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Sederabend erinnert an Auszug aus Ägypten

Jüdischer Feiertag Sederabend erinnert an Auszug aus Ägypten

Gemeinsam mit Gästen aus Politik, Gesellschaft und anderen Religionen hat die jüdische Gemeinschaft am Montag den Sederabend gefeiert. Er ist wichtiger Bestandteil des siebentägigen Pessach.

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Die Gäste folgen den Texten beim Sederabend, die Amnon Orbach auf Hebräisch vorträgt. Auf den Tischen stehen die Sederteller mit Bitterkräutern und anderen symbolischen Speisen.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Das Sederfest ist einer der wichtigsten Feiertage des jüdischen Glaubens. Es erinnert an den Auszug der Juden aus Ägypten, an die Qualen und Entbehrungen – und an die ersehnte Freiheit.

Bis heute feiern Juden den Sederabend daher im Kreise ihrer Familie. Dabei folgen sie einem festgelegten Ablauf und besonderen Ritualen, die in der Pessach Haggada festgeschrieben sind.

Die jüdische Gemeinde in Marburg hat das Sederfest in diesem Jahr mit Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Religion gemeinsam gefeiert. Amnon Orbach und Thorsten Schmermund erklärten den Besuchern dabei die Traditionen und Abläufe.

„An diesem Tag vor etwa 4000 Jahren führte Moses die Juden aus der Dunkelheit ins große Licht“, erklärte Orbach zur Begrüßung. Die Gäste saßen an festlich geschmückten Tafeln, auf den Tischen standen Schalen mit Mazzot – einem ungesäuerten Brot – und mit Radieschen und Petersilie gekochten Eiern, einem braunen Mus und Salzwasser. Diese Lebensmittel haben eine symbolische Bedeutung, die Orbach und Schmermund ihren Gästen im Laufe des Abends näherbrachten: So erinnert das Brot an die Eile, mit der die Juden aus Ägypten aufbrechen mussten, wie Schmermund erläuterte. Es war keine Zeit mehr, das Brot säuern zu lassen – deshalb werde während des siebentägigen Pessach auch nur ungesäuertes Brot gegessen.

Die Petersilie hingegen stehe für die Entbehrungen, die das Volk Israel in der Sklaverei erdulden musste.

Getunkt wurde die Petersilie vor dem Verzehr in das Salzwasser – das wiederum für die Qualen und Tränen der Juden in Ägypten steht.

Für viele Gäste war der Sederabend eine neue Erfahrung. Sie ließen sich auf die Rituale ein, lauschten den Lesungen und Gesängen und ließen sich von ihren Sitznachbarn zeigen, wie sie die symbolischen Zutaten essen müssen. Doch der Sederabend ist auch ein Grund zum Feiern, markiert er doch das Ende der Sklaverei: Deshalb gehörte auch ein Menü aus Hühnersuppe mit Mazzotknödeln, Kalbsfleischgulasch und Kartoffeln sowie süßem Obst zum Abend – ebenso wie entspannte, fröhliche Gespräche unter den Gastgebern und den rund 40 Gästen.

von Patricia Grähling

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