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Pappkartons bleiben künftig stehen

Müllabfuhr Pappkartons bleiben künftig stehen

Pappkartons, die neben der blauen Tonne stehen, werden in Marburg ab dem 1. Oktober nicht mehr mitgenommen. ­Damit will die Stadt die Mitarbeiter des DBM schützen.

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Sonja Stender (von links), Jürgen Wiegand, Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach, Marco Rößler, Bürgermeister Dr. Franz Kahle und Fachdienstleister Abfallwirtschaft Jochen Friedrich wollen keine Kartons mehr neben den blauen Tonnen sehen.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Blaue Tonnen, die völlig überfüllt am Straßenrand stehen, oder riesige Pappkartons, die einfach neben der Altpapiertonne abgestellt werden – in Zeiten des Internethandels haben die Mitarbeiter des Dienstleistungsbetriebs Marburg (DBM) deutlich mehr Arbeit, die sie eigentlich nicht haben dürften: „In unserer Satzung steht, dass nur das Altpapier mitgenommen wird, das in der geschlossenen Tonne ist“, erklärt Bürgermeister Dr. Franz Kahle.  „Die Leute denken, wenn sie mal einen Karton daneben stellen, dann geht das“, ergänzt Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach, „aber viele machen das gleichzeitig“.

Bisher haben die Mitarbeiter des DBM die losen Kartons am Straßenrand mitgenommen. „Aber es explodiert“, erklärt Jürgend Wiegand, Betriebsleiter des DBM. Auf einer Tour würden etwa 800 bis 900 blaue Tonnen geleert – „bei mehr als 100 Tonnen gibt es Beistellmengen, die unsere Mitarbeiter mit der Hand einladen müssen“. Das bringe nicht nur Probleme in den zeitlichen Ablauf, sondern sei auch gefährlich und gesundheitsschädlich für die Mitarbeiter: Die müssen die Kartons über Kopf in die hohe Schütte des Müll-Lkw einladen. „Manche Kartons wiegen dann noch 20 Kilo, weil sie zusätzlich mit Altpapier befüllt sind“, erklärt Marco Rößler, Abteilungsleiter Entsorgung beim DBM. Außerdem sei es eigentlich verboten, weil es lebensgefährlich ist, in die Schütte zu greifen. „Das müssen die Mitarbeiter aber tun, wenn sie die Kartons mit der Hand einladen.“

„Kartons nehmen unglaublich viel Volumen weg"

Die Stadt wirbt daher um mehr Verständnis bei den Marburgern: „Kartons nehmen unglaublich viel Volumen weg, wenn sie unzerkleinert in die Tonne geworfen werden“, so Jochen Friedrich, Fachdienstleiter Abfallwirtschaft. Mit einem Teppichmesser könnten sie schnell zerkleinert und die Tonne so optimal befüllt werden. „Oft sind die blauen Tonnen auch halb leer und die großen Kartons stehen einfach daneben, weil die Menschen keine Lust haben, sie zu zerkleinern“, sagt Rößler.

Wer Kartons nicht zerkleinern möchte, kann sie laut Sonja Stender (DBM) kostenlos auf dem Servicehof abgeben. Der habe montags und freitags bis 17.45 Uhr geöffnet. Außerdem können die Marburger kostenlos eine größere oder eine zweite blaue Tonne bestellen.

„Wenn die Leute mitmachen und helfen, dann klappt es auch“, zeigt sich Kahle optimistisch. Würde sich nichts ändern, müssten neue, kürzere Routen erstellt werden – mit neuen Fahrzeugen und Mitarbeitern. „Die Kosten würden dann letztlich den Bürger treffen. Deswegen hoffen wir, dass es anders geht.“

von Patricia Grähling

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