Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Rad-Klima: Marburg macht Fortschritte

Fahrradfreundlichkeit Rad-Klima: Marburg macht Fortschritte

Breitere Radwege oder verschließbare Boxen am Bahnhof: Es gibt viele Möglichkeiten für Städte, Fahrradfahren attraktiver zu machen. Bei der größten Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit punkten auch Kommunen in Hessen.

Voriger Artikel
Keine betriebsbedingten Kündigungen am UKGM
Nächster Artikel
Große Bühne für die heimliche Liebe

Räder stehen in Göttingen vor dem Fahrrad-Parkhaus am Bahnhof.

Quelle: Swen Pförtner

Frankfurt. Baunatal ist einer neuen Untersuchung zufolge die fahrradfreundlichste Stadt Hessens. Die nordhessische Kommune löst Mörfelden-Walldorf ab, das beim vorherigen Fahrradklima-Test vor zwei Jahren vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) am besten bewertet worden war. Marburg hat sich erheblich verbessert: bundesweit vom vorletzten Platz 98 auf Platz 39, wie Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) mitteilte.

Bundesweit belegt Baunatal den ersten Platz in der Kategorie „Aufholer“ unter den Kommunen mit bis zu 50 000 Einwohnern, da es seine Note auf jetzt 2,57 deutlich verbessern konnte. Geehrt wurden als „Aufholer“ auch Offenbach, Marburg und Hanau. Schlusslicht ist landesweit Wiesbaden – wie schon beim letzten Mal. Frankfurt ist nicht mehr in den bundesweiten Top Ten der fahrradfreundlichsten Großstädte ab 200 000 Einwohnern vertreten.

Im Auftrag und mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums wertete der ADFC für das Stimmungsbild 120 000 Interviews von Bürgern aus. In Hessen beteiligten sich 10 000 Menschen an der Umfrage. Allerdings ist die Datenbasis höchst unterschiedlich: In Marburg füllten insgesamt nur 143 Menschen den Fragebogen aus. Mit 20 Teilnehmern pro 10 000 Einwohnern machten deutlich weniger mit als etwa in Gießen (431 Teilnehmer, 50 pro 10 000). Marburg lag damit bei der Beteiligung im bundesweiten Vergleich relativ weit hinten (420. von 539 Städten). Im Vergleich: Gießen liegt auf Position 120.

Dennoch ist die Umfrage für Marburg erfreulich ausgefallen: Mit der (Schul-)Note 3,72 belegt die Stadt in diesem Jahr bundesweit den ersten Platz in der Kategorie „Aufholer“ bei Städten von 50 000 bis 100 000 Einwohnern. In Hessen liegt Marburg auf Platz 3 und verbesserte sich um 0,44 Notenpunkte. Gründe unter anderem: Eine Fahrradbeauftragte, mehr Fortbildung für städtische Verkehrsplaner, die Einrichtung von Fahrrad­ampeln und ein Plan zur Entwicklung des Radverkehrs.

Beim Kriterium Ampelschaltungen konnte sich die Uni-Stadt um eine ganze Note (0,99 Notenpunkte) verbessern – auf eine aber immer noch mäßige 4,1. „Das ist eine enorme Verbesserung und ein weiterer Ansporn für die Zukunft – das Mittelfeld reicht uns noch nicht. Das Ergebnis zeigt zugleich, wie sehr es sich lohnt, sich um eine Verbesserung zu kümmern“, sagte Spies. „Wir verstehen das als ein Zeichen der Anerkennung der Bürgerinnen und Bürger, die unsere Bemühungen um eine bessere Rad-Infrastruktur wahrnehmen und in der Abstimmung des ADFC belohnt haben.“

von unserer Agentur
und Michael Agricola

 
 

Hintergrund

Bei der ADFC-Umfrage sollten die Teilnehmer in 27 Fragen Angaben über die Verkehrssituation für Fahrradfahrer in ihrer Stadt machen. Dabei spielte die Anzahl und Sicherheit von Radwegen ebenso eine Rolle wie die Möglichkeit, das Fahrrad im öffentlichen Nahverkehr mitzunehmen oder es vor Diebstahl schützen zu können. Für die unterschiedlichen Aspekte sollten die Teilnehmer Schulnoten vergeben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr