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Alkohol-Verkaufsverbot rückt näher

Lahnterrassen Alkohol-Verkaufsverbot rückt näher

Das Landes-Innenministerium wird die Marburger Initiative eines Alkoholverkaufsverbots aufgreifen. Eine Gesetzesänderung soll ausgearbeitet werden.

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Lahnterrassen: beliebter Treffpunkt, aber laut Polizei kein Kriminalitätsschwerpunkt. 

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Wir halten eine entsprechende Regelung für notwendig“, sagt ein Ministeriumssprecher auf OP-Anfrage. Die genaue Ausgestaltung der rechtlichen Regelung werde zurzeit noch beraten. Im bis 31. Dezember 2019 befristeten Hessischen Ladenöffnungsgesetz (HLÖG) gibt es laut Landes-­Sozialministerium noch keine ­Regelung, die Kommunen eine örtliche und zeitliche Begrenzung des Alkoholverkaufs in Supermärkten, Kiosken oder Tankstellen ermöglicht.

Als Grund für diesen Schritt, der an eine entsprechende Gesetzesnovelle in Baden-Württemberg angelehnt ist ( OP berichtete), nennt das Innenministerium, dass Alkohol „die Entstehung von Kriminalität begünstigen oder begleiten kann“. Insbesondere bei Gewalt- und Körperverletzungsdelikten lasse sich eine Beziehung zur höheren Alkoholisierungsintensitäten feststellen. In den vergangenen zehn Jahren schwankte in Hessen der Prozentsatz aller Tatverdächtigen, die bei Gewaltstraftaten alkoholisiert waren, laut Kriminalstatistik zwischen 12 und 18 Prozent.

Bei der Massenschlägerei an den Lahnterrassen forderte­ die Marburger Polizei Hilfe­ aus Gießen an – auf OP-Anfrage erklären die mittelhessischen ­Behörden diesen Schritt. 
Die Alarmierung der Polizei sei um 19.35 Uhr geschehen, von 30 bis 40 an einer Schlägerei beteiligten Personen sei die Rede gewesen. Weitere Meldungen wiesen laut Polizeisprecher Martin Ahlich „auf mehrere Verletzte und eine mutmaßliche Bewaffnung mit Holzlatten hin“.

Behörde nennt keine Zahlen

Zur Bewältigung dieser „unklaren, größeren Gefahrenlage und zum Schutz für die eingesetzte Polizei und weitere Rettungskräfte“ sei sehr zeitnah von anderen Polizeistationen, eben auch aus Gießen, Verstärkung angefordert worden.

„Eine gegenseitige Unterstützung angrenzender Polizeistationen im täglichen Einsatzgeschehen bei nicht planbaren, plötzlichen und unklaren Gefahrensituationen ist zur Bewältigung des Einsatzes und gegebenenfalls zum Schutz der Bevölkerung und der Einsatzkräfte notwendig und sogar selbstverständlich“, sagt Ahlich. Zu Zahlen, wie oft Gießener Polizisten in Marburg angefordert wurden, äußern sich die Behörden nicht.

Das Polizeipräsidium Mittelhessen, das neben der Stadt Marburg auch den Landkreis sowie die Landkreise Gießen, Lahn-Dill und Wetterau betreut (1,06 Millionen Bürger), hat nach eigenen Angaben 1967 ­Bedienstete, der Großteil arbeitete in den verschiedenen Einsatzabteilungen. Hessenweit arbeiten laut Statistischem Bundesamt – inklusive Verwaltungsmitarbeiter – 18.000 Bedienstete bei der Polizei.

Kurz nach Bekanntwerden des Übergriffs auf eine Frau im ­Gebiet Marburg-Mitte erneuert die FDP ihre Forderung nach einer „ernstgemeinten Sicherheitsoffensive“ in der Stadt. Die Lahnterrassen seien ein „hochproblematischer Bereich“, der für viele nachts „schon zur No-Go-Area und Angstraum geworden ist“, sagt Christoph Ditschler, Stadtverordneter. Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) hat zum Gegensteuern bereits erste Schritte, auch Zusatzpräsenz der Sicherheitskräfte abends und nachts angekündigt. Der Ortsbeirat Weidenhausen greift das Thema heute (19.30 Uhr, Altenzentrum Auf der ­Weide) erneut auf.

von Björn Wisker

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