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„Sehr schöner Glibberwurm“

„MINT – die Stars von morgen“ „Sehr schöner Glibberwurm“

Die Teilnehmer an dem Projekt kamen laut Karl-Heinz Muth, Mitarbeiter des Chemikums, aus Real- und Hauptschulen.

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Jana Naumann und Christian Koch von der Burgwaldschule in Frankenberg präsentierten im Chemikum ein Experiment zum Thema „Lavalampe“.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. „Sehr schöner Glibberwurm“, sagt Andrea Tschirch, leitende Koordinatorin des Chemikums. Sie ist eine der Zuschauerinnen eines Experiments aus dem Bereich der Lebensmittelchemie. Matthäus Pohl von der Burgwaldschule in Frankenberg hat soeben mit seinen Mitschülern demonstriert, wie die „Paprika“ in der gefüllten Olive entsteht.

Eine Paste, die aus dem Gemüse hergestellt wird, wird in Natriumalginat, eine Lösung aus Braunalgen und Bakterien, gegeben. Anschließend kommt beides in eine starke Salzlösung, Calciumchlorid.

In dem Versuch wird das ­Gemisch aus einer Spritze in die Lösung gedrückt. „Außen schließt sich die Kette, innen ist es immer noch flüssig“, erklärt der Neuntklässler. So entsteht der „Glibberwurm“.

20 Schüler haben an dem Projekt „MINT – die Stars von morgen“ teilgenommen. An acht Terminen haben sie sich in Workshops mit Themen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) auseinandergesetzt. Zum Abschluss präsentierten sie im Chemikum vor Eltern und Geschwistern ihre Lieblingsexperimente.

„Viele Schüler haben keine konkreten Vorstellungen von den Berufen"

Uchra Batkhishig von der Gesamtschule Niederwalgern hat sich für einen Test des Lungenvolumens entschieden. In einer Wanne steht ein umgestülptes, mit Wasser gefülltes Fünf-Liter-Becherglas. „Wenn man durch einen Schlauch in das Glas pustet, kommt Luft hinein und der Wasserpegel sinkt“, sagt die Achtklässlerin. Wo er stehen bleibe, liege die Lungenkapazität. „3,5“, teilt ein Schüler einer Frau mit, die soeben den Test gemacht hat. „Wenn man sportlich ist oder ein Blasinstrument spielt, verbessert das die Kapazität“, erklärt Batkhishig.

Die Teilnehmer kämen aus Real- und Hauptschulzweigen, berichtet Karl-Heinz Muth, Mitarbeiter des Chemikums. „Viele Schüler haben keine konkreten Vorstellungen von den Berufen im Bereich MINT.“ Einige hielten sie für Männerdomänen.

Da Auszubildende fehlten, sei es wichtig, Einblicke zu geben. Das Projekt wird vom Hessischen Wirtschaftsministerium, der Agentur für Arbeit und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

„Wir haben das Projekt: Die Lavalampe“, kündigt Jana Naumann an. Die Burgwaldschülerin stellt ein offenes Ölfläschchen in einen Erlenmeyerkolben. Den füllt sie anschließend mit Wasser auf. Währenddessen fragt ihr Mitschüler Christian Koch die Zuschauer: „Wenn der Wasserpegel über die Ölflasche steigt, was denken Sie, was dann passiert?“ Die Oberflächenspannung des Wassers halte das Öl zusammen, erklärt der 15-Jährige. Erst, als seine Mitschülerin Spülmittel auf das Ölfläschchen tropft, entsteht der Lavalampen-Effekt und das rot gefärbte Öl entweicht aus seinem Gefäß. Mit dem Wasser vermischt es sich jedoch nicht.

„Polare und unpolare Flüssigkeiten mischen sich nur untereinander“, erklärt der Neuntklässler. Da Wasser polar und Öl unpolar sei, bildeten sich getrennte Schichten. „Experimente machen hat mir Spaß gemacht“, erklärt Jana Naumann später. Als Beruf könne sie sich Chemikerin aber nicht vorstellen. „Konditorin ist das, wo mir das Herz aufgeht.“

von Freya Altmüller

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