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Selbstverwaltetes Wohnen im Fokus

Mietshäusersyndikat Selbstverwaltetes Wohnen im Fokus

Der Verein Mietshäusersyndikat veranstaltet im Kulturladen KFZ ein bundesweites Treffen, das an diesem Wochenende in Marburg stattfindet.

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Das Wohnprojekt in der Ketzerbach läuft seit 2006.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Verein „Mietshäusersyndikat“ trifft sich zu seinem bundesweiten Treffen in Marburg. „Die Häuser denen, die drin wohnen:“ Das ist das Motto des Vereins.  Wie das funktionieren kann, wird Ende Mai in Marburg erfahrbar werden: Vom Freitag, 26. Mai, bis Sonntag, 28. Mai, findet im Kultuladen KFZ die Mitgliederversammlung statt, zu der alle ­Interessierten eingeladen sind. Wie kann gemeinschaftliches und generationenübergreifendes Wohnen funktionieren jenseits des herkömmlichen Prinzips von Eigentümer, Vermieter und Mieter? Aus dieser Frage ist in den 80er-Jahren der Verein  entstanden. Mit dessen Hilfe können Menschen gemeinsam ein Haus erwerben, in dem sie dauerhaft und selbstbestimmt zusammen leben können. Inzwischen gibt es in Deutschland über 100 solcher Projekte, drei davon in Marburg.

Zur bundesweiten Mitgliederversammlung werden etwa 300 Experten aus 130 Hausprojekten aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden erwartet, die alle zu ihren Erfahrungen mit dem selbstverwalteten Wohnen befragt werden können“, so Yvonne Blanck, Mitorganisatorin der Veranstaltung und Bewohnerin eines Marburger Projekts.

Haushalt des Vereins soll transparent gemacht werden

Rein formal gesehen stellt der Verein einen Konzern mit einem Investitionsvolumen von rund 130 Millionen Euro dar, der gänzlich ohne hierarchische Strukturen auskommt. Bei der Versammlung soll auch der Haushalt des Vereins transparent gemacht werden, erläutert Wolfgang Schuch von der Marburger Ortsgruppe des Vereins. Finanziell gesehen gehe­ es übrigens leichter, als man sich oft vorstelle, so ein Projekt auf die Beine zu stellen, sagte Schuch im Gespräch mit der OP.

Allerdings müssten die gemeinsamen Hausbesitzer dann natürlich auch sehr viel Arbeit hineinstecken.

Schuch ist Beteiligter an einem selbstverwalteten Wohnprojekt in Marburg, das jetzt bereits seit zehn Jahren existiert. Seit 2006 läuft dieses Wohnprojekt in der Ketzerbach bereits.

„Wir sind ein zentral und trotzdem waldnah-gelegenes kleines Wohnprojekt mit derzeit neun großen und fünf kleinen Menschen“, heißt es in der Selbstdarstellung der Gruppe. „Ein paar Fahrradbegeisterte und der Umstand, dass derzeit niemand von uns ein Auto besitzt, sowie bewegungsfreudige Kinder, machen uns zu einer WG, die relativ viel Zeit draußen verbringt. Trotz der unterschiedlichen Tagesrhythmen ist es uns wichtig, auch den Alltag (teilweise) gemeinsam zu bestreiten; so versuchen wir z.B. jeden Tag zusammen Abend zu essen und kommen oft im gemütlichen Wohnzimmer zusammen“.

Zudem gibt es Projektvorstellungen von neuen Projekten – dabei ist auch eines aus Marburg. Am Freitagabend ab 18 Uhr gibt es ein gemütliches Zusammenkommen mit Verpflegung. Am Samstag um 9.30 Uhr eröffnet der Oberbürgermeister­ Dr. Thomas Spies offiziell die Versammlung.

Der OB soll auch für Modelle sensibilisiert werden, mit denen die Stadt Marburg mehr Projekte des Vereins möglich machen könnte. So werden in anderen Städten beispielsweise mithilfe­ der Stadt Kredite günstig bereitgestellt.

Danach finden die Haushaltsvorstellung, Beteiligungsbeschlüsse mit Projektvorstellungen sowie Workshops zu verschiedenen Themen statt. Nach einer abendlichen Feier gibt es am Sonntag ab 10 Uhr noch weitere Workshops.

von Manfred Hitzeroth

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