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Umbenennung nicht ausgeschlossen

„Marburg Mall“ Umbenennung nicht ausgeschlossen

Die OP-Abstimmung zur Umbenennung der „2M Marburg Mall“ wurde zwar von Spaßvögeln manipuliert. Rechnet man aber deren Massenklicks für „Shoppy McShop-face“ raus, gibt es zwei Favoriten der OP-Leser.

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Zumindest vorerst bleibt es laut Immobilieneigentümer bei „2M Marburg Mall“.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Und plötzlich schoss die Klickzahl in die Höhe: Die Online-Abstimmung auf der OP-Homepage ist über das vergangene Wochenende, ziemlich genau einen Tag nach ihrer Erstellung, offensichtlich verfälscht worden. Nie dagewesene 650 000 Klicks bedeuten den formalen Abstimmungssieg für einen der wenigen eingesendeten „Spaß-Vorschläge“.

Unter den seriösen Ideen gibt es jedoch ebenfalls deutliche Sieger: Auf Augenhöhe mit je mehr als 200 Jastimmen liegen „Gutenberg Center“ und „EliCe“ (Elisabethcenter). Für den aktuellen Namen „2M Marburg Mall“ stimmte kaum jemand (zehn Stimmen). Insgesamt nahmen – die frisierten Klicks herausgerechnet – mehr als 1 100 Personen an der Umfrage teil.

Was sagt der Immobilieneigentümer zu der anhaltenden Kritik an der Mall-Bezeichnung – und kommt eine Umbenennung, vielleicht sogar mit einem der OP-Leser-Vorschläge in Betracht? „Uns war in dem Moment, als wir uns zu dem Namen durchgerungen haben, klar, dass es Kritik geben würde“, sagt Klaus Diegelmann von der Werner-Gruppe. Richtig glücklich sei man mit der Bezeichnung auch nicht, intern nenne man das Gebäude nur 2M – „das Wort Mall ist lediglich noch ein Krückstock“.

Die Entscheidung sei zwar getroffen, eine Änderung schließt Diegelmann im Nachgang der OP-Umfrage jedoch nicht aus. „Erst mal werden wir den Namen stehen lassen, mit der Stadt wäre zu besprechen, wie das Ganze eventuell weitergeht.“

„Werden den Namen nochmal diskutieren“

Von Beginn an hätte man eigentlich weder eine Mall noch ein Center gewollt, „einfach nichts, was den typischen Shoppinggedanken in den Vordergrund schiebt“. Seitens der Stadtverwaltung, in der aber auch kaum jemand glücklich über den aktuellen Namen ist, wäre dem Eigentümer vor der Entscheindung von bestimmten favorisierten Namensgebungen – die auch in der OP-Umfrage auftauchen – abgeraten worden. Nach der anhaltenden Kritik könne es aber sein, dass „wir den Namen nochmal neu diskutieren“, da  es „das Image einer beliebigen Einkaufsmaschine zu verhindern gilt“.

Jan-Bernd Röllmann, Stadtmarketing-Chef, wirbt bei der Bezeichnung ebenfalls für einen „neuen Einschlag“, etwa Passage oder Arkade statt dem „schon zig Mal vorhandenen Center“, wie etwa beim dem Ex-Allianz-Haus gegenüberliegenden Schloßberg sowie dem nahen Erlenring oder Ortenberg. Welcher Name vor einer solchen Bezeichnung am ehesten stehen solle, lasse sich auch bei der OP-Umfrage mit Gutenberg, Elisabeth oder Philipp erkennen. Röllmanns Einschätzung: Gutenberg passe nur zur Straße, nicht aber zur Stadtgeschichte – im Gegensatz zu Landgraf Philipp oder der Heiligen Elisabeth. „Der Vorschlag EliCe klingt sehr schön, könnte aber für viele speziell aussprache- und image-technisch schwierig werden“, sagt er. Den für die Universitätsstadt historisch bedeutsamen Philipp hält Röllmann persönlich für den „idealen Namenspatron“. Persönlich favorisiere er die Vorsilbe „Passage“ – die OP-Leser gaben einer „Philipps Passage“ allerdings nur einen Bruchteil der Stimmen von „EliCe“ und „Gutenberg Zentrum“.

von Björn Wisker

Hintergrund
Der Name „2M Marburg Mall“ fußt auf einem seitens der Stadtverwaltung und des Immobilieneigentümers ausgerufenen Wettbewerbs. Nach der getroffenen Entscheidung gab es in der Stadt viel Kritik an der Namenswahl. Die Grünen forderten zuletzt in der Stadtverordnetenversammlung einen neuen Wettbewerb, um eine Namensänderung herbeizuführen – vergeblich.
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