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Drei erste Preise für Marburger Schüler

Jugend forscht Drei erste Preise für Marburger Schüler

Neues erfinden, Nützliches austüfteln, Ungewöhnliches kreieren, Überraschendes präsentieren – zu alle dem sind Schüler im Wettbewerb „Jugend forscht“ eingeladen, ermuntert, auf- und herausgefordert.

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Die drei Erstplatzierten von der Elisabethschule: Xenia Epp, Fiona Klein und Nanea Drubell.

Quelle: Franz Ewert

Marburg. Dieser spezielle und bundesweit organisierte Nachwuchswettbewerb – 1965 vom damaligen „Stern“-Chefredakteur Henri Nannen initiiert – findet nun schon zum 52. Mal statt. Mehr als 12 000 Teilnehmer haben sich mit der Rekordzahl von 6 462 eingereichten Arbeiten insgesamt am Wettbewerb beteiligt.  

Zum Regionalwettbewerb Hessen-Mitte traten rund 70 Jungforscher in der Buderus-Akademie Lollar mit 26 Arbeiten einen ganzen Tag lang im Wettstreit der Ideen und Projekte an. Unter dem Wettbewerbsleiter Mathias Burk vom Johanneum-Gymnasium Herborn und dem Patenbeauftragten Ingo Hollen­beck von der Bosch Thermotechnik GmbH nahm eine 20-köpfige Jury alle Arbeiten genau unter die Lupe und legte am Ende die Reihenfolge der Sieger und Platzierten in den Kategorien Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik sowie Technik fest.

Fünf Wettbewerber haben zudem die Zulassung zur Teilnahme an der nächsten Wettbewerbsrunde, dem Landesentscheid Hessen am 14. und 15. März in Darmstadt, erhalten: darunter Albrecht von Bülow, Flavio Krug und Saeed Mohamad von der Schule der Zahnklinik Marburg, die sich der Verbesserung der Verarbeitung von Komposit (zur Zahnfüllung) durch eine Optimierung der Arbeitsfeldbeleuchtung widmeten. Es galt, eine ungewollt vorzeitige Aushärtung des Füllungswerkstoffes zu verhindern, um mehr Zeit für präziseres Arbeiten an der Füllung zu haben und somit auch das zeitaufwendige nachträgliche Schleifen zu verkürzen. Und das alles bei optimaler Ausleuchtung mit weißem Licht, ohne dass dieses Licht zur vorzeitigen Aushärtung führt. Die drei Studenten errangen den 1. Platz im Fachgebiet Arbeitswelt.

Marburger Preisträger

Nanea Drubel (14) aus Cappel, Xenia Epp (14) aus Wehrda und Fiona Klein (15) aus Fronhausen von der Elisabethschule fiel auf, dass bei Reisen, Ausflügen oder längeren Schul- und Arbeitstagen ein Getränk selbst in einer Thermoskanne schnell abkühlt. Kleine Energiefreisetzungen zum Aufwärmen mittels Natriumacetat Trihydrat und Natriumthiosulfat, das auch in Handwärmern zu finden ist, sind möglich. Paraffin eignet sich dagegen nicht zum Erwärmen, hält aber als guter Wärmespeicher das Getränk länger warm. Ihre Arbeit brachte den drei Schülerinnen einen 1. Preis ein.

Lars Eckhard (16) aus Wehrda und Jakob Franz (15) aus Wetter von der Martin-Luther-Schule­ (MLS) suchten nach einem praktikablen Algorithmus, mit dem man alle Kanten eines aus Wattestäbchenröhren und Basteldraht gefertigten Polytops – das ist eine geometrische Figur – zweimal ablaufen kann, ohne dabei abzusetzen. Für diese mathematische Leistung erhielten sie einen 1. Preis.

Johannes Kreuz (17 Jahre alt) aus Marburg und Tobias Höpp (15) aus Fronhausen vom Gymnasium Philippinum haben sich des Alltagsproblems des vergessenen Haustürschlüssels angenommen und dafür ihr auf einem Microchip basierenden System „KeySafe“ entwickelt. Dieses lässt sich an jeder gewöhnlichen Haus- und Wohnungstür montieren und warnt den Benutzer effektiv davor, die Wohnung ohne Haustürschlüssel zu verlassen. Idee und Ausführung waren der Jury einen 2. Platz wert.

Bei der Untersuchung verschiedener Leitungswasserproben und Flusswasser auf ihre­ Bestandteile kam Finn-Jonas­ Posingies aus Lahntal sowie den beiden ebenfalls elfjährigen Schüler Joshua Wieder und Morten Köhler aus Marburg vom Landschulheim Steinmühle die Idee, auch Mineralwässer zu analysieren. Und dabei die Frage zu beantworten, ob teure Edelmineralwässer wirklich besser und gesünder sind als billigere Discounterwässer. Ihre­ Bemühungen zeichnete die ­„Jugend-forscht“-Jury mit einem 2. Preis aus.

Emily Bauer (14) aus Wehrda und Ellen Arshakian (13) aus Marburg (beide Elisabethschule) haben sich des Frierens im Winter angenommen, indem sie ein beheizbares Oberteil, ein „Heat Over“ entwickelt haben, das alternativ mit Heizdrähten und wärmeisolierender Folie oder elektrischen Widerständen und Leiterplatten funktioniert und universell einsetzbar ist. Das Projekt wurde mit einem 3. Platz belohnt.
Tobias Mankel (13) aus Marburg von der Elisabethschule hat eine „intelligente Magnetfeder“ kreiert, die sich dem Untergrund anpasst und ihre Federhärte auf Knopfdruck umstellen kann. Das macht beispielsweise­ das Autofahren auf unebenen Straßen und holprigen Pflastern angenehmer. Lohn: ein 3. Preis.

Weitere Teilnehmer

Die drei 14-jährigen Marburgerinnen Annika Krusche, ­Carolin Lotz und Nina Merlau ­(Elisabethschule) forschen an dem Projekt, Meerwasserentsalzungsanlagen mit geringen Kosten besonders für am Meer ­gelegene Entwicklungsländer zu konzipieren.

Die drei Marburgerinnen Anita Safaryan (15), Yossr Salama (13) und Jana Sabry Farag (14) von der Elisabethschule nahmen sich des Problems kalter Füße und insbesondere kalter Zehen im Winter an. Und entwickelten eine mobile Heizung in Form einer Schuheinlage.

Lars Schmitt (16) aus Marburg und Mari-Liis Schulmeier (16) aus Lahntal (MLS) fragten sich, ob Induktionsherde relevante Ultraschall-Emitter sind?

„Pecunia non olet“ – Geld stinkt nicht. Oder doch? Nina Feußner (16) aus Cölbe und Natascha Schirling (16) aus Marburg (MLS) gingen dem mit Recherche, chemischen Tests und Befragungen auf den Grund.

Flute Seifert (15) aus Cölbe­ und Melly Endres (13) vom Landschulheim Steinmühle haben in ihrem Projekt ein Messverfahren für die Weichheit von Microfleece entwickelt.

von Franz Ewert

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