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Die Stadt Marburg befragt ihre Bürger

Lebensqualität Die Stadt Marburg befragt ihre Bürger

Die Stadt Marburg dreht den Spieß um: Statt die Bürger vor vollendete Tatsachen zu stellen, will sie mithilfe eines Fragebogens die Marburger nach ihrer Meinung fragen.

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Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (hinten links), Alexej Kazancev, Moritz von Oppenkowski (beide von Phlink) und Dr. Griet Newiger-Addy stellten die Fragebogenaktion vor.

Quelle: Michael Noll

Marburg. Doch wie beurteilen die Marburger die Lebensqualität? Um das herauszufinden, startet die Universitätsstadt ­eine groß angelegte Bürgerbefragung per Fragebogen und Online.

„Damit erproben wir erstmals ein neues Instrument der Beteiligung“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) bei der Vorstellung der Aktion am Donnerstag im Rathaus. „So etwas ist in der Politik eher ungewohnt, sonst sagen wir immer, was wir vorhaben.“

4000 Fragebögen gehen ab Montag auf die Reise

Ab Montag verschickt die Stadt in Zusammenarbeit mit der studentischen Unternehmensberatung Phlink 4000 Fragebögen über das gesamte Stadtgebiet verteilt an zufällig ausgewählte­ Haushalte. Zusätzlich bietet sie bereits jetzt auf der Homepage der Stadt www.marburg.de oder unter http://tiny.cc/UmfrageMarburg2017 eine Online-Version an.

Außerdem liegen die Bögen in zentralen öffentlichen Räumen wie dem Stadtbüro aus. Zum Ausfüllen werden etwa zehn ­Minuten benötigt.

Die Befragung umfasst vier Themenkomplexe: Die Lebensqualität in der Stadt, die zukünftige Bedeutung städtischer Aufgaben, zum Kulturangebot sowie zur Beteiligung von Bürgern.

Den Kulturbereich hat die Stadt ausgewählt, weil sie dort im Zusammenhang mit der EU-Charta für Gleichstellung als Modellprojekt eine angemessene Ausrichtung von öffentlichen Ausgaben an den unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten von Frauen und Männern umsetzen will (Gender Budgeting), erklärt Dr. Griet Newiger-Addy, Leiterin der Bürgerbeteiligung der Universitätsstadt.

Mindestens 1000 Teilnehmer werden benötigt

Den Auftrag für die Befragung und Auswertung hat die Universitätsstadt der studentischen Unternehmensberatung Phlink erteilt. Besonders wichtig für die Aussagekraft ist dabei, dass die Umfrage auch repräsentativ ist.

„Wir benötigen mindestens 1000 Teilnehmer“, sagt Moritz von Oppenkowski. Dabei wurde auch darauf geachtet, den Fragebogen barrierefrei zu gestalten, um blinden- und sehbehinderten Menschen die Teilnahme zu ermöglichen.

Alle erhobenen Daten werden anonym behandelt

„Wir planen die Befragung in zwei Wellen“, sagte von Oppenkowski. Je nach Verlauf der ersten Befragungswelle, soll eine zweite gezielt dort durchgeführt werden, wo die Beteiligung am geringsten war.

Dazu werden zum Schluss der Befragung soziodemografische Fragen, zum Beispiel nach dem Alter, dem Familienstand oder dem höchsten Bildungsstand gestellt. „Sonst wird nur eine Teilgruppe der Bevölkerung gehört“, sagt Spies.

Wichtig ist es den Wissenschaftlern, darauf hinzuweisen, dass alle erhobenen Daten gemäß dem Hessischen Datenschutzgesetz anonym behandelt und nicht an Dritte weitergegeben werden.

Stadt will Ergebnisse noch in diesem Jahr veröffentlichen

Die Ergebnisse der Umfrage sollen einen Beitrag zum Dialog zwischen Einwohnerschaft, ­Politik und Verwaltung leisten, so der Oberbürgermeister.

„Außerdem bekommen die Stadtverordneten und die Verwaltung ein klareres Bild von den Vorstellungen der Bürger zu planungsrelevanten Themen und können diese bei ihrer Entscheidungsfindung einbeziehen“, erklärt Oberbürgermeister Spies.

Die Ergebnisse sollen noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. „Wir sind gespannt, was uns die Marburger erzählen“, sagt der Rathauschef.

von Michael Noll

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