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Schritttempo-Gebot gegen Rase-Radler

Fahrradstraße Schritttempo-Gebot gegen Rase-Radler

Die einzige Fahrradstraße der Universitätsstadt steht vor dem Aus. Die Sonderstrecke zwischen dem Hirsefeldsteg und Auf der Weide soll stattdessen zur Spielstraße werden. Ziel: Rase-Radfahrer bremsen.

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Zwischen Hirsefeldsteg und Frankfurter Straße wird künftigt wohl kein Vorrang für Radfahrer mehr herrschen, die Fahrradstraße steht vor dem Aus, eine Spielstraße soll kommen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Eine entsprechende Initiative des Ortsbeirats Südviertel wurde von der CDU aufgegriffen und im Verkehrsausschuss als Antrag mehrheitlich verabschiedet.  „Ständig entstehen an dieser Stelle durch dort entlang bretternde Radfahrer gefährliche Situationen sowohl für den Kindergarten als auch für das Altenzentrum“, sagt Joachim Brunnet (CDU). Das erhöhte Aufkommen von E-Bikes verschärfte die ohnehin „von Beginn an angespannte Lage“.

SPD-Politiker Fabio Longo äußert sich ähnlich, dort bedürfte es wegen „gehäufter Probleme einer neuen Moderation“.

Künftig soll aus der Fahrrad- eine Spielstraße werden. Die Konsequenz: Maximal Schrittgeschwindigkeit ist erlaubt. Lediglich der Abschnitt zwischen Altenzentrum und Mühlgrabensteg, der auf den Lahnradweg führt, bleibt demnach künftig als Fahrradstraße ausgewiesen.

Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) sieht die Ursache für das Rase-Radler-Problem in der Versetzung des Hirsefeldstegs bei dessen Neubau.

Grüne: „Kein gelungener Standort für Fahrradstraße“

Durch die leichte Erhöhung des Bauwerks und die entstandene direktere Wegeführung in Richtung Straße und das Verschwinden der Poller, die es an der alten Holzbrücke noch gab, „ist der Radverkehr automatisch viel schneller geworden“.

Daran änderten auch im Nachgang erfolgte Mini-Umbauten der Fahrradstraße, die im März 2016 eingerichtet wurde, nichts.

Hans-Werner Seitz (Grüne) bedauert das bevorstehende Aus. „Unübersichtlich ist es dort, aber wenn alle Leute aufeinander achten, passiert nichts.“ Letztlich müsse die Kommunalpolitik aber eingestehen, dass es sich bei dem vor mehr als einem Jahr ausgewählten um „keinen gelungenen Standort“ für eine Fahrradstraße handele.

Der Linken-Stadtverordnete Henning Köster, der die Umwidmung als „prinzipiell sinnvolle Veränderung“ bezeichnet, forderte vergeblich die Einbeziehung von Autofahrern in das Verlangsamungsgebot samt Hindernisaufbauten auf dem Asphaltstück zwischen Einmündung Frankfurter Straße und Auf der Weide. „So oder so: Kontrollen müssen her“, sagt er.

von Björn Wisker

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