Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Regen

Navigation:
Neue Firma fährt Hausmüll ab

Abfallentsorgung Neue Firma fährt Hausmüll ab

Der Hausmüll in der Universitätsstadt wird nicht mehr von den Dienstleistungsbetrieben Marburg (DBM) abgefahren. Das soll auf Kunden keine Auswirkungen haben.

Voriger Artikel
IC rauscht an Haltestelle Marburg vorbei
Nächster Artikel
Experimente unter Extrembedingungen

Die Stadtwerke Marburg haben zum Jahresbeginn eine zweite Entsorgungs-Gesellschaft gegründet.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Eine neue Firma hat die Müllabfuhr zum 1. Januar­ übernommen. Sie heißt Marburger Kommunalentsorgungs-GmbH (MKG) und ist eine Tochter der Stadtwerke. Diese brachten ihre jüngste Gesellschaft ­Anfang des Jahres still und leise an den Start.

Über Neugründung und Umorganisation informierte die MKG am Freitag auf OP-Anfrage. Die Umstrukturierung sei „aufgrund von vergaberechtlichen Aspekten“ erfolgt. Das sagt Jürgen Wiegand, der zugleich bei der neugegründeten MKG und bei der Marburger Entsorgungs-GmbH (MEG) als Geschäftsführer tätig ist. Die MKG hat von den DBM die Entsorgung von Restmüll, Biomüll, Altpapier und Sperrmüll übernommen. Dafür übertrugen die DBM einen Fuhrpark von 15 Müllautos zum Restwert von 750.000 Euro an die MKG.

Trennung von gewerblicher und kommunaler Abfuhr

Ziel sei eine „rechtlich sichere Struktur“ gewesen, die es MKG und MEG ermöglicht, sich an überörtlichen Ausschreibungen­ zu beteiligen, sagt Wiegand. Denn die Stadtwerke wollen ihre Geschäfte jenseits des Marburger Stadtgebiets ausbauen. „Und Außengeschäfte dürfen von der Stadt nicht unterstützt werden, das besagen die Beihilfe-Richtlinien.“ Die Stadtwerke verfügen nun also über zwei Entsorgungsgesellschaften: über die MEG für die gewerbliche Müllentsorgung und die Hausmüllabfuhr in anderen Kommunen, über die MKG für die kommunale Hausmüllabfuhr.

Eine Übernahme der Hausmüllabfuhr vom DBM in die bereits existierende MEG war laut Wiegand nicht möglich. Das liege am Umsatz der MEG, der zu rund 30 Prozent aus der Container-Abfuhr für Firmen stamme.

„Um die kommunale Entsorgung abwickeln zu dürfen, hätte die MEG nach Richtlinien der Abfallwirtschaft mindestens 80 Prozent ihres Umsatzes aus dem Geschäft mit der kommunalen Entsorgung vor Ort tätigen müssen“, erläutert Wiegand. Die Neugründung eines weiteren Entsorgungs-Unternehmens bei den Stadtwerken sei somit unumgänglich gewesen, um die gewerbliche Müllabfuhr von der kommunalen zu trennen. Für die 22 Mitarbeiter, die zuvor als Beschäftigte der DBM den Restmüll abgefahren haben, hat sich laut Wiegand nichts geändert „außer dem Firmennamen auf der Abrechnung“.

Für die Bürger ändert sich nichts

Das gleiche gelte für die gut 40 Mitarbeiter der MEG, die weiterhin die gelben Säcke in Marburg abfahren und dafür seit Jahresbeginn auch in Münchhausen und Wohratal zuständig sind. Die MEG tritt dabei als Subunternehmer des deutschlandweit tätigen Entsorgungsunternehmens Suez auf. Als kommunaler Drittunternehmer organisiert die MEG zudem für Ebsdorfergrund (seit 2011), Rauschenberg und Münchhausen (seit 2005) die Abfuhr von Restmüll, Sperrmüll, Altpapier und Biomüll.

Bei der Verwertung des Mülls aus Marburg gibt es keine Veränderungen: Der Restmüll geht von der Umladestation in Wehrda an die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda zur Verbrennung im Müllheizkraftwerk Kassel. Wertstoffe­ aus dem Sperrmüll sowie Altpapier werden an Recycling-­Unternehmen verkauft. Der Inhalt der Marburger Biotonnen geht an die Biogas- und Kompostierungsanlage im Stadtteil Cyriaxweimar. Die Anlage gehört zur MEG.

Wichtige Info für Bürger: Der Abfuhrkalender gilt weiterhin. Auch bei den Mülltonnen bleibt alles beim Alten. Für die Gebührenbescheide ist nach wie vor das städtische Steueramt zuständig. Es hilft Bürgern auch, wenn neue Mülltonnen benötigt werden und ist unter Telefon 06421/2011-230 sowie per E-Mail an steuer@marburg-stadt.de erreichbar.

von Carina Becker-Werner

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr