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Kontroverse um Garten-Nutzung geht weiter

Alter Botanischer Garten Kontroverse um Garten-Nutzung geht weiter

„Wir müssen den Alten Botanischen Garten vor Vandalismus und übermäßiger Nutzung schützen“, erklärte Stefan Oberhansl, Mitglied des Ortsbeirats Campusviertel bei der Sitzung des Gremiums am Dienstag.

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Gerade blühen die Krokusse im Alten Botanischen Garten; im Hintergrund zu sehen ist die neue Universitätsbibliothek.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die neue Unibibliothek am Pilgrimstein rechne mit täglich 7 000 Besuchern. Bärbel Kaufmann vom Freundeskreis Alter Botanischer Garten sagte: „Wenn zehn Prozent davon jeden Tag durch den Garten gehen, ist er tot.“ Bauamtsdirektor Jürgen Rausch erklärte, der Park müsse wie ein Augapfel behandelt werden. Aufgrund seiner Historie, als Geschenk des Bruders von Napoleon an die Philipps-Universität und seiner identitätsstiftenden Funktion, müsse er mit äußerster Sensibilität behandelt werden. „Wir müssen aufpassen, dass nicht ein kurzer Weg zwischen Audimax und Unibibliothek durch den Alten Botanischen Garten zustande kommt.“

Durch die neue Brücke über die Lahn sei bereits ein neuer Verbindungsweg außerhalb des Gartens entstanden. Dr. Andreas Titze, Direktor des Gartens, erklärte, die Holzbrücke beim Pumpenhaus solle geschlossen werden, weil sie nicht mehr funktionstüchtig sei.

Wie die Wege künftig verlaufen werden, darüber entscheide die Universität nach der Fertigstellung eines Gutachtens. Im Frühjahr kommenden Jahres solle es vorliegen. Bürgerbeteiligung sei dann geplant.

"Ein Geschenk an die Bürger Marburgs"

„Wir wollen die Behring-Treppe nicht mehr haben“, erklärte­ Titze. „Um den Garten historisch aufzuwerten, stört mich dieser Zugang ungemein.“ Als Gartendenkmal sei es wichtig, dass der Park verschiedene Epochen widerspiegele.
Kaufmann warf ein: „Die Behring-Treppe war ein Geschenk an die Bürger Marburgs, es ist kein guter Stil, sie zu entfernen.“ Vereinskollege Manfred Kionke ergänzte: „Meine Beobachtung ist, dass Vandalismus und Drogenproblematik dramatisch zugenommen haben, als die Treppe geschlossen wurde.“

Rausch erklärte, es gebe die Überlegung, die Treppe im Zuge der Sanierungsarbeiten an der Mauer zurückzubauen, die Ende April abgeschlossen sein sollten. Die Wirtschaftlichkeit müsse jedoch noch geprüft werden.

Franz-Josef Visse, Vorsitzender des Behindertenbeirats und Leiter der Uni-Servicestelle für Menschen mit Behinderung, erklärte: „Unser Anliegen ist eine möglichst kurze Verbindung auf die Trasse in die Oberstadt.“ Rausch erklärte, der treppenfreie Zugang an der Unibibliothek sei aufgrund des zu starken Gefälles für Rollstuhlfahrer keine Option. Möglich sei hingegen ein Einstieg am Sprachatlas auf dem ehemaligen Brauereigelände. „Bei der Frage, ob ein solcher barrierefreier Zugang dann von Fahrradfahrern genutzt wird, liegt die Lösung wahrscheinlich im Detail.“

Visse erklärte, man müsse ihn für Radfahrer so gestalten, dass sie absteigen müssten. Somit sei er für sie unattraktiv und sie nähmen lieber einen längeren Weg in Kauf. Rausch erklärte, dass der Radweg auf der Biegenstraße im Zuge des Verkehrskonzeptes Nordstadt vom Erwin-Piscator-Haus Richtung Deutschhausstraße verlängert werde.

von Freya Altmüller

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