernbereich der Unterstützung von Familien sparen“, sagte gestern Bürgermeister und Jugenddezernent Dr. Franz Kahle (Grüne) im Gespräch mit der OP.

Nach Angaben von Adi Ahlendorf, dem Betreiber des Marburger Eispalasts, ist dieser im vergangenen Winter mit rund 45 000 Euro von der Jugendförderung unterstützt worden. 35 000 Euro allein kostet die Miete der 600 Quadratmeter großen Eisfläche. Knapp 10 000 Euro gingen für Strom drauf.

Die Jugendförderung hatte in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Programm im Marburger Eispalast angeboten. – von Anfängertraining über Eishockey und Eisstockschießen bis zum Einüben einer großen Abschluss-Show unter dem Motto „Let‘s dance“.

20000 Menschen haben das Angebot genutzt

Außerdem sind durchgängig werktags die Vormittage für Schulen, Kindergärten und andere Jugendgruppen reserviert, die kostenlos auf die Eisbahn dürfen. Rund 20 000 Menschen haben in der vergangenen Saison das Angebot genutzt.

Noch hofft Adi Ahlendorf, dass das Programm auch im kommenden Jahr angeboten wird. Er argumentiert, dass der Marburger Eispalast in der Winterzeit zu einem Freizeit-Treffpunkt ersten Ranges geworden sei.

„Für viele hundert Jugendliche ist vor allem in der Ferienzeit der Eispalast nahezu täglicher Treffpunkt, und dies insbesondere auch für die Altersklasse etwa 12 bis 17 Jahre, für die es nur wenig Alternativen gibt“, sagt Ahlendorf. Ohne die Zuschüsse der Jugendförderung könne das Angebot aber nicht aufrecht erhalten werden. Ahlendorf argumentiert auch mit Arbeitsplätzen, die dadurch gefährdet seien. Die Firma Ahlendorf habe bereits erhebliche Kosten eingespart, etwa bei den Stromkosten oder durch die Einlagerung der Eisbahn durch die Firma.

Eine Garantie, dass der Eispalast im Winter wieder stattfinden kann, wollte noch keiner geben. Ahlendorf sagt, dass er zur Not auch mit einem kleineren Zuschuss zurechtkäme. Bürgermeister Dr. Franz Kahle berichtet von Überlegungen, den Eintritt (zuletzt 3,50 Euro für Kinder, 5 Euro für Erwachsene) moderat anzuheben. Der Eispalast finanziert sich zu 60 Prozent aus Eintrittsgeldern, sagt Ahlendorf.

Es gibt vielmehr Stimmen auch bei den zukünftigen Koalitionären aus SPD und CDU, die weiteren Zuschüssen skeptisch gegenüberstehen. „Es gibt in Marburg eine Eisbahn, die sich selbst trägt (gemeint ist die Eisbahn im Kaufpark Wehrda, d.R.) und eine, die sich nicht trägt“, sagt ein prominenter Stadtverordneter, „darüber muss zumindest gesprochen werden.“

von Till Conrad

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