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„Auch ein Gewinn für uns“

Solaranlagen-Pachterträge „Auch ein Gewinn für uns“

Die Pachtlaufzeit der Dachfläche der Emil-von-Behring-Schule von 20 Jahren wurde verlängert. Die Anlagepacht soll die nächsten drei Jahre für Umweltbildungsmaßnahmen in der Schule eingesetzt werden.

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Bürgermeister Dr. Franz Kahle (links) überreichte symbolisch die Pachterträge an Michael Brauer.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. „Das ist auch ein Gewinn für uns“ – diesen Satz, den der damalige Schulleiter Helmut Range vor 20 Jahren über die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Emil-von-Behring-Schule (EvB) sagte, bekräftigte er bei der Feier im Turnergarten, der Mediathek der Schule. Die damals gegründete Solarstrom Marburg GbR pachtete das Dach der Grund-, Haupt- und Realschule.

Dieser Vertrag wurde um drei Jahre verlängert. Für die Zeit der Verlängerung wird ein Viertel der solaren Erträge an die Stadt ausgeschüttet, die über den Förderverein der Schule den Schülern zugutekommen sollen. Dazu übergab Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) bei der Feier symbolisch die Pachterträge an Michael Brauer, Kassenwart des Fördervereins und Physiklehrer an der EvB. „Wir haben einen ganz schönen Technologiepark“, erklärte Brauer stolz im Gespräch mit der OP und verwies dabei auf Einrichtungen wie einen 3-D-Drucker oder eine Laser- und CND-Fräse. Diese werden im Wahlpflicht- oder Arbeitsgruppen-Unterricht eingesetzt. Die Schule solle mit dem Geld auch zukünftig in ihre Technologie investieren können und somit das Standbein Technik halten und weiter ausbauen. „Wir haben ja viele Kinder, die dann in den technischen Bereich gehen“, erläuterte der Physiklehrer.

Zur Feier waren auch einige der sieben Studenten gekommen, die 1996 nach einer Vorlesung von Professor Hans Ackermann die Idee zur Photovoltaik-Anlage und dazu mit dem Gebäude der EvB ein Dach mit der optimalen Ausrichtung und Neigung gefunden hatten. „Wenn man so eine Gelegenheit bekommt, muss man sie am Schopfe ergreifen – das war immer meine Devise“, erinnert sich Range. Finanziert wurde die Photovoltaik-Anlage, die laut Bürgermeister Kahle damals die größte in Marburg war, über Anteilsscheine von jeweils 1 000 Mark – heute würde man das als Crowdfunding bezeichnen. Auch Kahle, damals noch nicht Bürgermeister, und der damalige Schulleiter Range gehörten zu den überzeugten Anlegern. So kam Range die Idee bei der Verlängerung des Pachtvertrages, das Geld der Schule zugutekommen zu lassen. 2020 wird die Anlage schließlich in den Besitz der Universitätsstadt Marburg übergehen. Kahle will sich dafür einsetzen, diese dann auch dem Förderverein überschreiben zu lassen.

von Mareike Bader

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