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Mietpreise für Mini-Wohnungen steigen

Wohnungssuche Mietpreise für Mini-Wohnungen steigen

Die Mietpreise für Kleinwohnungen in Marburg zählen zu den teuersten in Deutschlands Universitätsstädten. Das ist das Ergebnis eines Vergleichs der Quadratmeterpreise in 65 Kommunen.

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Schwankende Durchschnitts-Quadratmeterpreise pro Semester, aber seit Jahren ein Trend: Mieten für Kleinwohnungen sind laut Auswertung eines Online-Immobilienportals nur in zwölf anderen Universitätsstädten teurer als in Marburg.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Auf Augenhöhe mit Hamburg und Köln: In der Rangliste des Internetportals „Immowelt“ belegt Marburg – eingerahmt von den beiden Metropolen – Rang 13. Für eine Wohnung mit bis zu 40 Quadratmetern beträgt der Quadratmeterpreis demnach im Durchschnitt 11,80 Euro. Das ist eine Steigerung im Vergleich zu von vor zwei Jahren, damals ermittelte das Onlineportal Durchschnittskosten von 10,50 Euro für dieselbe Apartment-Art in Marburg.

Für Single-Unterkünfte in vergleichbaren Städten geht der Trend in eine ähnliche Richtung. In Gießen sind die Preise etwas günstiger (11,20 Euro), ebenso in Trier (10,80 Euro), während die Mietkosten in Tübingen höher sind (12,20 Euro) als in Marburg. Am teuersten sind Kleinwohnungen in München (19,70 Euro), Ingolstadt (15,20 Euro) und Frankfurt (14,10 Euro).

Am günstigsten wohnen Mieter von Kleinwohnungen in Chemnitz (5,20 Euro), Gelsenkirchen (6 Euro), Cottbus und Magdeburg (jeweils 6,20 Euro).

Doch nicht nur für kleine Apartments werden kontinuierliche Preissteigerungen ermittelt. Im Vergleich aller deutschen Mittelstädte (zwischen 50 000 und 100 000 Einwohner) hat sich der Durchschnitts-Quadratmeterpreis in Marburg laut Immowelt binnen der vergangenen fünf Jahre um 15 Prozent von 8,40 Euro auf 9,70 Euro erhöht. Eine Quote, die allerdings eine mittelmäßige ist und unter den Steigerungsraten etwa in Gießen (42 Prozent), Fulda (33 Prozent), Hanau (24 Prozent) und Wetzlar (23 Prozent) liegt.

Schimmel, Wucherpreise und nackte Vermieter

Die OP hat anlässlich dieser Auswertungen mehrere Marburger gefragt, welche Kuriositäten sie bei ihrer Wohnungssuche erlebt haben. Eine Auswahl: „Ich habe lange nichts gefunden, dann schrieb ich den Anbieter einer Wohnung an, die seit Langem inseriert war. Ich signalisierte Interesse, und der Vermieter hat dann bei der Besichtigung gar nicht mehr aufgehört mit der Aufzählung von Verboten: keine Haustiere, Kinder unerwünscht, Garage nicht als Abstellkammer benutzen, keine Löcher in die Wände bohren und die Heizung wegen ihres Alters nur frühmorgens und abends anstellen. Ich bin da nicht eingezogen, aber ein Verzweifelter wird sich sicher gefunden haben, die Wohnung habe ich jedenfalls nicht mehr als Angebot gesehen“, sagt Stefan Stumpf (31).

„In Weidenhausen wartete ich mit anderen, dass der Vermieter uns die Wohnung zeigt. Stattdessen kam plötzlich ein bis auf die Unterhose nackter Mann aus der Haustüre, die Zahnbürste im Mund und murmelte irgendwas mit Miete. Alle dachten, das ist der Kerl, der aktuell noch in der Wohnung lebt. Es stellte sich aber heraus, dass das der Vermieter ist. Dementsprechend sah die Wohnung aus“, erinnert sich Theresa Hoffmann (25).

„Mich hat einfach immer wieder umgehauen, was einem als Wohnraum angeboten wird. Ich stand mal in einem dunklen Kellerloch, das acht Quadratmeter klein war, und wo bestenfalls ein Bett, ein Regal und ein Schreibtisch reinpassen. Dafür wollte ein Vermieter mal 250 Euro Kaltmiete haben“, sagt Benedikt Schüller (22).

„Als wir mit den Kindern am Richtsberg umziehen wollten, hat uns ein Vermieter den Grün-Schwarz-Ton der Wohnung als Wandfarbe der Vormieter verkaufen wollen, dabei war das eindeutig Schimmel“,  sagt Valentina Kowalczyk (49).

Grundsätzlich sind Aussagen über die Repräsentativität beziehungsweise Vergleichbarkeit der Immowelt-Erhebungen schwierig. Grund: Die Daten beschränken sich auf die im Untersuchungszeitraum angebotenen Wohnungen, womit es bei den Quadratmeterpreisen Schwankungen gibt. Jedoch lassen sich Preistrends ablesen, und deren Richtung zeigt beständig nach oben.

  • Haben Sie bei Ihrer Wohnungssuche auch Kurioses erlebt? Schicken Sie uns Ihre Geschichte via E-Mail: marburg@op-marburg.de

von Björn Wisker

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