Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 4 ° Gewitter

Navigation:
Topstandort für Immobilienkauf

Investoren Topstandort für Immobilienkauf

Schnäppchen-Stadt für Investoren? Stärker als in Metropolen wie Frankfurt lockt der Markt in Marburg Haus- und Wohnungskäufer mit Renditen, gilt unter Immobilienexperten als Geheimtipp.

Voriger Artikel
Wenn die Trauer das Leben erdrückt
Nächster Artikel
Parcours zeigt drei Stufen der Krankheit

Im Vergleich von 110 Städten gelten vor allem Marburgs Bestandsbauten als attraktive Objekte sowohl für Investoren mit Renditeerwartungen als auch für Privatleute, die eine Selbstnutzung anstreben. Bei Neubauten sieht es anders aus.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Kaufpreise und Mieten in Metropolen wie Frankfurt, Köln, München und Co. sind hoch und steigen weiter – für Wohnrauminvestoren senkt das zusehends deren Attraktivität. Der Immobiliendienstleister Dr. Lübke & Kelber hat nun untersucht, wo im Vergleich von Rendite und Risiko noch Schnäppchen zu machen sind. Die Studie kommt zu dem Ergebnis: Die attraktivsten Bedingungen finden Immobilieninvestoren abseits der Großstädte und Metropolregionen – etwa in Marburg (Bestandsbauten Rang 19 von 110, Neubauten Rang 53 von 110).

Für das Ranking haben die Experten Kennziffern für 110 Städte ermittelt. In der Studie „Risiko-Rendite-Ranking 2017“ hat der Immobiliendienstleister Dr. Lübke & Kelber anhand zahlreicher Daten aus dem Immobilienmarkt sowohl eine Risiko- als auch eine Renditeeinschätzung für jede Stadt getroffen und dann verglichen, wo die tatsächlich zu erwartende Rendite die angesichts des Risikos zu erzielende Mindestrendite am weitesten übersteigt.

Das Ergebnis: In Städten wie München, Frankfurt oder Stuttgart sind die Risiken eines Immobilieninvestments sehr gering. Allerdings sind dort auch die erzielbaren Renditen mittlerweile deutlich niedriger, weil die Preise stark gestiegen sind.

Das Ranking zeigt: In vielen Städten, darunter Wiesbaden und das mit Marburg vergleichbare Tübingen, ist das Verhältnis zwischen Risiko und Rendite nicht mehr attraktiv. Die zu erzielende Eigenkapitalrendite liegt unter dem Wert, den man beim jeweiligen Risiko laut Dr. Lübke & Kelber mindestens erzielen müsste.

Hessenweit muss sich bei der Bestandsbau-Analyse Marburg lediglich Fulda knapp geschlagen geben, Gießen liegt auf Platz 60. Bei der Neubauten-Rendite-Analyse rutscht die Universitätsstadt knapp hinter Gießen. Das heißt: Der Kauf eines Neubaus lohnt in Marburg weniger.

Die Untersuchung richtet sich zwar in erster Linie an Immobilieninvestoren, die Wohnungen kaufen und vermieten wollen. Doch auch für Privatleute, die eine Immobilie zur Selbstnutzung suchen, sind die Daten interessant. Denn die Zahlen geben Hinweise darauf, ob sich angesichts der Höhe des Kaufpreises eine Investition noch lohnt, wenn man die Wohnung oder das Haus vermieten muss – beispielsweise nach einem berufsbedingten Wohnortwechsel.

Mieten oder kaufen? Eine Frage des Immobilienalters

Aus dem Ranking lässt sich auch ermitteln, in welchen Kommunen Kaufen besser ist als Mieten. Dazu wurde die Differenz zwischen finanzieller Belastung durch Miete und Immobilienerwerb in Prozentpunkten ermittelt. Das Ergebnis: In kaum einer Stadt ist der Kauf eines Neubaus ratsam, hessenweit erreicht nur Gießen einen Minimal-Positivwert (0,4 Prozent). Zum Vergleich: Marburg liegt bei minus 2,8 Prozent.

Bei Bestandsbauten sieht es anders aus, dort erzielt Marburg ein Positivergebnis. Das heißt: Hier ein bereits gebautes Haus oder eine Wohnung zu kaufen, ist langfristig besser, als es zu mieten.

„Die Voll-Infrastruktur, etwa mit Klinikum, Einkaufsmöglichkeiten und Zugverbindungen in alle Himmelsrichtungen macht Marburg als Wohnlage attraktiv, die Stadt ist ein guter Immobilienstandort“ heißt es vom Verband der Immobilienberater Hessen (IVD). Zwar werde vermutlich niemand, der im Rhein-Main-Gebiet arbeite, bis nach Marburg ziehen, um etwa den in Südhessen höheren Miet- und Kaufpreisen zu entgehen. Da aber die Mietnachfrage – gerade durch den Zuzug aus der mittel- und nordhessischen Region sowie von Studenten – „dauerhaft bestehen“ werde, seien langfristig „gute Gewinne“ vor allem bei der Weitervermietung möglich. Makler Frank Alexander sagt: „Marburg lebt aber noch mehr als andere Gegenden von dem Zuzug aus dem Umland, und natürlich von Studenten. Angesichts dessen ist das Potential dann doch begrenzter.“

„Mit einer langfristig gesicherten Fremdfinanzierung bei den aktuell günstigen Zinsen sind weiterhin attraktive Eigenkapitalrenditen erzielbar“, sagt Ulrich Jacke, Geschäftsführer von Dr. Lübke & Kelber. Sein Rat: Jene, die Immobilien kaufen wollen, sollten sich noch intensiver mit den renditestärkeren Investitionsstandorten abseits der Topstädte auseinandersetzen – zu diesen zählte unter anderem Marburg. Universitätsstädte seien Standorte mit „besonders lohnenden Investments“.

von Björn Wisker

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr