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„Je früher Integration startet, desto besser“

Pilotprojekt "Medienwelt Marburg" „Je früher Integration startet, desto besser“

Langfristiges Ziel: Die Vereine mit Migrationshintergrund sollen ihr mediales Auftreten selbstständig koordinieren.

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Nina Rippe (von links), Leiterin Musikschule Klassika, Svetlana Kovachev, Larysa German, Dr. Ilina Fach, Vorsitzende „Kulturhorizonte“, Olexej Pereverzyev, Andrea Fritsch, Projektleiterin Mosaiksteine, Susanne Wasenmüller, Jo Dreiseitel, Staatssekretär für Integration und Antidiskriminierung. und Adji Gaye, Integrationsbeauftragte „WIR“.

Quelle: Felix Busjaeger

Marburg. Während der Eröffnungsveranstaltung des Projekts „Medienwelt Marburg“ besuchte der hessische Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Jo Dreiseitel (Grüne), den Verein „Kulturhorizonte“ und überreichte der Vorsitzenden Dr. ­Ilina Fach einen Förderbescheid in Höhe von 5600 Euro. Eine Stärkung der Vereine, die einen Migrationshintergrund haben, spiele im Integrationsprozess eine wichtige Rolle und sei ein wichtiges Anliegen der hessischen Landesregierung, erklärte Dreiseitel.

Im Zuge dieses Gedankens wurden die Integrationsfördermittel seit 2014 verdreifacht und liegen momentan bei 8,85 Millionen Euro. „Hessen hat den höchsten Migrationsanteil der Bundesrepublik. Je früher Integration startet, desto besser gelingt sie“, sagte der Staatssekretär. Das neue Projekt stellt ein Pilotprojekt in Marburg dar und soll den Spagat zwischen Integration und Bildung wagen. Ziel ist es, eine langfristige Kooperation zwischen der Öffentlichkeit und Migrantenvereinen entstehen zu lassen, außerdem sollen die Vereine hinsichtlich ihrer Medienkompetenz und Webpräsenz gestärkt werden. Als weiteres Ziel soll die Lese-, Lern- und Sprachförderung durch aktive Medienarbeit erfolgen.

Diese Medienarbeit soll auch zur Förderung des interkulturellen Austausches, zur Stärkung der sozialen Kompetenz sowie als Chance für Persönlichkeitsentwicklung genutzt werden.

Als langfristiges Ziel soll ­mithilfe eines Coaching-Programms eine Etablierung in der Vereinsarbeit erfolgen und sollen Vereine ihr mediales Auftreten selbstständig koordinieren.

Als zweiten Schwerpunkt setzt das Projekt auf Angebote, die sich speziell an Kinder und Jugendliche richten. Die Jüngeren beschäftigen sich mit der Gestaltung eigener Trickfilme oder erstellen Bilderbuchkinos. Für ältere Jugendliche wird es einen Kurs geben, der sich mit technischen Zusammenhängen auseinandersetzt. Auch sollen kleine Roboter gebastelt werden.

Der Verein Kulturhorizonte entstand einerseits aus einem Zeitschriftenprojekt, das Larysa German mithilfe der Bosch-Stiftung durchführte, andererseits aus einem bilingualen Deutschkurs, von dem einige Mitglieder Gründungsmitglieder des Vereins wurden. Der Verein hat sich das Ziel gesetzt, verschiedene Friedens-, Ökologie- und Kulturprojekte zu entwickeln und durchzuführen.

Je nach Projekt wird er von verschiedenen Kooperationspartnern unterstützt. Aktuell sind dies die Musikschule Klassika, das Projekt „WIR“, das Projekt „Mosaiksteine“, die Marburger Stadtbücherei, MOK Gießen, Medienzentrum Frankfurt sowie die Stiftung Digitale Chancen.

  • Wer sich für das aktuelle Projekt interessiert, kann sich telefonisch unter 0 64 21 / 98 89 07 oder über die Vereins-Webseite kh-marburg.npage.de informieren und anmelden.

von Felix Busjaeger

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