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Jürgen Rausch baut bald Wohnungen

Baudirektor zu Gewobau Jürgen Rausch baut bald Wohnungen

Jetzt ist es offiziell: Jürgen Rausch übernimmt bis spätestens zum Jahreswechsel die Geschäftsführung der städtischen ­Wohnungsbaugesellschaft ­Gewobau.

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Jürgen Rausch im Saal des Erwin-Piscator-Hauses. Der Umbau der Stadthalle war eines der letzten großen Projekte für den städtischen Baudirektor, der zur Gewobau wechselt. Foto: Thorsten Richter (thr)

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Mit seiner Entscheidung für Rausch folgte der Aufsichtsrat dem Vorschlag seines Aufsichtsratsvorsitzenden, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD).

Die Neubesetzung der Gewobau-Geschäftsführung war notwendig geworden, weil Amtsinhaber Bernd Schulte, der die Wohnungsbaugesellschaft 22 Jahre geführt hatte, zum 1. Februar 2018 in den Ruhestand geht.

Jürgen Rausch (56) ist seit 1997 Leitender Baudirektor der Stadt Marburg. In seine Amtszeit fiel unter anderem die Umgestaltung der Marburger Stadthalle.­ Rausch hatte sich im vergangenen Jahr als Baudezernent in Potsdam beworben und hätte­ gute Chancen auf den Posten gehabt, ehe er aus „persönlichen Gründen“ zurückzog. Zuvor war er als gemeinsamer Oberbürgermeister-Kandidat von SPD und Grünen für Marburg im Gespräch gewesen, ehe die SPD sich für die Aufstellung eines eigenen Kandidaten entschieden hatte. Daraus sei ihm aber klar geworden, dass Rausch für andere Aufgaben als den Posten des städtischen Bauamtsleiters ansprechbar sei, sagte Spies.

„Ich bin sehr froh, dass wir ­Jürgen Rausch für die Spitze der Wohnungsbaugesellschaft ­gewinnen konnten“, so der Gewobau-Aufsichtsratsvorsitzende. Er habe als Stadtbaudirektor ausgezeichnete und weit über die Grenzen von Marburg hinaus außerordentlich anerkannte Arbeit geleistet.

Spies nannte als wichtigste­ Aufgabe der Gewobau in den kommenden Jahren, „weiteren für alle erschwinglichen Wohnraum“ zu schaffen. Jürgen Rausch bringe dafür die besten Voraussetzungen und fachlichen Kompetenzen mit. „Er nimmt nicht nur die technischen, sondern immer auch die sozialen, kulturellen und stadtgeschichtlichen Belange sensibel mit in den Blick“, sagte Spies. Der OB betonte die Notwendigkeit, die „sehr guten Ergebnisse der Vergangenheit für die Zukunft zu sichern.“ Spies nannte vor allem als Herausforderung, das Mietniveau der aus der Sozialbindung bereits entlassenen Wohnungen niedrig zu halten.

Die Nominierung von Rausch durch den Oberbürgermeister hatte zu unterschiedlichen Reaktionen in Marburg geführt. Obwohl die fachliche Qualifikation von SPD-Mitglied Rausch unumstritten sind, hatten die Grünen eine Ausschreibung der Stelle gefordert. Schulte selbst habe die beiden langjährigen Prokuristen Oliver Hann­eder und Matthias Knoche als ­Geschäftsführer vorgeschlagen. Sie mutmaßten, dass das (SPD-)Parteibuch von Rausch eine entscheidende Rolle für seine Nominierung gespielt habe. Die Marburger Bürgerliste sprach von „Parteienfilz“ und „Postengeschacher“.

Die SPD hatte die Vorwürfe­ ­zurückgewiesen und ihrerseits den Grünen vorgeworfen, ihr Mitglied Matthias Knoche auf den Chefsessel befördern zu wollen.

Mit der Berufung von Rausch durch den Aufsichtsrat sind die Auseinandersetzungen nun vorläufig beendet. Mit der Schaffung neuen Wohnraums durch die Gewobau verbinde sich für die Stadtentwicklung von Marburg die Chance, zu wachsen und gleichzeitig an Lebensqualität zu gewinnen, sagte Spies.

von Till Conrad

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