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Wyrola Biedebach neue Direktorin der Luther-Schule

Lehrerin aus Leidenschaft Wyrola Biedebach neue Direktorin der Luther-Schule

Seit dem 1. Februar ist es amtlich: Wyrola Biedebach tritt die Nachfolge von Karl Goecke an, der im Sommer vergangenen Jahres von der Martin-Luther-Schule verabschiedet wurde.

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Wyrola Biedebach an ihrem neuen Arbeitsplatz: Fast täglich erhält die Marburgerin Blumen für ihr neues Amt als Leiterin der Martin-Luther-Schule.

Quelle: Simone Schwalm

Marburg. Wyrola Biedebach tritt die Nachfolge von Karl Goecke an, der im Sommer vergangenen Jahres verabschiedet wurde (OP berichtete). Seit Juni 2011 ist die Marburgerin an der Martin-Luther-Schule (MLS) Lehrerin der Fächer Deutsch und Russisch. Darüber hinaus war sie als Leiterin des Fachbereichs I tätig, dann als Studienleiterin. Ihre bisherigen Aufgaben umfassten etwa die Beratung des Kollegiums, die Organisation der Oberstufe sowie das Erstellen von Klausur- und Prüfungsplänen.

Ein halbes Jahr Vorbereitungszeit

Auf ihre Position als Schulleiterin hat sich Biedebach bereits seit einem halben Jahr vorbereitet, indem sie sich Aufgaben mit dem stellvertretenden Schulleiter Michael Pichl teilte. Außerdem hat sie sich unter anderem in den Bereichen Personalverwaltung, Rechtsfragen und Moderation von Konflikten fortgebildet.  

Als Schulleiterin ist Biedebach eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern sowie den städtischen Gremien wichtig. Auch die Nähe zu den insgesamt 82 Lehrern und 16 Referendaren möchte sie beibehalten. „Mir ist der regelmäßige Kontakt mit allen Kollegen wichtig und dass die Kommunikation gut untereinander funktioniert.“ Vor allem möchte sie den Lehrern ihre Wertschätzung entgegenbringen für ihr Engagement neben dem Unterricht. Daher möchte sie auch ihre Entscheidungen immer transparent machen, damit diese nachvollziehbar sind.

Mehr englischsprachiger Austausch

Ebenso möchte die 49-Jährige dem Wunsch vieler Eltern nachkommen, weitere englischsprachige Austausche zu ermöglichen, und das Angebot während der Ganztagsbetreuung sowie die naturwissenschaftlichen Fächer weiter ausbauen.

Um die Stelle als Schulleiterin hat sich Biedebach beworben. Dabei war ihr wichtig, dass Schulleitung und Kollegium hinter ihr standen. Alle anderen beruflichen Stationen, die sie bisher durchlaufen hat, haben sich quasi von selbst ergeben. „Ich bin immer gefragt worden und habe immer Ja gesagt“, erinnert sich die 49-Jährige.  

Auslandsstudium in Moskau

Biedebach hat einen außergewöhnlichen beruflichen Werdegang hinter sich, der sich von der üblichen Laufbahn – Studium, Referendariat, Schuldienst – unterscheidet. Mit ausschlaggebend für ihren Berufsweg war sicherlich ihre sprachliche Begabung, nicht nur hinsichtlich ihrer Muttersprache Deutsch. „Ich lebte damals in der ehemaligen DDR, und da war es ganz normal, dass man auch Russisch lernte. Das fiel mir sehr leicht“, berichtet die gebürtige Spreewalderin. Sie absolvierte an der Sorbischen Erweiterten Oberschule in Cottbus ihr Abitur und ging für ein Auslandsstudium nach Moskau.

An der Pädagogischen Hochschule in Leipzig entschied sie sich für die Fachrichtung Deutsch und Russisch. Nachdem sie ihren Mann kennengelernt und zu ihm nach Marburg gezogen war, musste sie noch einmal vier Semester und zwei Examenssemester studieren sowie ihr Referendariat absolvieren. „Mein Grundstudium wurde im Westen anerkannt, das Hauptstudium nicht“, erläutert Biedebach. So studierte sie an der Philipps-Universität und schloss mit dem ersten Staatsexamen für Lehramt an Gymnasien mit den Fächern Russisch und Deutsch ab.

Stationen in Kirchhain und Biedenkopf

Biedebach arbeitete als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache und Übersetzerin von Wirtschaftssoftware, war als Studienreferendarin an der Gesamtschule in Kirchhain sowie als Studien- und Oberstudienrätin an den Beruflichen Schulen in Biedenkopf tätig.

„Ja“ sagte sie ab 2003 auch zu mehreren Abordnungen, zuletzt 2010 an das Hessische Kultusministerium. Neben ihrem Vollzeit-Beruf war Biedebach auch außerschulisch engagiert: 18 Jahre als Dozentin für amerikanische Austauschstudenten, zehn Jahre als Direktorin für Study Abroad der Millersville University in Marburg. Darüber hinaus zog sie gemeinsam mit ihrem Mann einen Sohn groß.

Auf die Frage, wie sie das alles geschafft hat, antwortet Biedebach: „Ich bin extremst strukturiert“. Ruhe und Kraft findet sie bei ihrer Familie. In ihrer wenigen Freizeit geht sie zum Beispiel mit ihrem Hund spazieren oder liest gern historische Bücher. Und sicherlich treibt sie auch ihre Hingabe zum Beruf an: „Ich bin unglaublich gern Lehrerin.“

von Simone Schwalm

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