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Bücher, Hefte und Stifte für Kamerun

Hilfsprojekt Bücher, Hefte und Stifte für Kamerun

Mit 1.700 Euro unterstützen der Pastoralverbund und die Kirchengemeinde St. Peter und Paul ein neues Charity-Projekt für 500 Grundschüler im afrikanischen Kamerun.

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Zahlreiche Helfer und Organisatoren der Spendenaktionen vom Pastoralverbund sowie der Gemeinde St. Peter und Paul trafen am Samstag auf die Gründungsmitglieder des neuen Vereins „Kopos“ rund um den Vorsitzenden Martin Donfoue (Fünfter von rechts). Die Spende übergab Pfarrer Klaus Nentwich (Dritter von rechts).

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Das Projekt rief der neue Verein „Kopos“ ins Leben, deren Gründer sich für ihr Heimatland einsetzen möchten. „Ein Buch, ein Heft, ein Stift“ heißt das neue Bildungsprojekt des Vereins, das Grundschülern in Kamerun einen besseren Start ins Leben geben möchte.

Knapp 500 Kinder besuchen die Grundschule Ecole Publique de Fossong-Tchuentchue in Fongo-Tongo, einer Gemeinde im nordwestlichen Kamerun. Wie der Projektname schon vermuten lässt, plant der Verein, die Grundschüler mit dringend notwendigen Schulmaterialien auszustatten, vom Schulbuch bis zum Stift.

Die meisten Lehrer arbeiten auf freiwilliger Basis

Denn Ausstattung wie Gebäudestruktur der Schule seien mehr als dürftig, sanitäre Anlagen gebe es nicht, die meisten Lehrer arbeiteten auf freiwilliger Basis, berichtet Vereinsvorsitzender Martin Donfoue Temgoua. Schulmaterialien für den Unterricht würden nicht gestellt, das Geld dafür müsste von den Eltern aufgebracht werden. Gerade für den armen Teil der ländlichen Bevölkerung sei dies kaum zu stemmen, trotz Schulpflicht sei die Analphabetenrate in seinem Heimatland hoch.

Der Vereinsgründer weiß, wovon er spricht. Der heute 38-Jährige war selbst als Kind auf jener Grundschule, die er nun fördern möchte. „Seit meiner Schulzeit hat sich da nicht viel verändert, seit Jahren gibt es keine staatliche Förderung – die Entwicklung ist an der Schule vorbeigegangen“, sagt Donfoue.

Um selber aktiv werden zu können rief er gemeinsam mit Schriftführer Severin Tchouamou und Schatzmeister Azemo Douglas Anfang vergangenen Jahres den Verein Kopos ins Leben. Die drei gebürtigen Kameruner haben alle in Deutschland studiert und sind mittlerweile beruflich in Marburg tätig. Ihre Wurzeln haben sie nicht vergessen, wollen nun quasi die nächste Generation an Grundschülern fördern, den Kreislauf aus Armut und mangelnden Bildungschancen durchbrechen und „etwas zurückgeben“.

Grundausstattung für die Kinder kostet 3.200 Euro

Ihnen gehe es um Solidarität, der Bekämpfung des Analphabetismus und Förderung der Gesundheitsvorsorge in ihrem Heimatland. Das sozusagen als Freunde der fernen Schule, der Vereinsname Kopos bedeutet in der Kameruner Umgangssprache „Freunde“. Es ist das erste große Projekt des Vereins, der nun Spenden für Schulmaterial sammelt. Zubehör, das hierzulande ganz alltäglich zum Unterricht gehört, in Kamerun dagegen für arme Familien fast schon ein Luxusgut ist.

„Die Schulkinder brauchen Schreibstifte, Hefte und Bücher, um überhaupt aktiv am Unterricht teilnehmen zu können“, erklärt der Vereinschef. Um alle Kinder mit dem nötigen Standard ausstatten zu können, rechnet der Vorstand mit etwa 3.200 Euro.

„Das klingt wie der Tropfen auf den heißen Stein, ist aber ein wichtiger erster Schritt, wir fangen bei der Bildung an“, sagt Donfoue. Für die Zukunft habe der Verein weitere Pläne, etwa die Förderung eines Waisenhauses oder den Ausbau der Wasserversorgung in Kamerun.

Erlös aus einem Solidaritätsessen und einem Büchermarkt

In Marburg fand der junge Verein bereits Unterstützung für das Bildungsprojekt. Der Vereinsgründer ist Mitglied in der Gemeinde der Kirche St. Peter und Paul. Diese fördert gemeinsam mit dem Pastoralverbund Marburg und Fronhausen die Arbeit von Kopos durch Spenden von insgesamt 1.700 Euro.

Zur Unterstützung des Projekts rief der Pastoralverbund zum Elisabeth-Festtag am 19. November auf, dem Gedenktag der Stadtheiligen. Während eines Solidaritätsessens kamen 850 Euro zusammen. Die Gemeinde St. Peter und Paul stiftete den Erlös aus dem jüngsten Bücherflohmarkt am Glockenturm, der regelmäßig für soziale Zwecke veranstaltet wird. Am Samstag trafen sich der Kopos-Vorstand, zahlreiche Helfer der kirchlichen Aktionsgruppen samt Organisationsteams zum gemeinsamen Austausch und der Spendenübergabe.

Vorstand will Material selbst vor Ort kaufen

Die Koordinatoren lobten das Engagement der zahlreichen freiwilligen Helfer und die Spendenbereitschaft der Besucher. Pfarrer Klaus Nentwich hob das Bildungsprojekt als „sinnvolle Hilfe zur Selbsthilfe“ und Unterstützung benachteiligter­ Menschen nach dem Prinzip der Nächstenliebe hervor. Er lobte das Engagement der Vereinsgründer, die sich „nicht auf dem eigenen Erfolg ausruhen“, sondern die Schulkinder, quasi­ ihre Nachfolger, weiter unterstützen – „das ist eine tolle Haltung“, so der Seelsorger.

Wichtig war den Spendern ebenso ein transparenter Weg der Hilfsgelder wie der persönliche Bezug zu den Akteuren vor Ort, „man weiß Bescheid, wo das Geld hingeht und kann konkret Hilfe leisten“, lobte Sabine Löhnert vom Pfarrgemeinderat St. Peter und Paul.

Sammlung geht noch bis April weiter

Noch bis April will der Verein Kopos weiter Spenden für die Grundschüler sammeln. Dann will der Vorstand nach Kamerun reisen und das Geld selber in Schulmaterial anlegen, um einem möglichen Missbrauch vorzubeugen und sicherzustellen, „dass das Geld auch da ankommt, wo es gebraucht wird“, sagt Donfoue.

  • Auch der nächste Bücher-Flohmarkt der Kirchengemeinde St. Peter und Paul am Mittwoch, 13. Dezember, zwischen 14 und 17 Uhr wird zugunsten des Vereins veranstaltet.

Weitere Infos im Internet.

von Ina Tannert

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