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Radfahrerin kam vor einem Jahr ums Leben

Gedenken an tragischen Unfall Radfahrerin kam vor einem Jahr ums Leben

Am Donnerstag ist es genau ein Jahr her, dass eine Radfahrerin vor der Hauptpost von einem Lkw überfahren wurde und starb.

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Vor einem Jahr kam die Radfahrerin bei einem Unfall ums Leben.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Es war der tragischste Unglücksfall des vergangenen Jahres: Am 1. Februar 2017 befuhr eine 27-jährige Radfahrerin den rechten Fahrstreifen der Bahnhofstraße. Unmittelbar hinter der Ampelanlage auf Höhe der Hauptpost geriet die junge Frau unter den Anhänger eines Sattelschleppers, der den mittleren Fahrstreifen befuhr. Sie erlag kurz darauf ihren schwersten Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft ließ den Unfall zunächst von einem Sachverständigen untersuchen, stellte später ihre Ermittlungen zur Unfallursache ein, weil Hinweise auf ein Verschulden des damals 31-jährigen Lkw-Fahrers nicht vorlagen.

Betroffenheit ist nach wie vor groß

Die Betroffenheit der Marburger war und ist, damals wie heute, groß. Spontan fanden am Ort des Geschehens Gedenkveranstaltungen statt, und auch morgen, am ersten ­
 Jahrestag des Unfalls, soll des Opfers ­gedacht werden.

Ab 17.30 Uhr sollen in der Bahnhofstraße Blumen­ ­niedergelegt werden. Dabei kann die 
 westliche Bahnhofstraße kurzzeitig gesperrt werden, teilte­ ­einer der Organisatoren, der Pfarrer im Ruhestand und Fahrradaktivist Hans-Horst Althaus mit.

„Erinnerung, Klage und Mahnung“ soll die kurze Gedenkveranstaltung sein, sagte Althaus im Gespräch mit der OP. Die Getötete sei „eine von mehr als 
3 000“ Verkehrstoten im Jahr 2017.

Gedenken an „Alltäglichkeit des ­Verkehrstodes“

Und Althaus nennt eine weitere Zahl: Insgesamt sind seit 1947 mehr als 760 000 Menschen im Straßenverkehr gestorben, mehr als 30 Millionen Menschen wurden dabei verletzt.

Althaus kündigte an, man wolle der „Alltäglichkeit des ­Verkehrstodes“ gedenken und unter dem Motto „Wem gehört die Straße“ auf allgemeine ­Mobilitätsvoraussetzungen und – ohne persönliche Schuldzuweisungen – auf Ursachen der Gefahren im Straßenverkehr hinweisen.

Neben Althaus selbst werden Wolfgang Schuch vom ADFC und ein Vertreter aus der ­Studentenschaft sprechen. Nach dem tödlichen Unfall war auch die politische Debatte um die Verkehrspolitik im Nordviertel neu aufgeflammt.

Althaus fordert wie viele andere Tempo 30 auf der westlichen Bahnhofstraße und die Reduzierung von drei auf zwei Fahrspuren ab der Hauptpost, um eine Reduzierung der Geschwindigkeiten zu erreichen. Straßenverkehrsbehörde und Stadtparlament lehnen dies zur Zeit ab.

von Till Conrad

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