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Kein Zurück in der Verkehrsdebatte

Verkehrsversuch in der Nordstadt Kein Zurück in der Verkehrsdebatte

Bislang ließen die Christdemokraten kaum eine Gelegenheit aus, den Verkehrsversuch in der Nordstadt zu kritisieren. In der Argumentation gegen die Rückabwicklung näherten sie sich nun der SPD an.

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Dieses provisorisch montierte Schild weist in der Bahnhofstraße auf die Abbiegemöglichkeit in die Robert-Koch-Straße hin. Es bleibt vorerst hängen und der Verkehrsversuch läuft weiter.

Quelle: Philipp Lauer

Marburg. Der Verkehrsversuch in der Nordstadt wird nicht rückgängig gemacht und die vorherige Verkehrsführung wird nicht wiederhergestellt. Dies hatte die FDP/MBL-Fraktion im Stadtparlament so beantragt. Alle anderen Fraktionen lehnten diesen Antrag am Freitag jedoch ab.

Der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Joachim Brunnet, erklärte, eine reine Rückabwicklung bringe keine Vorteile. Man müsse noch abwarten, wie sich die Verkehrssituation in der Nordstadt nach der Eröffnung der neuen Universitätsbibliothek entwickle. Auf diese Weise argumentierte bislang auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) regelmäßig, wenn es um ein womögliches Ende des Verkehrsversuchs ging.

Spies verdeutlichte den Stadtverordneten noch einmal, worum es beim Verkehrsversuch in der Nordstadt eigentlich geht. Zum einen soll die Frage geklärt werden, ob die Kreuzung Bahnhofstraße / Robert-Koch-Straße den Verkehr aushält, auch wenn es die Möglichkeit gibt, links in die Robert-Koch-Straße abzubiegen. „Sie hält es aus“, lautete das Fazit des Oberbürgermeisters. Zum anderen soll der Verkehrsversuch aufzeigen, wie sich der Verkehr entwickelt. Und um diese Frage zu beantworten, müsse man noch abwarten, welche Wege sich die vielen Fahrradfahrer und Fußgänger suchen, die die neue Universitätsbibliothek in die Nordstadt bringen wird.

Info-Veranstaltung zur Verkehrsplanung kommt

Brunnet brachte außerdem, wie schon in der Vergangenheit (die OP berichtete), die Möglichkeit ins Spiel, am Bahnhofsvorplatz eine zweite Fahrspur stadtauswärts zu öffnen, eventuell auch nur zu bestimmten Tageszeiten.
Elisabeth Kula plädierte für die Linke dafür, erst einmal abzuwarten, wie der Versuch weitergeht. Die Verkehrssituation sei bereits jetzt im Wandel. „Die vielen erwarteten Radfahrer und Fußgänger kommen nicht erst, sie sind schon da“, sagte Kula.

Der Antrag, eine Bürgerinformation zur Verkehrsplanung in der Nordstadt zu veranstalten, fand breite Zustimmung. Nur die FDP/MBL enthielt sich. Zu der Veranstaltung sollen die Anwohner der Nordstadt, der Einzelhandel, die Hotellerie, Gastronomie und weitere interessierte Adressaten eingeladen werden. Kula sprach sich dafür aus, weitere Bürgergruppen einzubeziehen. Brunnet betonte, eine solche Veranstaltung müsse dann der tatsächlichen Bürgerbeteiligung dienen. Insbesondere mit Hinblick auf die neu gegründete Bürgerinitiative Verkehrswende (die OP berichtete) müsse man darauf achten, dass eine solche Veranstaltung nicht zu einer als Bürgerbeteiligung getarnten Parteiveranstaltung werde.

von Philipp Lauer

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