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Peter und Paul: Parkdeck ist vom Tisch

Erneuerung des Gemeindezentrums Peter und Paul: Parkdeck ist vom Tisch

Die Katholische Pfarrgemeinde St. Peter und Paul trifft derzeit letzte Vorbereitungen für einen Architektenwettbewerb, der über das künftige Gesicht des Gemeindezentrums in der Biegenstraße entscheiden soll.

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Die Kirche St. Peter und Paul mit freistehendem Glockenturm und angrenzendem Gemeindezentrum. Der Komplex soll umgestaltet werden, ein Architektenwettbewerb ist in Vorbereitung. Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Auf einer Informationsveranstaltung gestern sagte Dr. Axel Weiß vom Vorstand des Pfarrgemeinderats, das bischöfliche Generalvikariat habe den Planungen der Gemeinde zur Modernisierung des in die Jahre gekommenen Gemeindezentrums im Grundsatz zugestimmt. Das Bistum übernimmt die Kosten für Neubau oder Renovierung der Katholischen Hochschulgemeinde zu 100 Prozent, Kosten für den Gemeindebereich zu 75 Prozent und Kosten für die Kindertagesstätte zu 50 Prozent. Die andere Hälfte soll von der Stadt Marburg kommen.

Vom Tisch sind die ursprünglichen Pläne, im Zuge der Bauarbeiten ein Parkdeck zu bauen. Verhandlungen mit drei möglichen Investoren - der Contipark, den Stadtwerken Marburg und der Firma Projektentwicklung Werner GmbH, die auch das Allianzhaus in der Gutenbergstraße umgestaltet - hätten ergeben, dass ein rentabler Betrieb nicht möglich sei, sagte Martina Gattermann-Glorius vom Verwaltungsrat der Gemeinde, die den Planungsstand vorstellte. Das Generalvikariat habe eine finanzielle Beteiligung an dem Projekt daher abgelehnt - „und alleine können wir das nicht stemmen“, sagte Gattermann-Glorius. Auf dem Grundstück der Pfarrgemeinde sollen aber 18 Stellplätze - einschließlich Behindertenparkplätze - vorgesehen werden.

Gemeinde und Generalvikariat vereinbarten:

  • Der Neubau einer zwei-gruppigen Kindertagesstätte soll vorgesehen werden - obgleich die Kostenbeteiligung der Stadt Marburg derzeit noch unklar ist. Die Pfarrgemeinde geht aber davon aus, dass das Projekt in das in Vorbereitung befindliche Kindertagesstättenbauprogramm (Kibap) der Stadt aufgenommen wird und die Investitionskosten, wie bei freien Trägern üblich, zur Hälfte übernommen werden.
  • Das Pfarr-/Roncallihaus soll möglichst erhalten bleiben und umgebaut werden - es sei denn, ein Neubau wäre in finanzieller und/oder konzeptioneller Hinsicht günstiger. Die Entscheidung soll der Architektenwettbewerb bringen.
  • Für die Renovierung der Kirche sollen den Wettbewerbsteilnehmern so wenig wie möglich Vorgaben gemacht werden - „um ihre Kreativität nicht einzuschränken“, wie Pfarrer Klaus Nentwich sagte. Entscheidungen über das künftige Gesicht der Kirche sollen erst nach dem Wettbewerb getroffen werden. Klar ist lediglich, dass die Pfarrgemeinde sich Schritte in Richtung Barrierefreiheit wünscht. So soll der Raum für Gruppengottesdienste unter der Woche, die bis jetzt in der Krypta stattfinden, auch für die Gemeindemitglieder leicht erreichbar sein, die die steile Treppe nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten überwinden können. Nentwich glaubt zudem, dass man im Kirchenschiff Plätze für nicht mehr als 300 Gläubige vorhalten soll. Mehrere Gemeindemitglieder plädierten bei der Informationsveranstaltung für einen sensiblen Umgang mit der vorhandenen, denkmalgeschützten Bausubstanz.
  • Übereinstimmung zwischen Pfarrgemeinde und Generalvikariat besteht auch bezüglich eines Raumkonzepts für das Gemeindezentrum. So sollen Gruppenräume, ein Bistro und ein großes Foyer entstehen.

„Fundraising“ soll Bauprojekt unterstützen

Eine Frankfurter Beratungsgesellschaft erstellt den Ausschreibungstext für den Wettbewerb und stimmt diesen mit Stadt, Denkmalpflege und Architektenkammer ab. Der Architektenwettbewerb soll mit 20 bis 25 namhaften und erfahrenen Architekturbüros aus ganz Deutschland starten und bis zum Herbst dauern. Ein Preisgericht soll dann bis zum Jahresende eine Entscheidung über das beste Konzept fällen. Weiß rechnet damit, dass die anschließenden Planungen rund eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen werden, so dass Baubeginn etwa Mitte 2019 sein könnte. Bis dahin soll eine Gruppe der Pfarrgemeinde sich um „Fundraising“ bemühen, um so die notwendigen Eigenmittel einzuwerben oder langfristige Kredite bedienen zu können. Die Gesamtkosten des Projekts stehen noch nicht fest, sondern sind abhängig vom Ergebnis des Architektenwettbewerbs.

von Till Conrad

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