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Marburg hat 16 neue Gästeführer

Stadtführungen Marburg hat 16 neue Gästeführer

Marburg bietet zunehmend Stadtführungen für Menschen mit Behinderungen an.

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Die neuen Marburger Gästeführer erhielten von den Vertretern der Stadt ihre Zertifikate.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. „Nur in wenigen Städten gibt es Führungen von Gehörlosen für Gehörlose“, erklärte Stadträtin Ursula Schulze-Stampe am Donnerstag im Rathaus. Marburg sei jetzt eine von ihnen, denn unter den 16 neuen Gästeführern, die bei einer Feierstunde ihr Zertifikat verliehen bekamen, waren erstmals auch zwei Gehörlose dabei.

Klaus Hövel, Geschäftsführer der Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH, erklärte: „Jeder soll eine Führung machen können.“ Auf die Bedürfnisse von Menschen mit Mobilitätseinschränkung und Sehbehinderung sei man bereits eingestellt gewesen, das Angebot für Gehörlose sei nun ein weiterer Baustein. Die Stadt für möglichst viele Gäste mit Beeinträchtigungen erlebbar zu machen, hat sich auch der Verein „Marburg für alle“ auf die Fahnen geschrieben.

Eigens geschulte Mitarbeiter bieten auch Führungen für Gehörlose an

Vertreterin Theresia Jacobi, die an der Ausbildung der beiden Gehörlosen beteiligt war, erklärte, deren Ausbildung habe die Lehrer vor ganz neue Herausforderungen gestellt. „Eine Bildbeschreibung ist gar nicht so einfach, wenn die, die das lernen sollen, ganz wo anders hingucken.“ Das Schloss, die Elisabethkirche, die Altstadt und die Universität waren die Schwerpunkte, denen sich die Gästeführer in samstäglichem Blockunterricht über drei Monate hinweg widmeten. In geringerer Stundenzahl beschäftigten sie sich auch beispielsweise mit Didaktik und berühmten Persönlichkeiten. Ausgebildet wurden sie bis auf zwei externe Dozenten vom Arbeitskreis Gästeführer.

„Wir haben bei der Auswahl der neuen Gästeführer darauf geachtet, wer Lust hat, Themenführungen zu machen“, so Hövel. Thematische Führungen im Kostüm seien immer gefragter. „Die Gäste wollen auch etwas erleben, nicht nur Wissensvermittlung.“ Auch in Zeiten von Social Media sei Expertise aus erster Hand gefragt.

von Freya Altmüller

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