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Ein Leben lang helfen

Rotes Kreuz Marburg-Mitte Ein Leben lang helfen

Seit 60 Jahren engagiert sich Inge Gehrmann beim Deutschen Roten Kreuz. Dafür ehrten ihre Kollegen sie und weitere Rotkreuzler während ihrer Jahreshauptversammlung.

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Rot-Kreuz-Helfer im Rettungseinsatz.

Quelle: Katharina Kuklovsky

Marburg. „Eigentlich war alles schön.“ Die 76-jährige Inge Gehrmann blickt gerne auf ihre Zeit beim DRK zurück. Ans Aufhören ist nicht zu denken. „Ich will weitermachen“, beteuert sie. Natürlich verändere sich die Art der Aufgaben mit der Zeit, „man muss für sich selbst wissen, wann man aufhört, Sanitätsdienst zu machen, was man noch körperlich leisten kann“. Im Zweifel solle man ehrlich zu sich selbst sein und lieber Arbeiten delegieren.

Gehrmann widmet schon früh ihr Leben auch beruflich der Hilfe anderer – als Zahnarzthelferin, Krankenschwester, bei der Arbeit mit Behinderten auf der Friedrich-Stoltze-Schule in Frankfurt und die letzten 35 Jahre ihres Berufslebens im Marburger Kinderzentrum Weißer Stein. 1957 trat Gehrmann beim DRK ein. Ihre Grundausbildung absolvierte sie mangels vorhandener Ausbilder bei der Bundeswehr. Ihre Qualifikation für den Katastrophenschutz führte sie 1962 als Helferin nach Hamburg, um dort die Flutwasseropfer zu unterstützen. Beim Roten Kreuz kümmerte sie sich um soziale Betreuung und Unterkunft und übernahm zeitweilig das Kreisausbildungsbüro. Sie betreut Reisen für Leute, die alleine wohnen und kümmert sich um Senioren. Ihre Arbeit erfüllt sie. Das Wichtigste für erfolgreiche Hilfe sei, „sich auf seine Kameraden verlassen zu können“, betont Gehrmann.

Ihre Kollegen Silke Grebe und Julian Schenk wurden für je zehn Jahre Engagement geehrt. Lena Wetterling und Ulrich Welter sind als Bereitschaftsleiterin und -leiter, Michael Pohl als ihr Stellvertreter wiedergewählt worden.

4 400 Einsatzstunden

Bei insgesamt 48 aktiven Mitgliedern des DRK Marburg-Mitte, zirka 4 400 Einsatzstunden, mehr als 100 Sanitätsdiensten und zwei Katastrophenschutz-Einsätzen sieht die Bilanz des vergangenen Jahres gut aus. Die Gesamteinnahmen von fast 32 000 Euro sind höher als im Vorjahr. Benötigt werden sie für neues Material, neue Wagen, Kleidung und Rücklagen.

Die Arbeit erfolgt im Gegensatz zu den hauptberuflichen Rettungssanitätern völlig ehrenamtlich. Bis der Rettungsdienst eintrifft, „sind wir die erste Anlaufstelle für die Menschen“, erklärt Pressesprecherin Katharina Kuklovsky. „Wir müssen unsere Arbeit können, denn es stehen manchmal Menschenleben auf dem Spiel.“ Dafür sind Schulungen wichtig, die mitunter zeitaufwendig sind. Doch „jede und jeder kann sich beim DRK engagieren, auch ein einfacher Erste-Hilfe-Kurs reicht aus, um viel ausrichten zu können.“

Dass das Engagement beim DRK nichts Exklusives ist und jeder Mensch sich einbringen kann, versuchen Kuklovsky und ihre Kollegen via Internetauftritt und Facebook publik zu machen. Denn wie auch bei anderen Diensten und freiwilligen Feuerwehren mangelt es an Nachwuchs. Das veränderte Freizeitverhalten junger Menschen, die wenig Zeit haben, mag der Grund dafür sein. Doch „jede und jeder kann sich so einbringen, wie sie oder er es kann“.

von Yannic Bakhtari

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