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Neue Löschanlage und bessere Lüftung

Staatsarchiv Neue Löschanlage und bessere Lüftung

„Die Zukunftsfähigkeit des Archivgebäudes ist jetzt gesichert“, freute sich Archivdirektor Dr. Andreas Hedwig im Gespräch mit der OP. Auch in Sachen Sicherheit wurde nachgerüstet.

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Archiv-Mitarbeiter Dr. Francesco Roberg ordnet im Magazin des Staatsarchivs alte Handschriften. Für die Bestandserhaltung der Archivalien tragen eine bessere Klimatisierung und eine neue Wassernnebellöschanlage  viel bei.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Im Staatsarchiv am Friedrichsplatz wurden jetzt eine Löschanlage und eine Klimatisierung eingebaut. Dr. Andreas Hedwig, Leiter des Marburger Staatsarchivs, freut sich über die jetzt erfolgte Umrüstung. Sie soll einerseits der Bestandserhaltung und andererseits dem Brandschutz dienen. Zudem wurde auch in puncto Sicherheit nachgerüstet.

Nach rund zehn Jahren Vorlauf erfolgten die Arbeiten im vergangenen Jahr, erläuterte Hedwig. Dabei konnten die Archiv-Verantwortlichen die Anregungen aus einem Gutachten einer Spezialfirma aus Thüringen umsetzen.

Sehr froh ist Hedwig darüber, dass jetzt eine funktionierende Klimatisierung gewährleistet ist. Möglich ist dies durch den Einbau einer speziell auf die Gebäude-Besonderheiten des Staatsarchivs zugeschnittenen Klimaanlage. Besonders wichtig sei dies für die Magazine, in denen das wertvolle Archivgut aus den vergangenen Jahrhunderten lagert.

Denn dort war zuvor eine Klimatisierung vorher vorwiegend über das Öffnen und Schließen von Fenstern möglich. Als mindestens ebenso wichtig beurteilt der Archivdirektor jedoch auch den Einbau einer Wassernebellöschanlage. Sie soll den Erfordernissen des Brandschutzes Rechnung tragen. Bisher war das Staatsarchiv brandschutztechnisch nur mit Feuerlöschern und Rauchmeldern ausgestattet. Ein darüber hinausgehender Brandschutz musste aber immer mit berücksichtigen, dass die Gesamtkonstruktion des Hauses mit einer Stahl­skelettbauweise beim Löschen mit Wasser nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden durfte.

Brand-Löschung mit Hilfe eines Wassernebels

Bei der neuen „Aktiv-Löschanlage“ wird über einen Hochdruckbehälter Wasser aus einem im Gebäude aufgestellten großen Wassertank zerstäubt und dann als Wassernebel durch  die Leitungen hindurchgeleitet. Alle Räume – von den Bibliotheken und Büros über die Magazine bis hin zum Landgrafensaal – sind nunmehr mit Sprinkleranlagen ausgestattet.

Im Fall eines Brandes und wenn die Rauchmelder anschlagen, kann von oben das Löschen eines Brandes mit Hilfe des Wassernebels starten.

Der Einbau der neuen Löschanlage ging nicht auf gesetzliche Anforderungen in Sachen Brandschutz zurück, sondern auf eine Eigeninitiative der Archiv-Verantwortlichen, macht Hedwig deutlich.

Einiges hat sich auch getan in Sachen Sicherheit und Schutz vor Diebstahl. Das beginnt außen am Gebäude, wo rundherum Videokameras angebracht sind. Und es geht weiter mit einer erneuerten Schließanlage sowie „Bewegungsfallen“ im Treppenhaus und setzt sich fort mit einer abgestuften Abfolge von drei Sicherheitszonen bis hin zum sensibelsten Bereich –  den Magazinen, in denen die Archivalien lagern.

Finanziert wurden alle Umbauten und Erneuerungen in dem Landesgebäude über die hessische Landesregierung. Freigegeben wurden die Mittel durch das Finanzministerium in Wiesbaden.  Insgesamt kostete die Gebäudeumrüstung rund vier Millionen Euro.

Davon wurden für die Klimatisierung 1,2 Millionen Euro benötigt. Die Wassernebellöschanlage kostete 2,2 Millionen Euro. Für die Sicherheits-Einbauten wurden 600 000 Euro benötigt.

  • Beim „Tag der Archive“ am 4. März werden eigens Führungen durch das Marburger Staatsarchiv angeboten, um die Neuerungen vorzustellen. Bereits am Mittwoch, 17. Januar, findet ab 17 Uhr der Neujahrsempfang im Staatsarchiv statt, bei dem Hedwig auch auf die Umbauten im Gebäude eingehen wird.

von Manfred Hitzeroth

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