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Demonstranten pfeifen auf Rassismus

Marsch durch die Innenstadt Demonstranten pfeifen auf Rassismus

Protest gegen den Einzug der AfD in den Bundestag und für eine vielfältige Gesellschaft: Rund 300 Demonstranten sind gestern, unterstützt von Polit-Hip-Hop aus Musikboxen, durch die Innenstadt gelaufen.

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Rund 300 Demonstranten liefen gestern vom Hauptbahnhof über Elisabethkirche und Steinweg bis zum Elisabeth-Blochmann-Platz. Immer auch mit dabei: die Polizei.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Egal welche Sexualität oder aus welcher Kultur: Wir alle gehören zu Deutschland“, sagt Monica Di Sarno, eine der Demo-Organisatorinnen auf OP-Anfrage. Den Protestteilnehmern gehe es darum, die Vielfalt in der Gesellschaft aufzuzeigen, man lehne den etwa von der AfD vorangetriebenen „Ausschluss bestimmter Menschengruppen“ ab und wolle stattdessen das Zugehörigkeitsgefühl aller im Land fördern.

Kritik äußerten Demonstranten sowohl an der Bundes- als auch der Kommunalpolitik, speziell dem politischen Kurs der SPD. Es sei kein Zufall, dass die AfD ihre besten Ergebnisse – bis zu 25 Prozent – am Richtsberg und im Stadtwald geholt habe, sagt eine Sprecherin der Gewerkschaftsjugend. „Das ist dort, wo die Nicht-Beteiligten wohnen und wo Kürzungen im Sozialbereich die größten Auswirkungen haben.“ 

Die AfD, ihr Bundestagswahlergebnis sei „nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Di Sarno. Rassistisches, völkisches, anti-sozialstaatliches Gedankengut „hat die Köpfe nie verlassen“, es sei immer wieder aufgeflackert und habe seit einiger Zeit im täglichen Leben, künftig auch im Bundestag, einen Platz gefunden.

„Wir stellen uns gegen den Hass, wollen miteinander in Verbindung bleiben und all die Brände, die es schon gibt, gemeinsam löschen“, sagt ein Kundgebungs-Redner unter dem Beifall der rund 300 Zuhörer. Die Demonstranten zogen – leise, friedlich und mit wenigen Plakaten und Gesängen – durch die Innenstadt, in der Nordstadt kam es zu einem Stau im Feierabendverkehr. 

von Björn Wisker

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