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Betrüger erbeuten Geld und Goldschmuck

Polizeimeldung Betrüger erbeuten Geld und Goldschmuck

Zwei Trickdiebe haben vergangene Woche in Marburg mehrere Hundert Euro und Goldschmuck erbeutet. Polizeipressesprecher Jürgen Schlick berichtet, wie erfinderisch und skrupellos die Betrüger in einer Bäckerei in der Gutenbergstraße und bei einer Seniorin im Rollwiesenweg vorgegangen sind.

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Die Polizei berichtet von Betrügern, die vergangene Woche in Marburg unterwegs waren.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Am Freitag, 29. September, erbeutete ein Mann gegen 16 Uhr in einer Bäckerei in der Gutenbergstraße mehrere Hundert Euro. Der Mann, im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, gab sich in der Bäckerei als Stammkunde aus, berichtet Polizeipressesprecher Jürgen Schlick. Der angebliche Stammkunde habe eine größere Bestellung für ein von ihm "um die Ecke" geführtes Restaurant aufgegeben.

Anschließend habe der selbstsicher auftretende Täter die Angestellten durch geschickte Gesprächsführung "eingewickelt". Obwohl er selbst noch kein Geld auf den Tisch legte, bat er um eine größere Menge Wechselgeld. Kaum lagen mehrere Hundert Euro auf der Theke, steckte der Unbekannte das Geld ein. Eine Angestellte forderte er auf, mit ihm in die nahegelegene Gaststätte zu kommen, um das Wechselgeschäft durch Übergabe der noch ausstehenden großen Scheine abzuschließen. Dazu kam es laut Polizeibericht allerdings nicht mehr. Der "Geschäftsbetreiber" verschwand "auf dem Weg in die "Gaststätte" aus dem Blickfeld der Verkäuferin.

Polizei empfiehlt: Ruhe bewahren, Öffentlichkeit herstellen, Polizei rufen

Der Verdächtige mit sehr kräftiger Statur sprach akzentfrei Deutsch und ist laut Beschreibung der Polizei etwa 1,68 Meter groß. Er hat eine Glatze mit schwarzem Haarkranz und trug einen dunklen Anzug.

"Das Vorgehen des Mannes ist typisch. Durch die Gesprächsführung und durch mehrere, zeitgleich ausgesprochene Wünsche schafft er Unruhe und lenkt die Angestellten ab", erklärt Schlick. Sein Tipp für solche Situationen: "Versuchen Sie Ruhe zu bewahren. Weisen Sie Personen oder Gruppen aus dem Geschäft, die durch entsprechende Handlungen Unruhe in die Verkaufsräume bringen. Schützen Sie die Kasseneinlage vor fremden Blicken. Halten Sie den griffbereiten Kassenbestand klein und führen tagsüber entsprechende Leerungen durch. Stellen Sie zur Not Öffentlichkeit her, um die Personen zu vertreiben. Lassen Sie sich grundsätzlich nicht auf Wechselvorgänge ein. Rufen Sie sofort die Polizei."

Falscher Monteur stiehlt Goldschmuck

Bereits am vergangenen Mittwoch, 27. September, hat ein etwa 25 Jahre alter Mann einer Seniorin Goldmünzen und Goldschmuck gestohlen. Der mutmaßliche Betrüger stellte sich der Frau zwischen 13 und 14 Uhr in akzentfreiem Deutsch als Monteur vor, der in der Wohnung im Rollwiesenweg sämtliche Heizkörper entlüften müsse.

Der Betrüger habe daraufhin alle Wasserhähne geöffnet und das Opfer ins Bad geschickt, berichtet Schlick. Der angebliche Handwerker habe die Anweisung erteilt, zu warten, bis sich das laufende Wasser grün verfärbt. Die mit der Gesamtsituation wohl überforderte Rentnerin habe keine Widerworte gegeben. Der Trickdieb habe anschließend unbemerkt mehrere Schränke durchsucht und Goldmünzen sowie Goldschmuck gestohlen.

Auch für solche Situationen gab Schlick Tipps: "Lassen Sie keine fremden Personen in die Wohnung. Schauen Sie sich den 'Besucher' vor dem Öffnen der Tür an. Nutzen Sie - falls vorhanden - die Gegensprechanlage. Öffnen Sie die Tür nur mit vorgelegter Türspaltkette. Halten Sie zunächst Rücksprache mit der Hausverwaltung. Wartungsarbeiten werden grundsätzlich angekündigt. Ziehen Sie bei unbekannten Besuchern einen Nachbarn hinzu oder bestellen Sie ihn zu einem späteren Termin in Anwesenheit einer Vertrauensperson erneut ein. Stellen Sie durch eine laute Ansprache und gegebenenfalls Hilferufe Öffentlichkeit her. Verständigen Sie die Polizei sofort über die Notrufnummer 110."

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