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Erinnerung an Opfer Marburger Jäger

Osterspaziergang Erinnerung an Opfer Marburger Jäger

Das Bündnis „Nein zum Krieg“ macht auch an diesem Ostermontag wieder einen Osterspaziergang vom Deserteursdenkmal in der Frankfurter Straße bis zum Kriegerdenkmal im Schülerpark.

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Im vergangenen Jahr marschierten Osterspazierer in den Schülerpark.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Veranstaltung sieht sich ausdrücklich als Teil der bundesweit stattfindenden Ostermärsche der Friedensbewegung, bei denen seit den 60er-Jahren jährlich Zehntausende Menschen für atomare Abrüstung und Frieden demonstrieren.

Die Marburger Friedensaktivisten fordern die schnelle Umsetzung des Stadtverordnetenbeschlusses für eine Gedenkinstallation zu Ehren der Opfer der Marburger Jäger. „Wir wollen den Opfern ein Gesicht geben“, sagt Ralf Schrader vom Bündnis.

Im gerade verabschiedeten Haushaltsplan der Stadt für das Jahr 2017 sind 15 000 Euro für diese Gedenkinstallation sowie für das Gedenken an die Opfer des Studentenkorps Marburg vorgesehen, die 1920 bei Mechterstädt ermordet wurden.

Karsten Engewald von der „BI gegen das Kriegsdenkmal in Bortshausen!“ erinnert daran, dass sich Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) für die Entfernung des umstrittenen Denkmals in Bortshausen ausgesprochen habe. Daran müsse der OB trotz eines gegenteiligen Gerichtsurteils erinnert werden, das die Entfernung durch die Stadt für nicht rechtens hält.

In der Ukraine herrscht immer noch kein Frieden

Besonders beunruhigt sind die Bündnismitglieder von der Diskussion, die Rüstungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. „Gleichzeitig vermodern die Schulen, verschlechtern sich die Lernbedingungen, werden der jungen Generation die Lebens­grundlagen entzogen“, sagt ­Lino Haupt vom Offenen Schülertreff, und Eva Gottschaldt (VVN/Bund der Antifaschisten) ergänzt, „es stünde uns gut wohl an, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht für Militärausgaben, sondern für die Beseitigung von Fluchtursachen auszugeben.“

Pit Metz schließlich, DGB-Kreisvorsitzender und Vorsitzender der Ortenberggemeinde, berichtete, wie Folgen des Zweiten Weltkriegs noch heute in Marburg spürbar sind: Ein Kinderspielplatz „An der Schäferbuche“ am Ortenberg ist gesperrt, weil hier Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg liegen könnten. „Wenn die Stadt hier tatsächlich sucht und Blindgänger findet, muss der gesamte Stadtteil evakuiert werden – 72 Jahre nach Kriegsende, unglaublich.“

Jan Schalauske (Linke) erinnert daran, dass der Krieg nach Europa zurückgekehrt ist: In der Ukraine herrsche immer noch kein Frieden. „Wir brauchen eine neue Entspannungspolitik unter Einschluss von Russland“, sagte Schalauske, und Dr. Ulf Immelt, Orgsanisationssekretär des DGB Mittelhessen, ergänzte, dass die Staaten des Baltikum zum „Aufmarschgebiet“ des Westens würden.

Der „Osterspaziergang“ beginnt am 17. April um 11 Uhr am Deserteursdenkmal in der Frankfurter Straße. Bei der Auftaktkundgebung werden sprechen: Destina Faye Ibarra von der christlichen Micha-Initiative, Lokalgruppe Marburg, und Wolfgang Gehrcke, der stellvertretende Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion.

Abschlusskundgebung ist gegen 12.30 Uhr im Schülerpark vor dem Kriegerdenkmal. Hier sprechen Lino Haupt für den Offenen Schülertreff und Karsten Engewald von der BI gegen das Kriegsdenkmal in Bortshausen. Moderiert wird das Ganze von Ralf Schrader (DGB). Schrader kündigte zudem eine „Friedensinstallation“ am Denkmal an, die den Druck für ein Denkmal für die Opfer der Marburger Jäger erhöhen soll.

von Till Conrad

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