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Promi-Student auf Jobsuche

Fabian Hambüchen Promi-Student auf Jobsuche

„Die ersten 100 Tage im Job. So gelingt der Berufseinstieg“, lautete der ­Arbeitstitel der Podiumsdiskussion, zu der das „Zeit-Campus“-Team in den Deutschen Sprachatlas eingeladen hatte.

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Professorin Evelyn Korn (von links), Dr. Christa Pfafferott, Fabian Hambüchen und Dr. Sabine Voermanns.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Was für ein Ziel haben Sie, welche Wünsche haben Sie, welche Träume möchten Sie verwirklichen?“ – so lauteten die ersten Fragen, die Moderatorin Dr. Christa Pfafferott („Zeit-Campus“-Autorin) an die knapp 200 Interessierten stellte und war damit mitten im Thema. Ohne auf eine Reaktion zu warten, stellte sie das Zugpferd der Podiumsrunde, Turner Fabian Hambüchen, vor. Drei Olympiateilnahmen, drei olympische Medaillen in allen drei Farben und der Krönung mit der Goldmedaille bei Olympia 2016 in Rio. Kein Wort über Welt- und Europa- und zahllose Deutsche Meisterschaften. Zweimal sei er Sportler des Jahres geworden.

Und da war er. Mit seinen 1,64 Meter Körpergröße der Kleinste­ auf dem Podium zwischen ­Moderatorin Dr. Pfafferott, Professorin Evelyn Korn (Vizepräsidentin Studium und Lehre an der Philipps Universität) sowie Dr. Sabine Voermanns (Leiterin Gesundheitsmanagement der Techniker Krankenkasse).

Immer habe er Ziele vor Augen gehabt, auf die er hintrainiert habe, erzählte der Niedergirmeser über seine Zielstrebigkeit. Anders sei es gewesen, als er seine sportliche Karriere vor nicht einmal einer Woche mit dem Gewinn des 3. Platzes im Mannschaftswettbewerb mit der KTV Obere Lahn endgültig beendet habe. Nach Rio sei er in ein tiefes Loch gefallen, nicht wissend, was jetzt kommen wird. Er sei nicht wie ein erfolgreicher Fußballer durch den Sport finanziell abgesichert und müsse nun Geld verdienen. Aktuell habe er ein Buch veröffentlicht, wolle sein Studium an der Sporthochschule in Köln fortführen und arbeite als Kommentator beim Sender „Eurosport“. Dies seien aber nur seine Vorhaben für die nächsten beiden Jahre. Bis dahin müsse er etwas Längerfristiges gefunden haben, was aber unbedingt seinen Interessen entsprechen müsse.

Natürlich, räumte der Turner ein, sei er kein normaler Student, der einen Job suche. Ein Job als Trainer sei naheliegend. Aber so stellte er sich selbst die Frage: „Will ich das?“ Und setzte fort: „Wer so lange wie ich in Sporthallen zugebracht hat und auf vieles verzichten musste, muss sich das schon gründlich überlegen.“ Auch seien alternativ Jobs im Sportmarketing und Management denkbar.

Man müsse voll hinter seiner Berufsentscheidung stehen. Das sei ganz wichtig, meinte Vizepräsidentin Korn und erntete mit ihrer Aussage viel Zustimmung. Zwar spiele der Verdienst eine wichtige Rolle, sollte aber nicht im Vordergrund stehen, ergänzte Hambüchen. „Ich habe gleich mehrmals den Arbeitgeber und letztlich auch den ­Beruf gewechselt“, berichtete­ Dr. Voermanns, die als Ärztin ihr Studium abschloss, sich aber eher als Generalistin sah. Erst jetzt bei der Krankenkasse sei sie da, wo sie sich wohlfühle.

Mit zwei Workshops zum Thema „Wie man den Job findet, der zu einem passt“ mit Karolin Sommer-Baum und „Was kann ich wirklich? Die eigenen Fähigkeiten einschätzen“ mit Katrin Baum endete die Veranstaltung, in der sowohl Studenten, Berufseinsteiger oder aber jene, die nur wegen Hambüchen gekommen waren, auf ihre Kosten kamen.

von Heinz-Dieter Henkel

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