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Neues Zentrum für Flüchtlinge

Mauerstraße Neues Zentrum für Flüchtlinge

Die Flüchtlingsbetreuung ist von Gisselberg in die Nähe des Hauptbahnhofs umgezogen. Die Räume sind nun etwas kleiner, Beratung, Betreuung und Unterricht soll es aber weiter in großem Umfang geben.

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Die Flüchtlingsbetreuung der Stadt ist von Gisselberg an einen zentralen Ort in der Innenstadt umgezogen. Das neue „Portal“ wurde nun eröffnet.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Ein großer, heller ­Gemeinschaftsraum mit ­Küche, Spielmöglichkeiten für Kinder und einer Terrasse sind das Herzstück der Flüchtlingsbetreuung im „Portal Mauerstraße“. Daneben gibt es noch ein Büro und einen kleineren Raum für Sprachunterricht und die monatlich angebotenen ­gynäkologischen Untersuchungen. Die neuen Räume sind etwas kleiner als das bisherige Portal in Gisselberg – dafür liegen sie zentral in der Nähe des Hauptbahnhofs und sind somit laut Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies für die Geflüchteten in der Innenstadt und den Stadtteilen wesentlich leichter zu erreichen. In direkter Nachbarschaft sind zudem die Jugendkonflikthilfe und Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Über den Umzug der Flüchtlingsbetreuung in die Innenstadt hat die Stadt laut Spies nach der Schließung des Flüchtlingscamps in Cappel nachgedacht. Der Standort in Gisselberg wurde damals wegen seiner Nähe zu dem Camp ausgewählt.

Nach zwölf Wochen Umbauzeit fand dann laut Peter Schmidt, Fachbereichsleiter für Arbeit, Soziales und Wohnen bei der Stadt, Mitte März der Umzug in die Mauerstraße statt.

Die engagierten Helfer kümmern sich auch nach dem Umzug in die neuen Räume in der Mauerstraße weiter um die Geflüchteten. Sie geben in Kleingruppen Sprachkurse, bieten parallel dazu eine Kinderbetreuung an oder übernehmen Patenschaften. „In den vergangenen Jahren haben wir alle viele Anstrengungen unternommen, um Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, so aufzunehmen, wie es sich gehört“, sagte der Oberbürgermeister bei der Vorstellung des neuen „Portals“ zu den Helfern. „In Marburg werden Maßstäbe gesetzt für den Umgang mit Geflüchteten – und das mit enormer ehrenamtlicher Unterstützung“, bedankte er sich. Und bedauerte in dem Zusammenhang die Entscheidung des Landes, das Camp in Cappel zu schließen: „Wir haben hier schließlich  einen hohen Standard ehrenamtlichen Engagements etabliert.“ Er sei sich nicht sicher, ob das überall in der Form gelinge.

Ehrenamtliche beklagen kostenpflichtige Parkplätze

Diese „empathische Qualität“ jedenfalls sei das Wichtigste in Marburg und mache die Arbeit mit den Geflüchteten aus. „Ich hoffe, dass wir diese Empathie auch mit an diesen Ort nehmen.“ Laut Peter Schmidt sei es das Ziel, das „Portal Mauerstraße“ nun „zu einer Begegnungsplattform weiterzuentwickeln“.

Schmidt lud die Gäste daher zu einem Gang durch die neuen Räume und zu zwanglosen Gesprächen mit den Geflüchteten und den Ombudsleuten ein. Bei dieser Gelegenheit sprachen die Ehrenamtlichen auch Kritik aus: Der große Gemeinschaftsraum sei etwa ungeeignet, um darin zeitgleich Kinder zu betreuen und die Eltern zu unterrichten. „Wir prüfen, ob wir flexible Trennwände für den Schallschutz einbauen können“, sagte Schmidt. Und der Oberbürgermeister versprach eine Lösung für das Problem, dass es am neuen Portal keine Parkplätze für die Ehrenamtlichen gebe – sondern nur öffentliche Parkflächen, die Gebühren kosten. Das betreffe etwa 30 bis 40 Helfer, die laut den Ombudsleuten mit dem Auto zum Portal kommen. „Ansonsten sind die neuen Räume aber hell, freundlich und toll“, lobten sie.

Laut Schmidt sind in den vergangenen Jahren mehr als 800 Flüchtlinge nach Marburg gekommen. Von ihnen seien inzwischen 53 Prozent anerkannt.

von Patricia Grähling

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