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Kritiker vermissen „Anti-Rechts“-Bekenntnis

„Pulse of Europe“ Kritiker vermissen „Anti-Rechts“-Bekenntnis

„Anschlussfähig an rechte Gedanken vom weißen christlichen Abendland“: Die linkspolitische OAT-Gruppe (Offenes Antifa-Treffen) erhebt Vorwürfe gegen „Pulse of Europe“ in der Universitätsstadt.

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In den vergangenen Wochen nahmen regelmäßig zwischen 200 und 300 Europa-Freunde an der „Pulse of Europe“-Kundgebung auf dem Marktplatz in Marburg teil.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Die Vorwürfe der Gruppe: „Pulse of Europe“ stelle sich ausdrücklich nicht als anti-rechts Bewegung dar und distanziere sich nicht von Pegida. Die Erwähnung von „regionaler, nationaler und europäischer Identität“, zwischen der sich niemand entscheiden brauche, sei fragwürdig, da es genau „diese konstruierten Kategorien seien, die von Rechtspopulisten genutzt werden, um Stimmung gegen ‚die Anderen‘ zu machen“. Der Gedanke einer europäischen Identität sei „anschlussfähig an den rechten Gedanken vom ‚weißen christlichen Abendland‘“.

Es fehle grundsätzlich an Institutionen-Kritik, so folge etwa auf das Lob der Errungenschaften wie Reisefreiheit nie ein Hinweis darauf, dass die EU-
 Abschottungspolitik tausende Tote im Mittelmeer zu verantworten habe. Menschenrechte „lediglich für sich selbst zu verteidigen“ reiche nicht aus, für die Linken der OAT sei „Pulse of Europe“ daher „nicht unterstützenswert“.

Ja zur europäischen Idee
 stehe im Vordergrund

Der Organisator der Marburger Pro-Europa-Bewegung äußert sich auf OP-Anfrage zu den Vorwürfen: „Wir verstehen es als unsere Aufgabe, uns mit sachlicher Kritik anderer, der europäischen Idee nahestehender Gruppen auseinanderzusetzen“, sagt Peter Reckling. 
„Pulse of Europe“ sei eine 
 zivilgesellschaftliche Initiative, 
überparteilich und überkonfessionell, jeder „überzeugte und besorgte Europäer“ könne sich einbringen. Allen Europa-Freunden sei klar, dass Reformen notwendig sind. Entscheidungsfindungs-Prozesse müssten nachvollziehbarer gestaltet werden, die Flüchtlingsproblematik, die Wirtschafts- und Finanzkrisen oder Fragen der sozialen Ungleichheiten müssten bearbeitet werden.

Es könne der Bewegung aber „nicht um eine Polemik gegen oder Abgrenzung von Gruppierungen des rechten oder linken Parteienspektrums gehen“, sagt Reckling. Das werde allein in demokratischen Prozessen entschieden. Der Initiative gehe es nur darum, an den Wert der europäischen Idee zu erinnern, Warnruf zu erheben, so dass jeder Bürger „wach, aufmerksam und sich seiner Verantwortung bewusst ist“.

Kundgebung am Sonntag, 2. Juli, um 14 Uhr auf dem Marktplatz. Gast und Diskussions­partner ist nach Veranstalterangaben der EU-Abgeordnete Michael Gahler von der EVP.

von Björn Wisker

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