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Neue Wegpaten nehmen Arbeit auf

Hugenotten- und Waldenserpfad Neue Wegpaten nehmen Arbeit auf

Mitten durch den Landkreis verläuft der Kulturfernwanderweg. Dass der heimische Streckenabschnitt künftig aufgeräumt und gut begehbar bleibt, ist das Anliegen der sechs neuen Wegbetreuer.

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Neue Wege beschreiten: Doris Heineck (von links), Renate Buchenauer, Laura Finke, Bernhard Keitel, Wolfgang Marx, Johanna Stiller, Armin Feulner und Jutta Bradke. Es fehlen: Monika Balz und Helmut Bärthel.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Der geschichtsträchtige Hugenotten- und Waldenserpfad ist als Europäische Kulturroute zertifiziert und wächst stetig. 2 000 Kilometer ist er lang und verläuft teilweise durch den Landkreis.

Zahlreiche Menschen aus verschiedenen Ländern kümmern sich um die Pflege der Strecke. Im Marburger Raum gibt es davon nun sechs neue Wegbetreuer: Laura Finke, Jutta Bradke, Monika Balz, Bernhard Keitel, Wolfgang Marx und Helmut Bärthel haben sich als ehrenamtliche Wegemarkierer verpflichtet. Sie wollen sich um einzelne Streckenteile in der Region Marburg und Umgebung kümmern.

Damit sind sie Teil eines länderübergreifendes Netzwerks aus Wanderfreunden, die sich allesamt dem Erhalt der historischen Route verschrieben hat. Diese kennzeichnet die ehemaligen Fluchtrouten der religiös verfolgten Hugenotten und Waldenser. Auf einer Strecke von 2 000 Kilometern zieht sich der Pfad von den südfranzösischen Cevennen und piemontesischen Alpentälern in Italien bis nach Bad Karlshafen, der Hugenottenstadt in Nordhessen.

Die Idee, den Weg wiederzuentdecken und zu kennzeichnen, entstand vor rund zehn Jahren. Ähnlich wie auf dem Jakobsweg sollte die Erinnerung an die Vergangenheit in Form eines Wanderwegs festgehalten werden, „wir begeben uns auf die Spuren der Flucht“, erklärte Renate Buchenauer, Koordinatorin des gleichnamigen Trägervereins Hugenotten- und Waldenserpfad. Der Verein wurde 2009 gegründet. Die Mitglieder kümmern sich gemeinsam mit verschiedenen Wandervereinen, Naturparks, Kommunen und Privatpersonen um die Markierung der Strecke, „das Rückgrat des Vereins“. Die sechs neuen Wegpaten konnten in diesem Jahr über die Freiwilligenagentur und die Marburg Stadt und Land Tourismus Gesellschaft gewonnen werden.

Die einzelnen Teammitglieder leben verstreut im Landkreis, jeder kümmert sich um eine eigene Etappe auf ihrer rund 60 Kilometer langen Strecke. Die verläuft zwischen dem Christenberg im Burgwald, über Marburg, der Frauenberg-Schleife bis nach Gladenbach-Mornshausen.

Unterstützung willkommen

Mindestens einmal im Jahr wollen die Betreuer selbst über die Route wandern, diese mit farbigen Aufklebern oder Plastikschildern markieren und eventuelle Hindernisse melden.

Kleinere Störungen sollen eigenhändig beseitigt werden. Dazu hat sich das Team bereits mit entsprechenden Utensilien ausgerüstet. Werkzeug zur Reparatur, Sägen, Nägel, Kleber, „eine kleine Waldarbeiterausrüstung steht bereit“, berichtete der neue Wegbetreuer Wolfgang Marx. Der Wanderfan betreut bereits den parallel verlaufenden Burgwaldpfad. Als frischgebackener Rentner hat er mehr Zeit, um noch weitere Strecken zu übernehmen, „der nächste Pfad kann kommen“, sagt der 64-Jährige.

Die Unterstützung ist sehr willkommen. Der gemeinnützige Verein ist auf ehrenamtliche Helfer angewiesen, wäre finanziell nicht in der Lage, die professionelle Wegmarkierung über Fachfirmen zu organisieren. „Wir sind sehr dankbar und so froh, dass Sie sich gemeldet haben“, lobte Buchenauer. Die neuen Wegpaten freuen sich auf ihre künftige Aufgabe. „Wir wandern sowieso gerne und wir finden den historischen Hintergrund interessant – da können wir auch gleich mithelfen“, finden Laura Finke und Bernhard Keitel.

Der Kulturroute komme zunehmend Bedeutung zu, sie wurde als Schwerpunktprojekt für das Europäische Kulturerbejahr 2018 ausgewiesen. Bereits im laufenden Reformationsjahr finden verschiedene Kulturveranstaltungen rund um die Route statt.

von Ina Tannert

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