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Kulturtreibende sammeln Spenden für Magistrat

Waggonhalle Kulturtreibende sammeln Spenden für Magistrat

Erst werden die Kulturausgaben gekürzt, dann eine vierte Magistratsstelle diskutiert. Die Waggonhalle nimmt das auf die Schippe und sammelt Spenden für die Stadt.

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„Make Magistrat great again“ – mit dem Slogan sammeln Matze Schmidt und Nisse Kreysing Spenden für die Stadt.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. „Make Magistrat great again“ prangt auf dem großen roten Sparschwein im Rotkehlchen. Matze Schmidt und Nisse Kreysing rufen damit zu einer Spende auf - damit die Stadt doch noch eine vierte Magistratsstelle einrichten kann.

„Die Frage ist doch: Soll man verzweifeln über die politische Situation oder soll man lachen? Wir versuchen noch zu lachen“, erklärt Kreysing. Der Grund dafür: Die Kürzungspolitik der Stadt im Bereich Kultur. „Wir bekamen über 20.000 Euro und damit 20 Prozent gestrichen“, erklärt Schmidt. Denn: Seit dem Nachtragshaushalt 2015 habe die Waggonhalle 15.000 Euro mehr bekommen. „Die sind stillschweigend weggefallen - zusätzlich zu den angekündigten sechs Prozent Kürzungen“, so Schmidt.

„Fast unter Tränen“, sagen die beiden, „haben mehrere Politiker hier gesessen und beteuert, dass kein Geld da ist.“ Die Kürzungen würden denen ja auch weh tun. Schließlich seien es auch nur Menschen, „so richtig mit Gefühlen und so“ - sie machten es nur, damit nicht „die grauen Männer aus Gießen kommen und uns noch viel mehr wegnehmen“.

Was die Schmidt und Kreysing kritisieren: Kurz nach den Kürzungen wird eine vierte hauptamtliche Magistratsstelle diskutiert. Auch wenn die Pläne derzeit auf Eis gelegt sind, fragen Kreysing und Schmidt sich, „was bei solchen Aktionen in deren Köpfen vorgeht“. Kreysing ergänzt: „Hier hat die Verschaukelung ein ganz neues Niveau erreicht“.

In ihrer Satire schreiben sie, dass es einleuchtend sei, „weil seit Jahren die Arbeit von drei Leuten eigentlich von zwei erledigt wird und diese sich zudem vorwerfen, faul zu sein.“ Eine schlechte Wirtschaft werde durch Investitionen angekurbelt - und „so bekämpft man hier die wenige Arbeit im Magistrat antizyklisch dadurch, dass man mehr Personal einstellt.“

Einige Euro rappeln schon in dem roten Schwein. Die Spenden wollen die Initiatoren auch an die Stadt übergeben - selbst wenn es nur 12,58 Euro sind. „Jeder Euro hilft. Es ist ja eine dringende Sache“, sagen sie mit Sarkasmus in der Stimme.

von Patricia Grähling

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